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Lokaler Sport

17. Oktober 2017 | 12:28 Uhr

FCE - VfL Pinneberg : Das große Bruder-Duell

vom

Jan und Flemming Lüneburg treffen Freitagabend im Derby an der Wilhelmstraße aufeinander.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 08:59 Uhr

Elmshorn | Im Hause Lüneburg war am Mittwochabend die Welt wieder in Ordnung. Jan, der zwei Jahre ältere der beiden Fußball spielenden Brüder, hatte mit dem FC Elmshorn die Endspiel-Niederlage im Oddset-Pokal gegen Victoria mit einem 4:0 in der Oberliga beim SC Vier- und Marschlande ausgemerzt.

Auch Flemming, der Jüngere, durfte einen Sieg feiern: 1:0 mit dem VfL Pinneberg über den USC Paloma - und für den Klub aus der Kreisstadt war der Erfolg im direkten Duell der Abstiegsbedrohten Mannschaften ungleich wichtiger als der die Nerven streichelnde Dreier des FCE. "Das war überlebenswichtig", sagte Flemming Lüneburg gestern.

Endgültig gerettet ist der VfL vor dem letzten Spieltag am heutigen Freitag nicht, aber die Ausgangsposition gegenüber dem Niendorfer TSV (punktgleich, deutlich schlechteres Torverhältnis), Paloma (jetzt drei Punkte zurück, aber besseres Torverhältnis) und dem Bramfelder SV (drei Punkte zurück, schlechteres Torverhältnis) die beste. Der Fischer-Elf reicht ein Punkt, um ganz sicher drin zu bleiben. "Hätten wir die Punkte an Paloma verschenkt, wäre es ganz heiß geworden", weiß Flemming Lüneburg, denn der Gegner heute ist eben der FC Elmshorn (19 Uhr, Wilhelmstraße).

Der wird freiwillig keine Zähler abgeben, dafür ist FCE-Trainer Achim Hollerieth in jedem Spiel zu heiß. Und zu unlauteren Mitteln im Vorfeld greifen, etwa seinen torgefährlichen älteren Bruder per Fußhaken aus dem Spiel zu nehmen, mag Flemming Lüneburg auch nicht. "Das hat schon im Hinspiel nicht funktioniert", sagt er und lacht augenzwinkernd. Aber im Ernst: "Der FCE hat so eine gute Mannschaft, die können blind miteinander spielen. Dann ist es egal, ob Jan Lüneburg oder Toni Ude vorn steht."

Eineinhalb Jahre war auch Flemming Lüneburg Teil dieser Mannschaft, ehe er in der Winterpause zum Kreisrivalen wechselte. Holle rieth warf damals ihm und auch dem jetzt bei Bramfeld, bald ebenfalls beim VfL spielenden Torhüter Tim Brüggemann vor, nicht genug Kraft zu haben, um sich durchsetzen zu wollen. Nun ist der 21-jährige Groß- und Außenhandelskaufmann weit davon entfernt, schmutzige Wäsche waschen zu wollen, aber um eine Antwort ist er auch heute noch nicht verlegen: "Ich gehe zum Training, um am Wochenende Fußball zu spielen und nicht um auf der Bank zu sitzen." Und in der Hinrunde hatte Hollerieth auf einen festen Stamm gesetzt und kaum gewechselt. Flemming Lüneburg wurde lediglich zweimal eingewechselt, spielte nur 56 Minuten. Rotiert wird erst, seitdem der Aufstiegsplatz nahezu sicher war und die Belastungen durch die vielen Nachholspiele und den Oddset-Pokal immer größer wurden.

Kritisch beäugt Flemming Lüneburg auch die vielen Neuzugänge des Winters wie Sascha de la Cuesta oder Milos Ljubisavljevic. "Es ist schade, dass der FCE ein bisschen sein Konzept verloren hat, mit jungen Spielern aus Elmshorn und Umgebung zum Erfolg zu kommen. Jetzt holt man Leute aus Harburg", sagte er, will das aber keinesfalls als Vorwurf verstanden wissen, denn: "Wenn man nach oben will, muss man das wohl."

Den Weg der jungen Spieler beibehalten wird der VfL Pinneberg - und Flemming Lüneburg wird ein Teil dessen bleiben. "Egal, was kommt", bekräftigt er, also auch im ungünstigsten Fall morgen, des Abstiegs. Ändern wird sich zur nächsten Saison lediglich die Berufsbezeichnung in seinem Spielerpass. Statt Groß- und Außenhandelskaufmann wird dann dort Schüler stehen. "Ich mache ab 5. August mein Fach-Abitur nach", kündigte der Klein Nordender an, der nach Ausbildung und einem Jahr im Job bei Holz-Junge auf die Schulbank zurückkehrt.

Meisterfeier: Um sich für die Unterstützung bei den Fans zu bedanken, spendiert der FCE heute Abend nach dem Spiel gegen den VfL Pinneberg Freibier. Doch aufgepasst: nicht im Clubheim, sondern draußen an der Jugendbude.

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