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Lokaler Sport

18. August 2017 | 17:09 Uhr

Ein Gewitter-Nachmittag in Wewelsfleth

vom

Mein fußballerisches Sabbatjahr ist vorbei und man kann ja nicht nur noch die ganze Zeit stupide durch die Gegend rennen. Was dem Köter sein Stöckchen, das ist dem Manne der Ball. Meine erfolgreiche Rückkehr in den bezahlten Fußball (bezahlt im Sinne von Vereinsbeitrag abdrücken) fiel jedoch gleich beim zweiten Training der Saison buchstäblich ins Wasser.

Nach gefühlten sechs Wochen der Sahara-Hitze braute sich ein Unwetter über Elmshorn zusammen, welches dann pünktlich zum Trainingsbeginn mit einem innerstädtischen Landregen begann. Folgen sollte ein recht ordentliches Gewitter und, das lernt man selbst in spirituell angehauchten Privatschulen, da sollte man sich nicht unbedingt auf freier Fläche aufhalten. Eiche weiche, Buche suche! Kabine: gut, draußen: schlecht! Kritische Blicke von Trainer und sieben anwesenden Spielern (in anderen, uninteressanten Sportarten hätte das Vollzähligkeit bedeutet) gen Himmel ließ nach Sekunden des intensiven Abwägens zu dem Entschluss kommen, aus Sicherheitsgründen das Training ausfallen zu lassen. Mir wars egal, waren doch mindestens zwei Leute da, die größer als ich waren. Die hätte der Blitz eher erwischt!

Als wäre es gestern, erinnere ich mich lebhaft an einen Gewitter-Nachmittag in Wewelsfleth, an dem ein Punktspiel der Kreisklasse B stattfand. Bemerkenswert ist diese Erinnerung zum einen, als dass man als Spieler den eher schlicht und unbedarft gestrickten Schiedsrichter an die drohende Gefahr für Leib und Leben durch diese mit luftelektrischen Entladungen verbundene komplexe meteorologische Erscheinung immer wieder aufmerksam machen musste. Was jeder zur Genüge aus der Sendung mit der Maus kannte, war diesem Mann offensichtlich völlig unbekannt.

Mit unzähligen Unterbrechungen wurde aus den altbekannten 90 Minuten des Weiteren ein Kick, der an die vier Stunden dauerte. In der Zeit, in der gespielt wurde, versuchte ich mich möglichst dicht bei meinem etwa einen halben Kopf größeren Gegenspieler aufzuhalten, was ihn teilweise sichtlich irritierte. Meine, unter Berücksichtigung der meteorologischen Umstände mehr als nur logische Erklärung ("Ich fühle mich bei Dir so sicher . . . ").

Dass es mich natürlich gleich mit verdampft hätte, wenn der Lulatsch tatsächlich vom Blitz getroffen worden wäre, ist ja völlig nebensächlich. Er wäre eher dran gewesen und was kann einem überhaupt Besseres passieren, als beim Fußball drauf zu gehen?

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von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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