Ein Elmshorner beim THW Kiel

Jannick Boldt spielt in der Handball-Bundesliga der männlichen A-Jugend / Mit fünf Jahren begann er beim EHT

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12. Oktober 2011, 03:59 Uhr

Kiel/Elmshorn | Wer ein erfolgreicher Sportler werden will, braucht Talent, Ehrgeiz und ein Quentchen Glück. So wie der siebzehnjährige Jannick Boldt: Der talentierte Handballer spielt beim THW Kiel in der Bundesliga der männlichen A-Jugend.

Durch seine Mutter Meike Boldt, früher Handballtrainerin beim Elmshorner Handball Team (EHT), fand Jannick Gefallen an diesem Sport. "Tennis und Fußball habe ich auch mal ausprobiert, aber Handball macht mir am meisten Spaß", so Jannick, der den 12. Jahrgang der Bismarckschule besucht.

Diese Leidenschaft für den Sport braucht er auch, schließlich kostet es viel Kraft, Nerven und Zeit, in der A-Jugend des Rekord-Vereins THW Kiel zu spielen.

Vier- bis fünfmal in der Woche trainiert er mit der Mannschaft in Kiel, hat zweimal pro Woche Fitness-Training in Elmshorn, und an den Wochenenden sind die Punktspiele. Dazu kommen stundenlange Anfahrten, wenn es zu Auswärtsspielen z.B. nach Usedom, Potsdam oder Magdeburg geht. Klar, dass Jannick für eine Freundin überhaupt keine Zeit hätte. "Ich genieße mein Single-Leben", sagt er.

Auch andere Einschränkungen nimmt Jannick ohne Murren in Kauf: Partys und Alkohol sind tabu, ausreichend Schlaf und eine sportgerechte Ernährung (wenig Fett, viel Eiweiß) sind wichtig. "Am Wochenende ist aber auch mal eine Pizza oder Cola drin", erzählt er.

Dass sich die Mühe lohnt, zeigt die aktuelle Saison. Nach fünf Spielen stehen die THW-Junioren auf dem vierten Tabellenplatz der Staffel Ost in der neugeschaffenen Junioren-Bundesliga. Zuletzt gewannen die Kieler "Jung-Zebras" am 8. Oktober 34:21 gegen den HSV. Jannick ist Linkshänder, spielt Rechtsaußen und warf allein in diesem Spiel sieben Tore.

Seine sportliche Karriere begann in Elmshorn beim EHT. Mit seiner dortigen Jugendmannschaft wurde Jannick unter anderem dreimal Hamburger Meister. Vor zwei Jahren wurde er vom Trainer der SG Flensburg-Handewitt abgeworben und verbrachte von August 2009 bis Juni 2010 ein Schuljahr in einem Flensburger Handball-Internat. Zwar wurden die 14 Schüler sportlich besonders gefördert, besuchten aber eine öffentliche Schule. Jannicks schulische Leistungen litten unter dem Stress, sodass er im Sommer 2010 nach Elmshorn und zur Bismarckschule zurückkehrte. Eine neue Mannschaft fand er schnell in Hamburg beim HSV und blieb bis Mitte 2011. Dann wechselte Jannick zum THW Kiel, wo er viele Mitspieler noch aus seiner Flensburger Zeit kennt.

Dennoch sei es "ein komisches Gefühl" gewesen, jetzt gegen die alten Mannschaftskollegen des HSV anzutreten. "Aber Jannick hat gut gespielt und gezeigt, dass er in der richtigen Mannschaft ist", meint sein Vater Rainer Boldt.

Jannick hofft, dass seine sportliche Karriere weitergeht. "Ich möchte so hoch spielen wie möglich", sagt er. Es sei aber selten, dass jemand von der A-Jugend gleich in die Profi-Mannschaft wechsele, schränkt Rainer Boldt ein. "Erst einmal steht das Abitur 2013 an erster Stelle."

Doch wer weiß, ob er nicht schon bald zur rechten Zeit am rechten Ort ist.

Wer Jannick in Aktion sehen will: Das nächste Heimspiel der THW-Junioren (gegen SG Flensburg-Handewitt) ist am 5. November um 17 Uhr in der Helmut-Wriedt-Halle, Rendsburger Landstraße, Kiel.

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