Ein ganz beSONderer Trainingsgast

 Die Sons und HR: Bereits im Dezember  2011 besuchte Heung Min Son (Mitte, mit Richard Peper, Sponsor Michael Sottmann, HR-Manager Detlef Kebbe  und HSV-Klubmanager Bernd Wehmeyer (v. li.)) HR. Sein  älterer Bruder ist nun ebenfalls Gast am Lütten Hall.mmÜberflieger: HSV-Profi Heung Min Son (20) ist in Hamburg bereits eine Fußball-Größe, sein älterer Bruder Heung Yun (23) hält sich jetzt in Halstenbek fit.dpaKann Trainer Thomas Bliemeister heute mit seiner SV HR in Elmshorn antreten?
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Die Sons und HR: Bereits im Dezember 2011 besuchte Heung Min Son (Mitte, mit Richard Peper, Sponsor Michael Sottmann, HR-Manager Detlef Kebbe und HSV-Klubmanager Bernd Wehmeyer (v. li.)) HR. Sein älterer Bruder ist nun ebenfalls Gast am Lütten Hall.mm
Überflieger: HSV-Profi Heung Min Son (20) ist in Hamburg bereits eine Fußball-Größe, sein älterer Bruder Heung Yun (23) hält sich jetzt in Halstenbek fit.dpa
Kann Trainer Thomas Bliemeister heute mit seiner SV HR in Elmshorn antreten?

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17. Januar 2013, 01:14 Uhr

Halstenbek-Rellingen | Die koreanische Sprache hat so ihre Eigenarten. In Sätzen wird nicht selten das Subjekt weggelassen, wenn der Gesprächspartner weiß, was gemeint ist. Auch klingt Koreanisch in den Ohren eines Europäers fremd, eigenartig und abgehakt.

Für einen Deutschen ist es also alles andere als leicht, die asiatische Sprache, die seit dem 15. Jahrhundert existiert, zu erlernen. Dennoch könnte es gut sein, dass Thomas Bliemeister sich demnächst an die fremden Worte heranwagt und sich zumindest die koreanischen Grundbegriffe aneignet - schließlich hat der Cheftrainer der Oberliga-Fußballer der SV Halstenbek-Rellingen seit dem vergangenen Donnerstag einen Grund mehr, Koreanisch zu büffeln.

An diesem kalten Wintertag landete nämlich Heung Yun Son in Hamburg. Son? Richtig, der Name ist in der Hansestadt bekannt - spätestens seit Heung Min Son im August 2010 mit tollen Auftritten in die Stammelf des Hamburger SV drängte (u. a. mit einem Traumtor im Testspiel gegen den FC Chelsea).

Zwar ist der Name Son in Korea so häufig wie hierzulande der Name "Müller", in Hamburg und Umgebung aber eher selten, die Namensgleichheit also kein Zufall: Neuankömmling Heung Yun ist der ältere Bruder des Bundesliga-Stars Heung Min - und seit einer Woche bei Bliemeister und der SV Halstenbek-Rellingen im Probetraining.

"Er ist natürlich ein namhafter und besonderer Trainingsgast", weiß Bliemeister, betont aber, dass der 23-Jährige (wird morgen 24) nicht nur durch seinen berühmten Nachnamen auffällt: "Heung Yun hat bisher einen sehr guten Eindruck beim Probetraining hinterlassen", berichtet der 56-jährige Coach, "er war am Donnerstag, Montag und Dienstag bei unseren Trainingseinheiten dabei und man sieht sofort, dass er mit der Kugel etwas anfangen kann, obgleich man abwarten muss, wie das dann bei noch besseren Trainingsbedingungen aussieht, da wir aufgrund des kalten Wetters momentan ja nur auf vereistem Platz oder in der Indoor-Soccer-Halle in Bönningstedt trainieren können."

