FC Elmshorn : Entscheidung vor Ostern

Vereinschef Helge Melzer schwankt noch in Sachen Meldung zur Regionalliga.

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25. März 2013, 09:23 Uhr

ELMSHORN | Der Abbruch der Gespräche über eine Trennung von FC Elmshorn und FTSV Fortuna - hat er Auswirkungen auf die Regionalligaambitionen des Oberliga-Tabellenführers? "Nein, gar nicht", sagt FCE-Präsident Helge Melzer, der sich weiterhin alle Optionen bis zum Ende der Meldefrist am 31. März (14 Uhr) offen lässt. Spätestens am Ostersonntag muss der Verein gegenüber dem Norddeutschen Fußballverband (NFV) erklären, ob er in die Regionalliga aufsteigen will, wenn die sportlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Dabei sind die Besitzverhältnisse für den Sportplatz Wilhelmstraße, wo der Club derzeit und auch im Aufstiegsfall seine Heimspiele austrägt, nicht ganz einfach. Das Sportgelände gehört der Stadt Elmshorn. Der FTSV Fortuna ist Pächter; dieser Pachtvertrag läuft bis 2040. Im Rahmen des Kooperationsvertrags beider Vereine darf der FCE den Rasen nutzen. Für die Regionalliga müssten einige Umbauten vorgenommen werden. So ist seitens des NFV vorgeschrieben, dass die Fangruppen beider Mannschaften getrennt werden müssen.

Dies würde einen zweiten Eingang nötig machen. Das Einverständnis der Stadt vorausgesetzt, bliebe noch die Frage, wer die Kosten trägt. Für den FTSV Fortuna wiegelt der stellvertretende Vorsitzende Dierk Paulsen ab: "Der FTSV Fortuna ist nicht in der Lage, große Investitionen außer den notwendigen Reparaturen an der Wilhelmstraße zu bezahlen."

Diese Haltung kommt angesichts der finanziellen Situation des zweitgrößten Elmshorner Vereins nicht überraschend, zumal es dort schon lange Tendenzen gibt, den Sportbetrieb am Ramskamp zu konzentrieren. Auch Melzer ist klar, dass nötige Investitionen zu Lasten des FCE gehen. "Ich gehe aber davon aus, dass der FTSV Fortuna nichts dagegen hätte, wenn wir das Stadion modernisieren."

Da der NFV aber seit der laufenden Saison die Trägerschaft über die Regionalliga hat, sind die Auflagen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer geworden. Ein Dopingraum sei zum Beispiel nicht mehr vorgeschrieben, sagte Melzer, der bekennender Weise dem Sprung in die vierte Liga reserviert gegenüber steht. "Sportlich ist das Harakiri, wirtschaftlich nicht", sagt der Vereinschef. "Wir planen nach dem Budget, das wir jetzt haben, eine Truppe für die Oberliga. Wenn’s hoch geht, muss diese Regionalliga spielen."

Der Kader werde sich wahrscheinlich nicht wesentlich ändern; punktuelle Verstärkungen seien natürlich vorgesehen, aber nicht mit ehemaligen Profis. Vorteil FCE: Leistungsträger, wie die zu Beginn und während der laufenden Spielzeit gekommenen Thorben Reibe, Jan-Henrik Kaetow, Tim Jeske, Marc Henry Lange oder Milos Ljubisavljevic sind bereits unabhängig von der Spielklasse bis 2014 gebunden. Als weiteres Argument gegen besser dotierte Angebote anderer Vereine setzt Melzer auf den "Wohlfühlfaktor, der in der Mannschaft extrem hoch ist. Der wieg mehr als den einen oder anderen Euro auf." Von daher werde es auch im nächsten Jahr eine Mannschaft sein, "die man nicht über die Grenzen von Hamburg hinaus kennen wird."

Am liebsten aber würde Melzer noch gar nicht über die Regionalliga sprechen; es stehen immerhin noch 15 Oberligaspiele - und das wegen der viele Ausfälle in einem eng gedrängten Plan. Danach kommt, so der FCE bis dahin die Tabellenführung verteidigt, die Aufstiegsrunde - und: Selbst die von allen erwartete Meldung zur Regionalliga ist ja nicht gleichbedeutend mit der Lizenz.

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