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Handball : Auf dem Sprung nach oben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

15-jährige Harrisleerin Milena Natusch wechselt zum Bundesliga-Nachwuchs nach Buxtehude. Training mit den Jugendhandballern vom HSV.

Wenn die 15-jährige Milena Natusch aus Harrislee mit funkelnden Augen von ihrem neuen Lebensabschnitt erzählt, wirkt sie voller Vorfreude und Zuversicht. Dirk Leun, Handball-Trainer der Bundesliga-Damen des Buxtehuder SV, überzeugte sie in einem persönlichen Gespräch, ab Sommer eine neue Aufgabe im Hamburger Raum anzunehmen: „Hier stimmen die Rahmenbedingungen und das Gesamtkonzept, da will ich hin“, sagt das Talent.

Milena Natusch erlernte das Handball-Einmaleins beim TSV Nord Harrislee. Über die Station SG Flensburg-Handewitt wagte sie den Sprung nach Dänemark, da Frauen-Handball in den skandinavischen Ländern bekanntermaßen einen ganz anderen Stellenwert genießt. Mit dem Wechsel von der Zentralschule Harrislee auf die Auguste-Victoria-Schule Flensburg entschied sie sich 2009 zeitgleich für Bov IF als erste Station in der Grenzregion. Nach nur einer Saison wechselte sie zu Rødekro IF, wo sie in den folgenden vier Jahren unter Trainer Stefan Knutzen immer in den höchsten dänischen Jugend-Ligen spielte und „menschlich, aber vor allem sportlich einen Riesenschritt machte“.

Ihre Eltern Nicole und Henning Natusch unterstützten Milena in jeglicher Hinsicht und nahmen daher „gerne die viele Fahrerei zu den Trainingseinheiten in Kauf“. Denn Milena Natusch spielte nicht nur Handball in Dänemark, sondern durchlief auch das gesamte Fördersystem des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und war somit auch auf der südlichen Seite der Grenze aufgrund von Auswahlmaßnahmen aktiv. Die Nominierung für die Jugendnationalmannschaft blieb aber bisher aus.

Der steigende Aufwand in der Schule und das tägliche Training wurden immer schwerer miteinander zu vereinbaren. Um dem Traum „Profihandballerin“ weiterhin eine Chance zu geben, wurde ein Wechsel in ein Leistungszentrum unausweichlich. Die heimatbezogene 15-Jährige bevorzugte einen Verein in Deutschland, möglichst nahe ihres Heimatorts Harrislee, um ihre Eltern als Bezugsperson in erreichbarer Entfernung zu haben. „Aber einen Club in der Region, mit dem ich meine Ziele langfristig erreichen kann, gab es nicht.“

Der Buxtehuder SV erfüllte am Ende alle wichtigen Kriterien. So wohnt die trickreiche Linksaußen bei ihrem Opa in einem Hamburger Stadtteil, spielt ausschließlich in der jahrgangshöheren A-Jugend unter dem Bundesligatrainer Dirk Leun sowie der ehemaligen Nationalspielerin Heike Axmann und soll ab dem 16. Geburtstag langsam an den Damenbereich herangeführt werden.

Durch eine Empfehlung des Hamburger Handball-Verbandes wird sie nach den Sommerferien die Eliteschule des Sports Hamburg besuchen. Hier trainiert sie zudem täglich von acht bis zehn Uhr unter der Leitung des ehemaligen Bundesligaspielers Adrian Wagner als einziges Mädchen mit den Jugendhandballern vom HSV Hamburg. Die auf Leistungssport ausgerichtete Ganztagsschule ermöglicht es den Schülern, neben den morgendlichen Trainingseinheiten auch ein sportlergerechtes Mittagessen einzunehmen.

Die Anfahrten zum Abend-Training erfolgen in Eigenregie, der Rücktransport wird jedoch mit einem Shuttle-Service vom Buxtehuder SV organisiert, um die auswärtig wohnenden Mädchen nicht den Gefahren des Hamburger Nachtlebens auszusetzen. „Die Seriosität sowie die Professionalität in dem familiär wirkenden Umfeld des Vereins haben uns überzeugt. Hier folgten den Worten Taten“, sagt Henning Natusch. „Den bevorstehenden Weg wird sie mit ihrer Zielstrebigkeit und Willensstärke meistern“, ist Mutter Nicole sicher, dass der neue Abschnitt sich auf alle Lebensbereiche ihrer Tochter positiv auswirken wird.

Milena selbst geht „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Die Jahre in Dänemark möchte sie „niemals missen“, aber ihrem Traum, einmal in der Damen-Bundesliga und Nationalmannschaft zu spielen, hofft sie mit diesem Schritt ein Stückchen näher gekommen zu sein. Sie weiß aber auch, dass noch ein langer und harter Weg auf sie wartet.

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