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Lokaler Sport

18. Dezember 2017 | 12:24 Uhr

"Das Zeitfenster war zu klein"

vom

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Elmshorn | Wirbel um den Regionalliga-Verzicht des FC Elmshorn. Nicht nur die Spieler sind enttäuscht, auch zahlreiche Fans. Hauptgrund für den Verzicht: die Stadionproblematik. An der Wilhelmstraße ist der FCE nur Untermieter. Pächter - von der Stadt - ist nach der gescheiterten Trennung, die ursprünglich für den 1. Januar 2013 vorgesehen war, nach wie vor Kooperationspartner FTSV Fortuna Elmshorn. Das Krückaustadion gehört der Stadt Elmshorn. Im Interview spricht FCE-Präsident Helge Melzer über die aktuelle Lage.

Herr Melzer, Spieler, Trainer und Fans sind enttäuscht. Gabs wirklich keine andere Möglichkeit? Helge Melzer: Die Enttäuschung ist verständlich, auch der Vorstand ist enttäuscht. Aber wir dürfen uns nicht den Luxus erlauben, uns zu lange diesem Gefühl hinzugeben, da ein Verein und nicht nur die 1. Mannschaft weitergeführt werden muss. Das Zeitfenster war am Ende für alle Beteiligten zu klein, um alle offenen Fragen in Bezug auf die Umbaumaßnahmen im Krückaustadion zu finalisieren. Solange am Ende offene Fragen bleiben, sehen wir uns in der Verantwortung, umsichtig zu handeln. Die offene Kernfrage war am Ende, dass kein Verantwortlicher hätte sagen können, wann nach Genehmigung aller Anträge die Umbaumaßnahmen fertig gewesen wären. Das heißt, im schlimmsten Fall hätte der FCE womöglich die Hinserie oder länger an der Hoheluft in Hamburg spielen müssen. Dies war für uns keine Option. Die Problematik war doch schon länger bekannt. Schließlich hatten Sie beim Lizenzantrag neben dem Stadion an der Wilhelmstraße das Krückaustadion als zweite Spielstätte angegeben. Das war am 2. April. Was ist in Sachen Krückaustadion seitdem passiert? Hätten Sie die Verzichts-Erklärung nicht schon früher treffen können? Das ist ein Vorwurf, der ohne jegliches Hintergrundwissen von einigen vorgetragen wird, aber unzutreffend ist. Eine Regionalligameldung, gerade wenn ein Verein diese erstmalig betreibt, ist für einen Amateurverein an Komplexität kaum zu übertreffen. Nach Abgabe des Lizenzantrages hatten wir Anfang April sehr gute Gespräche mit Vertretern der Stadt Elmshorn in Bezug auf das Krückaustadion. Da aus zeitlichen Gründen bis Anfang Mai keine gemeinsame Begehung des Krückaustadions mit der Stadt, dem NFV und dem FCE möglich war, blieben logischerweise Fragen bezüglich des möglichen Bauaufkommens im Krückaustadion unbeantwortet - und sind es bis heute noch. Im Laufe der zweiten Mai-Woche mussten wir als Verein mit der Abwägung etwaiger Risiken beginnen. Aufgrund der Teilnahme am Oddset-Pokalfinale haben wir jedoch entschieden, mit der Möglichkeit des Verzichtes nicht an die Öffentlichkeit beziehungsweise Mannschaft zu treten, um den sportlichen Focus auf dem Finale zu belassen. Diese Entscheidung würde ich vermutlich in einer ähnlichen Situation wieder so treffen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Elmshorn war in den letzten Wochen sehr produktiv und wir freuen uns, mit der Planung für 2014 einen gemeinsamen Schulterschluss gefunden zu haben. Hypothetische Frage. Wo hätte der FCE eigentlich sein Relegationsspiel ausgetragen? Da dieses gemäß Oberligarichtlinien hätte ausgetragen werden können, an der Wilhelmstraße. Im Gegensatz zum Krückaustadion hatte der NFV das Stadion an der Wilhelmstraße bereits besichtigt. Hätte der FCE nach Umbaumaßnahmen dort Regionalliga spielen können? Vielleicht. Aber wir müssen zum Verständnis nochmal an den Ausgangspunkt zurück: Der NFV hat möglichen Aufsteigern in die Regionalliga eine kostenlose Stadionüberprüfung angeboten. Diese haben wir Anfang März dankend wahrgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt, also bis vor zweieinhalb Monaten, war die Regionalliga für uns niemals ein Thema. Während der Begehung haben wir sehr viele neue Informationen bezüglich der überarbeiteten Lizensierungsauflagen erhalten. Von diesem Tage an haben wir uns intensiv mit dem Thema Regionalliga beschäftigt. Leider hatte sich zwischen der Begehung der Wilhelmstraße und der Einreichung der Lizenzunterlagen der Umstand ergeben, dass eine Übernahme der Wilhelmstraße durch den FC Elmshorn nicht zustande kommen würde. Aufgrund dieser Tatsache haben wir bei der Meldung das Krückaustadion zusätzlich mit angegeben. Ob jedoch ein Regionalliga-Spielbetrieb an der Wilhelmstraße letztendlich möglich wäre, hätte noch behördlich geprüft werden müssen. Der NFV gibt nur an, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Ob diese zulässig und möglich sind, obliegt jedoch Indikatoren, wie zum Beispiel baurechtlichen Bestimmungen oder Sicherheitszuwegungen. Wie ist im Trennungs-Wirrwarr mit FTSV Fortuna der derzeitige Stand der Dinge? Der ausgearbeitete Vertragsentwurf ist zum größten Teil fundiert, etwaige Details müssten wieder angegangen werden. Zum Sportlichen. Viele befürchten, dass die erfolgreiche Mannschaft jetzt auseinanderbricht. Jan Lüneburg ist schon weg . . . Jede Saison kommen und gehen Spieler. Allein in dieser Saison hatten wir 14 Neuzugänge. Wir können als Verein versuchen, die regionalen Spieler in Elmshorn zu binden, jedoch gehören da immer zwei Vertragspartner zu. Einige Leistungsträger haben bereits einen Vertrag bis 2014, andere haben bereits verlängert und mit vielen stehen diese Tage die Gespräche an. War oder ist ein Rücktritt für Sie ein Thema? Nein, wieso auch? Der Verein steht aktuell auf dem sportlichen und wirtschaftlichen Höhepunkt seit der Vereinsgründung. Der FC Elmshorn ist Hamburger Meister, war Finalist im Oddset Pokal und hat die notwendige Wirtschaftlichkeit bewiesen, um die Lizenz für die Regionalliga ohne Auflagen zu erhalten.

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