Fußball : FCE stellt Regionalliga-Weichen

Zulassungsantrag für die 4. Liga geht am Dienstag raus. Hollerieth und Igel verlängern. Melzer jetzt auch Sportdirektor.

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02. April 2013, 09:25 Uhr

Elmshorn | Im Internet verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer, nun steht’s auch in den EN schwarz auf weiß: Der FC Elmshorn meldet für die Regionalliga. Heute macht sich Trainer Achim Hollerieth auf den Weg nach Bremen, überreicht dem Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) den Zulassungsantrag - höchstpersönlich.

Sonnabend, 16 Uhr, Fisch-Restaurant "Marlin" in Norderstedt - Pressekonferenz: FCE-Boss Helge Melzer lüftet das Geheimnis - und verkündet weitere Neuigkeiten. Die wichtigste: Hollerieth bleibt. Der 39-Jährige trainiert die FCE-Fußballer auch in der kommenden Saison. Darüber hinaus übernimmt er hauptberuflich die Position des Marketingleiters.

Auch Team-Manager Eugen Igel, als Raspo-Trainer bereits 1996/97 und von 1998 bis 2004 in der 4. Liga, macht weiter. Die letzte Neuigkeit betrifft den Präsidenten selbst: Unabhängig davon, ob er sich im Sommer zur Wiederwahl stellt, nennt er sich künftig - nun auch offiziell - "Sportdirektor".

Neues vom FCE - und das alles in Norderstedt. Direkt vor der Haustür des einzigen verbliebenen Staffel-Konkurrenten um den 4.-Liga-Aufstieg. Bis zum Schluss hatten die Eintracht-Verantwortlichen gehofft, dass der FCE kneifen würde. Die Bahn wäre frei gewesen, auch als Zweiter, Dritter oder Vierter.

Von einer "Provokation" wollte Melzer nichts wissen: "Wenn unser PK-Stammlokal, die Margarethenklause, zur Verfügung gestanden hätte, hätten wir die Öffentlichkeit dort informiert."

Der FCE und die Regionalliga. Wochenlang hatte sich der Oberliga-Tabellenführer bedeckt gehalten, brütete im stillen Kämmerlein vor sich hin - und reizte die Entscheidung bis zur letzten Sekunde aus. "Das Zulassungsprozedere ist tierisch kompliziert, das war ein Haufen Arbeit", so Melzer, der am Ende der vergangenen Woche nicht nur den einstimmigen Vorstandsbeschluss in der Tasche hatte, sondern auch die Unbedenklichkeitsbescheinigungen vom Finanzamt, der Hausbank und dem Rentenversicherungsträger. Das will der NFV sehen, ebenso wie die Meldegebühr in Höhe von 2000 Euro. Die ist überwiesen, auch die Stadt ist unterrichtet.

Der FCE wagt den Sprung. Historische Chance oder Harakiri, passend zum im "Marlin" gereichten Sushi? Verbandszuschüsse oder gar TV-Gelder gibt’s keine. Mehrkosten müssten durch zusätzliche Zuschauer-, Gastronomie- und Sponsoring-Einnahmen finanziert werden.

"Wirtschaftlich stellt die Regionalliga kein Risiko dar, wenn überhaupt sportlich", erklärt Melzer, der - für den Fall, dass der FCE Meister wird, die Lizenz erhält und die Aufstiegsspiele übersteht - mit dem "wohl niedrigsten Etat aller Regionalligisten" kalkuliert.

Konkrete Zahlen wollte Melzer nicht preisgeben. Wohl aber die Vereine, an denen sich der FCE orientiere. Zum Beispiel am TSV Havelse (Niedersachsen), oder am SC Victoria: Dem letztjährigen Aufsteiger stehen geschätzt 180 000 Euro zur Verfügung. Nicht zu vergleichen mit Holstein Kiel (4,3 Mio.), dem SV Meppen (1,5 Mio.), dem VfB Oldenburg (1,4 Mio.) und den "Zweiten" der Profiklubs.

Goslar statt Paloma, Weiche Flensburg statt Rugenbergen. Möglich machen dies die stark gelockerten Zulassungsbedingungen des NFV. Die Verpflichtung, alle Spieler mit kostspieligen Amateurverträgen auszustatten, gehört der Vergangenheit an.

Und auch in Sachen Stadion hat der NFV deutliche Abstriche gemacht. Die fehlenden Sitzplätze und das schwache Flutlicht an der Wilhelmstraße - kein Problem. Nur kleinere Umbaumaßnahmen wären vonnöten. Geschätzte Kosten: 10 000 Euro. Für sogenannte "Risikospiele", z. B. gegen den VfR Neumünster, ginge es an die Hohe Luft zum SC Victoria.

Zukunftsmusik. Noch ist der FCE nicht Meister. 15 Oberligaspiele gilt es noch zu bestreiten. Und auch der Pokal ist noch nicht gewonnen. Doch der Trainer versprüht Zuversicht: "Wir wollen das ganz große Ding schaffen", erklärt Hollerieth, der vor dem morgigen Nachholspiel gegen den TSV Buchholz 08 (19.30 Uhr, Wilhelmstraße) den "Team-Spirit" seiner Truppe lobt: "Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist einzigartig. Da hat man richtig Bock, als Trainer zu arbeiten."

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