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Lokaler Sport

16. Dezember 2017 | 02:53 Uhr

Der Stolz auf "sein" Kind ist geblieben

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Alfred Fichtes Erinnerungen an 30 Jahre Internationales Karl-Heinz-Timm-Gedächtnisturnier mit vielen Jugend-Begegnungen

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Elmshorn | Die Mannschaften für das 30. Karl-Heinz Timm Gedächtnisturnier sind bereits seit Mittwoch im Kreis Pinneberg. Am gestrigen Tag kämpften die ältesten Teilnehmer, dieses Jahr die D-Jugend, um den begehrten Wanderpokal. Heute, Sonnabend, folgen ab 10 Uhr die jüngeren Fußballer der E- und F-Jugend und beweisen ihr Talent im Krückaustadion oder auf dem Rudolf-Diesel-Platz.

Das begehrte Jugendfußballturnier war vor 30 Jahren von Alfred Fichte ins Leben gerufen worden. "Einen Menschen ehren, der nicht Schauspieler oder Musiker ist, aber ein Menschen, der sich sein ganzes Leben für die Jugend eingesetzt hat", sagt der frühere Kreisjugendpfleger zu der Idee hinter dem Gedächtnisturnier.

Der früh verstorbene Jugendleiter Karl-Heinz Timm von Rasensport Elmshorn war so ein Mensch. "Er war eine außergewöhnliche Figur im Jugendbereich. Sein ganzes Leben hat er dem Jugendsport und seinem Verein gewidmet und viele Ausflüge und Erlebnisse für die Kinder organisiert", so Fichte. Ras po war Ausrichter des ersten Turniers im Jahre 1983 und erhielt damals Unterstützung vom Kreisjugendamt Pinneberg.

Das Turnier begann auf nationaler Ebene für F-Jugend-Mannschaften. Schon zur siebten Auflage 1989 kamen internationale Vereine aus Europa hinzu, die von Raspo eingeladen wurden. Partnerschaften entwickelten sich und Gäste aus England, Dänemark, Russland, Niederlande, Polen, Albanien, Schweden, Frankreich kamen mit ihren F-Jugendmannschaften nach Elmshorn.

Egon Boesten, Nachfolger von Alfred Fichte, erweiterte das Turnier im Jahre 1999 für alle Jugendmannschaften, auch Mädchenmannschaften, wodurch die Teilnehmerzahlen nochmals anstiegen. Auch Nachwuchsteams von Bundesligavereinen wie Werder Bremen nahmen teil.

Geprägt war dieses Turnier nicht nur durch den Sport, sondern ebenfalls durch die pädagogischen Erlebnisse. Das Rahmenprogramm umfasste beispielsweise Ausflüge ins Schwimmbad, Stadtbesichtigungen, Hafenrundfahrten, Freundschaftsspiele, Eröffnungs- und Abschlussfeiern. So lernten die Kinder, nicht nur auf dem Rasen , sondern auch außerhalb des Spielfeldes fair und sportlich miteinander umzugehen. Freundschaften wurden geknüpft und "beim Abschied fielen auch mal die einen oder anderen Tränen", so Fichte.

Themen wurden eingebaut und so lautete das Motto für das 8. Timm Turnier im Jahre 1990 "Wir bauen das Haus Europa". Für diese Großveranstaltung fertigten Berti Vogt (Deutscher Fußball-Bund) und Ulli Hoeneß (Manager FC Bayern München) persönlich Grußworte an. Dies hatte nicht nur für die Kinder eine große Bedeutung, sondern auch für das Organisationsteam, welches jährlich große Unterstützung von unzähligen ehrenamtlichen Helfern bekam, die bei der Essenausgabe, den Übernachtungen, den Ausflügen mithalfen, damit alles reibungslos verlief, die Gäste versorgt waren und sich wohlfühlten.

Auch die darauf folgenden Austragungen standen unter Überschriften wie "Kinder spielen im Haus von Europa" oder "Ein Spielefest für Kinder aus Europa - Alle Kinder dieser Welt gegen Ausländerfeindlichkeit". Vorhanden sind diese Themen nicht mehr. "Es ist schade, dass die Themen abgeschafft wurden. Sie waren die Höhepunkte der Veranstaltung und hatten eine eigene Bedeutung für das Fest", sagt der "Vater des Timm-Turniers" bedauernd.

53 Teams sind in diesem Jahr angereist. Dies sei eine gute Zahl, so Fichte, jedoch bedürfe es jemanden, der sich um das Turnier kümmert und dafür gerade steht. Hierbei appelliert er vor allem an die Vereine. Es sollte wieder auf einer Vereinsebene stattfinden und nicht auf der kommerziellen Ebene.

Fichte erhielt damals Unterstützung der Landräte. Ohne die wäre es nicht möglich gewesen, das Kinderfest stattfinden zu lassen. Der Kreis stellte die Zahlungen aufgrund von Sparmaßnahmen im Laufe der Zeit ein. Dabei ist so ein Turnier mit hohen Kosten verbunden, und ist somit auf Unterstützer von allen Seiten angewiesen. Fichte fordert: "Immer wieder wird von Prävention im Jugendsport gesprochen, und diese Veranstaltung bietet ein Beispiel wie es funktioniert. Der Staat ist in der Verantwortung, dies zu unterstützen, damit es weiterhin organisiert werden kann, doch diese Verantwortung erfüllt er nicht."

Trotz dieser Kritik: Der bekennende Anhänger von Schalke 04 blickt stolz zurück auf sein "Kind" Timm-Turnier. "Es ist erstaunlich, wie lange sich diese Veranstaltung in Elmshorn und Umgebung schon hält. Es ist das 30. Mal und ich bin stolz darauf!"

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