zur Navigation springen
Lokaler Sport

21. Oktober 2017 | 16:20 Uhr

"Der FCE ist auf einem guten Weg"

vom

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Hamburg/Elmshorn | Der SC Victoria bewegt sich derzeit zwischen zwei Welten. In der Regionalliga-Nord befindet sich der Hamburger Meister der Saison 2011/12 zwei Spieltage vor Saisonende im harten Abstiegskampf, im Hamburger Oddset-Pokalfinale ist das Team am kommenden Montag (16 Uhr, Lokstedter Steindamm) gegen den Oberligisten FC Elmshorn Titelverteidiger und Favorit zugleich.

Der Klassenerhalt in der Regionalliga ist noch möglich, auch wenn das Derby am Mittwoch gegen den Hamburger SV II mit 1:3 verloren ging und weil der FC Oberneuland vor einer Insolvenz steht und neben dem VfB Lübeck (abgemeldet) zum zweiten fixen Absteiger werden könnte. Bereits morgen muss "Vicky" zum nächsten Spiel gegen den Abstieg in Flensburg antreten. Vor dem Duell gegen Elmshorn spricht Ronald Lotz, Sportchef der Mannschaft von der Hoheluft, exklusiv über das anstehende Pokalfinale, die Entwicklung des FCE, Elmshorns Boss Helge Melzer sowie eine mögliche zukünftige Konkurrenz zwischen beiden Vereinen.

Herr Lotz, bisher reisen Sie mit dem SC Victoria höchstens durch Elmshorn durch, um in Kiel oder Flensburg Regionalliga zu spielen. Bald schon könnte der FC Elmshorn Ihr größter Konkurrent in der Oberliga oder ein Mitkonkurrent in der Regionalliga sein. Wie sehen Sie die Entwicklung in der Krückaustadt? Ronald Lotz: Ich bin keiner, der nur auf den eigenen Verein oder auf Hamburg blickt. Wir schauen über den Tellerrand hinaus. Und natürlich haben wir auch die guten sportlichen Entwicklungen beim FC Elmshorn registriert. Ich kann nur ausdrücklich loben, was dort passiert.

Der FCE will als frisch gebackener Hamburger Meister in die Regionalliga aufsteigen. Haben Sie keine Angst, bei einem Abstieg in die Oberliga als Hamburger Amateurprimus abgelöst zu werden? Nein, wir haben keine Angst, da unsere eigene Entwicklung so kalkuliert ist, dass wir einen Abstieg aus der Regionalliga gut auffangen können, ohne dass dann die Mannschaft oder das Gesamtkonstrukt auseinanderbricht. Grundsätzlich ist es gut für den gesamten Hamburger Fußball, wenn sich jenseits von den Nachwuchsteams des HSV sowie des FC St. Pauli reine Amateurklubs positionieren, die ein gutes sportliches sowie solides ökonomisches Konzept haben. Und hat der FCE aus Ihrer Sicht ein solches Konzept? Ich kenne die Finanzen und Strukturen des FCE nicht im Detail. Ich muss aber sagen, dass die Mannschaft sportlich überzeugt und auch das Auftreten von Helge Melzer und des Vorstandes sehr seriös und überzeugend wirkt. Sie sind auf einem guten Weg.

Aber ..?

Aber man muss sehen, wohin sich das Ganze entwickelt. Der FCE ist im letzten Jahr aus der Landesliga aufgestiegen und ist nur ein Jahr später Oberliga-Meister geworden. Ob die kurze Zeit allerdings ausreicht, um ein solides Regionalliga-Konzept auf die Beine stellen zu können, muss abgewartet werden. Wir zum Beispiel sind vier Mal in Hamburg Meister geworden und haben erst nach dem fünften Titel den Sprung in die 4. Liga gewagt.

Das heißt, Sie warnen den FCE davor, zu schnell hoch zu wollen?

Ich warne niemanden und muss den Verantwortlichen des FCE auch keine Ratschläge erteilen. Ich spreche rein aus unserer Perspektive. Schauen wir einmal in Richtung Finale. Warum setzt sich Vicky durch? Weil wir im Vergleich zum Meisterjahr noch einmal besser geworden sind. Wir haben uns im Winter punktuell verstärkt und noch mehr Qualität hinzu gewonnen. Das aktuelle Tabellenbild der Regionalliga Nord täuscht über unseren Leistungsstand hinweg. Es verschleiert zudem, dass wir das viertbeste Heimteam der Rückrunde sind. Darüber hinaus haben wir mehr Erfahrung im Kader als der FCE. Bei uns standen bereits über 15 Leute in einem Hamburger Pokalfinale, beim FCE mit Toni Ude und Thorben Reibe (Finale in Schleswig-Holstein mit dem VfR Neumünster, d. Red.) nur zwei. Und ich möchte mal sehen, welchem jungen Elmshorner Spieler am Montag vor dieser Kulisse nicht die Düse geht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen