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Lokaler Sport

23. Oktober 2017 | 02:56 Uhr

Etatentwurf : FTSV Fortuna rechnet mit Minus

vom

Delegiertenversammlung beschließt defizitären Haushaltsplan. Finanzminister Frank Meyer hört nach 17 Jahren auf.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 08:48 Uhr

ELMSHORN | Es gibt schönere Momente im Leben eines Vereins-Kassenwarts, als mit einem veranschlagten Minus im Haushaltsvoranschlag für das laufende Jahr aufzuhören. Daher rechnete Frank Meyer während der Delegiertenversammlung des FTSV Fortuna Elmshorn in seinem Etatentwurf für 2013 noch am Mikrofon stehend herum, um das zu erwartende Defizit zu verringern. Unterm Strich aber blieb: Treffen alle Vorhersagen wie schriftlich vorgelegt ein, fehlen dem Verein mit Sitz am Ramskamp bei geplanten Einnahmen von 683 000 Euro am Jahresende 8700 Euro. Dennoch wurde der Etat bei nur einer Gegenstimme von den Vertretern der Sparten und Kooperationsvereine abgesegnet.

Dazu mag auch die Versicherung Meyers beigetragen haben, dass es nur am Jahresende für wenige Tage ein Loch in der Kasse geben werde: "Mit diesem kleinen Minus können wir leben." Die Höhe der fälligen Dispozinsen werde überschaubar sein.

Eine Konsequenz nannte Meyer, zu diesem Zeitpunkt nach der Wahl von Carsten Schmechel zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden mit dem Geschäftsbereich Finanzen bereits nicht mehr offizielles Vorstandsmitglied, aber noch: "Wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, die Beiträge zu erhöhen." Dies geschieht nach einmütigem Beschluss der Versammlung zum 1. Januar 2014 - und zwar um einen Euro monatlich sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene. Der Familienbeitrag steigt um drei Euro pro Monat. "Das ist sinnvoll und vertretbar", so Meyer.

Zuletzt hatte der Hauptverein vor zwei Jahren den Obolus angepasst, dabei allerdings Kinder und Jugendliche ausgenommen. Davon hatten die Sparten an sich nichts und auch für die nun beschlossene Beitragserhöhung kündigte der Vereinsvorsitzende Hans-Peter Schwider an: "Die Sparten werden davon nicht partizipieren." Zu diesem Jahr hatte einige Abteilungen wie Handball, Gymnastik oder das Studio Fit & Fun bereits die Spartenbeiträge erhöht oder wie im Fall des Judo-Klubs Elmshorn einen neuen monatlichen Spartenbeitrag eingeführt.

Gründe für die finanziell angespannte Situation liegen direkt am Ramskamp, im vereinseigenen Sportzentrum. Die Erlöse aus der Vermietung der Kegelbahn sind seit einigen Jahren rückläufig. Für 2013 rechnet Meyer mit Einnahmen von nur noch 18 000 Euro. "Die frühere Finanzierungsmöglichkeit des Vereins ist zu einem Verlustgeschäft geworden", sagte Meyer. Die Wechsel der Pächter der Vereinsgastronomie in 2011 und Anfang diesen Jahres haben ebenfalls Geld gekostet. Schwider sagte, dieses Thema habe ihm schwer im Magen gelegen. "Wir haben alles gehabt, nur kein Glück. Teilweise mussten wir tatenlos zuschauen." Kommenden Mittwoch soll nun offizielle Eröffnung von "Zorbas - Der Grieche im Sportzentrum" sein.

Auch wenn es bessere Nachrichten von der Finanzfront hätte geben können, fehlte es zum Abschied Meyers aus dem Amt nicht an Dankesworten. "Du hast dich 17 Jahre für die Gemeinschaft aufgeopfert und eingebracht", lobte Schwider seinen Finanzminister, der seit Bau des Sportzentrums Hainholz am Ramskamp durch die per Kooperationsvertrag verbundenen Vereine Fortuna, TGC Schwarz-Rot, Verein Elmshorner Sportkegler und Judo-Klub Elmshorn das Geld zusammengehalten hat. Man sei durchaus nicht immer einer Meinung gewesen, so Schwider, aber: "Wenn die Tür aufgemacht wurde, gab es nur eine Stimme."

Meyer pausiert, weil die Belastung aus Beruf, Familie und Ehrenamt zu groß geworden ist. Er wolle sportlich wieder aktiver werden, so der Judoka: "Ich bin dieses Jahr erst drei Mal beim eigenen Training gewesen. Das ist zu wenig, wenn man mehr will", sagte der Finanzbeamte. Meyer bleibt aber in der Arbeitsgruppe Finanzen aktiv. Sichtbares Zeichen des Dankes waren unter anderem ein Essens-Gutschein für eine Lebensfreude-Menü und Eintrittskarten für die Internationale Gartenschau in Hamburg. Ehrenmitglied des FTSV Fortuna war Meyer bereits vor zwei Jahren geworden.

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