Aktuell hält sich Heung Yun zusammen mit einem weiteren koreanischen Talent, dem 17-jährigen Offensivakteur Kim, bei den Baumschulern fit. Genauso wie sein prominenter jüngerer Bruder Heung Min entstammt Heung Yun der bekannten Fußballschule, die ihr Vater Wong Jung in Chuncheon, dem Geburtsort der Fußball-Brüder, leitet - der Asia Football Academy. Mit der koreanischen Talentschmiede ging der HSV im vergangenen Juli eine Kooperation ein. Zukünftig sollen noch mehr asiatische Ballartisten den Weg in die Hansestadt finden.

Nach der Ableistung seines Wehrdienstes in Südkorea wollte der gelernte Stürmer Heung Yun zunächst bei der Familie sein. Sprich bei Bruder Heung Min und der gemeinsamen Mutter, die im Hamburger Stadtteil Eppendorf wohnen.

Bliemeisters Sohn Thies Bliemeister, der Geschäftsführer der erfolgreichen Spielervermittlungsagentur Sports United Sportmanagement und Berater von Heung Min ist, stellte den Kontakt her. "Wir geben ihm die Möglichkeit, sich bei uns fit zu halten und Fußball zu spielen", erläutert Thomas Bliemeister und fügt hinzu: "Ob es die Möglichkeit gibt, Sons älteren Bruder in der Rückrunde in unserem Oberligateam einzusetzen, muss noch geklärt werden. Dazu führen wir noch Gespräche, wenn mein Sohn Thies aus dem türkischen Belek zurück ist, wo er gerade diverse Vereine bei Trainingslagern besucht", so Bliemeister Senior weiter.

Die Sons und der Oberligist HR - das scheint zu passen. HSV-Stürmer Heung Min war schon des Öfteren zu Gast an der Thesdorfer Straße. Dass Koreaner sich am Lütten Hall wohlfühlen können, zeigte der 20-jährige Profi bereits im Juli 2010. Bei einem Testspiel der Rothosen in Halstenbek (7:0, unter Trainer Armin Veh), erzielte der damals noch weitgehend unbekannte Offensivmann einen Hattrick. Im Dezember 2011 kam der sympathisch-schüchterne Son dann ein zweites Mal zu Besuch. In Anwesenheit von Bliemeister, HR-Manager Detlef Kebbe, weiteren Vereinsoffiziellen und Sponsoren zog Heung Min die Gruppen des HR-Hallenturniers um den Sottman-Cup 2012.

Eine Vorgeschichte gibt es bereits und, wie man das von HR kennt, sind alle Rahmenbedingungen für das Gastspiel des prominenten Kickers gegeben. "Wenn mein Assistent Vahid Hashemian aus dem Iran zur Rückrunde wieder da sein wird, kann er Heung Yun mit dem Auto aus Eppendorf nach Halstenbek mitnehmen, beide wohnen nicht weit voneinander entfernt", verrät Bliemeister. Bisher fährt Mutter Son ihren Sohnemann zum Training oder aber - wenn er in Hamburg weilt - der Vater, der gleichzeitig ein wichtiger Ansprechpartner seiner Söhne ist.

Alles ist vorbereitet. Bleibt also nur noch ein Problem: Die Sprachbarriere. "Heung Yun spricht noch kaum Deutsch", berichtet Bliemeister. Das, so der erfahrene Fußballlehrer weiter, sei aber kein Problem: "Der Fußball ist international und hat seine eigene Sprache. Die Jungs verständigen sich auf dem Platz wie von selbst, mit Händen und Füßen. Und ein bisschen Englisch kann zur Not auch helfen."

Und wer weiß, vielleicht kauft sich Thomas Bliemeister doch noch ein kleines gelbes Buch mit der Aufschrift: "Koreanisch - Deutsch, Deutsch - Koreanisch".

Voraussetzung: Sein beSONderer Gast bleibt noch etwas länger am Lütten Hall.

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