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Segeln : Aus der Reparatur auf die Regattabahn

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Johann Friedrichsen segelt mit der „Chinook“ eine gute Serie und belegt Rang zwei in der Gesamtwertung

Es war die Regatta der kleinen und großen Unterschiede. Da kämpften die c55-Hubkieljollen mit ihren 5,51 m Länge um Plätze und Preise, und da fegte die neue „Shakti“ (Ker 46) mit knapp 14,5 m über die Förde. Allein der 227 qm große blaue Gennaker würde ausreichen, die neun Jollen der Einheitsklasse hübsch einzupacken – tut aber keiner. Dazwischen in mehreren Klassen unterschiedlichste Konstruktionen, deren Crews mit Manövergeschick bei der Flensburger Pilsener SternRegatta ihre Kräfte maßen.

Fünf Wettfahrten an zwei Tagen hatte die Regattagemeinschaft Fahrensodde bei zunächst sehr leichten Winden gestartet. Am Tag darauf bei den beiden Abschluss-Wettfahrten war etwas mehr Druck in der Luft, was Regattaleiter Ingolf Diedrichsen dazu nutzte, zwei längere Kurse segeln zu lassen. „Viel Segelspaß trotz wenig Wind“, war die einhellige Meinung der Aktiven. „Ich denke, es war für alle Beteiligten ein erfreuliches Wochenende“, meinte Ines Rode, Sportwartin der Seglervereinigung Flensburg (SVF). Einzig eine Karambolage in der Startphase der 2. Wettfahrt, die eine Kettenreaktion auslöste und gleich an vier Booten Kratzer und Beulen hinterließ, trübte kurzfristig das Event mit den interessanten Regattakursen.

Der Hamburger Ralf Dieter Preuss kommt gerne an die Förde, weil der Aktive von der Segler-Vereinigung Altona-Oevelgönne (SVAOe) die c55-Klasse dominiert. Fünf Wettfahrten, fünf Siege mit teilweise erschreckend großem Vorsprung vor der Konkurrenz sprechen für sich. „Ich denke, die Erfahrung und die Summe vieler Kleinigkeiten machen den Erfolg aus“, erklärte der Hamburger. „In meinen Boot sind alle Einstellungen auf mich abgestimmt. Die Gurtlänge beim Raushängen zum Beispiel. Das bringt vielleicht nur eine Zehntelsekunde, aber diese Zehntelsekunde bedeutet früher Druck im Segel.“

Vielleicht ein Tipp für die Jugendabteilung der beiden Clubs in Fahrensodde. Sehr gut schlugen sich Finn Lasse Andresen, Lara Maria Liebherz und Jule Waldschmidt (SVF), die mit ihrer „Welle“ und einer Serie von zweiten und dritten Plätzen auf Rang zwei landeten. Lediglich der sechste Platz in der ersten langen Wettfahrt am zweiten Tag fiel ein wenig aus der Rolle. „Möglicherweise ließ die Kraft auch ein wenig nach“, meinte Rode. Ein Welle schlägt die „Welle“ auch im Fahrensodde-Cup und liegt nach fünf Wertungen vor der „Tosen“ (Maxfun 35) und der „Chinook“ (X-332). Die Dickschiff-Segler um Steuermann Johann Friedrichsen kamen im Schlussspurt auf die Regattabahn. Nach einer Kollision bei der MAIOR wurde die vorläufige Reparatur der X-332 erst am Tag vor dem Startschuss fertig. Mit den Plätzen 3, 3, 2 (Friedrichsen: „Entspricht unserem Bootstyp“) und Gesamtrang drei am Leichtwindtag war der Skipper zufrieden. Ebenso mit den Plätzen vier und eins zum Abschluss und Rang zwei gesamt. „In der vorletzten Wettfahrt haben wir den Start verpennt, aber mit dem Tagessieg wieder gut gemacht“, sagte Friedrichsen. „Dafür, dass wir wegen der Reparaturphase kaum trainieren konnten und noch die alte Segelgarnitur drauf haben, ist das schon okay.“

Ob zufrieden oder nicht, ist auf der „Shakti“ nach der Kürze des Kennenlernens des neuen Bootes noch nicht auszumachen. „Zunächst steht alles unter dem Motto Training“, sagte Hagen Ross. „Auf jeden Fall ist sie schneller als die alte. Wieviel schneller, wird sich zeigen.“ Der Taktiker und Großsegel-Trimmer gehörte auch zur Crew der alten „Shakti“ (Rogers 46), die zwischenzeitlich nach Australien verkauft wurde. Die Ker 46 ist zwei Jahre alt, hat ein moderneres Design und kam per Frachter aus Palma de Mallorca. Und „weil das Boot für alle neu ist“, hat das „Shakti“-Team Unterstützung von Ian Smyth. Der Engländer ist Bootsmann. „Quasi ein Profi für den Umgang mit dem Boot“, sagte Ross. Die „Shakti“ ist von der Konstruktion nicht für ORC-Vermessung ausgelegt, trotzdem wird das Team für die ORC-Weltmeisterschaft vor Kiel-Schilksee (2.-9. August) melden. Weitere Regatten sind die Nordsee-Woche (6.-9. Juni) und Gotland Runt (29.6) – viele Möglichkeiten, die kleinen und großen Unterschiede kennenzulernen.

Ergebnisse: regattagemeinschaft.eu

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erstellt am 28.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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