Sepaktakraw : Ballartisten in der Olympia-Halle

Sepaktakraw-Artisten machten in der Elmshorner Innenstadt Werbung für den Dragons Cup.  Foto: cpe
1 von 2
Sepaktakraw-Artisten machten in der Elmshorner Innenstadt Werbung für den Dragons Cup. Foto: cpe

Welt-Elite trifft sich am Wochenende zum Dragons Cup in Elmshorn. Christian Rieck und Co. wollen Titel verteidigen.

Avatar_shz von
07. Juni 2013, 09:11 Uhr

Elmshorn | Sepaktakraw - das hört sich an wie ein indisches Reisgericht oder wie eine chinesische Nudelsuppe. Weit gefehlt. Sepaktakraw ist eine Art Volley-Fußball aus dem asiatischen Raum, die dem Anfänger Beulen am Kopf und blaue Flecken am ganzen Körper garantiert. Denn der Ball, den es über ein 1,55 Meter hohes Netz zu spielen gilt, ist eine 160 Gramm schwere, aus Rattan geflochtene Kugel, die zwar leicht, aber knochenhart ist.

Die Kugel darf mit dem ganzen Körper gespielt werden - ausgenommen Hände und Arme. Die besten Teams der Welt treffen sich dieses Wochenende beim Dragon’s Cup in der Elmshorner Olympiahalle. Titelverteidiger ist - überraschend - das Elmshorner Team.

In Malaysia und Thailand ist Sepaktakraw Nationalsport. Der weltbeste Spieler, Zabidi Shariff aus Malaysia, wird in Asien ebenso vergöttert wie "Fußball-Kaiser" Franz Beckenbauer in Europa. Shariff wird in seiner Heimat nur "Legend" genannt. Umso höher ist der letztjährige Erfolg der Elmshorner zu bewerten. Immer wenn in einer exotischen Sportart wie beim Volley-Fußball ein Außenseiter dem turmhohen Favoriten und Lehrmeister ein Bein stellen konnte, war der Jubel beim Underdog immens groß.

So gab es denn auch beim Dragon’s Cup 2012 in Elmshorn kein Halten mehr, als das aus Christian Rieck, Trung Tran und Amran Salleh bestehende Elmshorner Zweier-Team (mit Wechselspieler) das hoch favorisierte malaysische Duo Zabidi Shariff und Mohamad Irfan im Finale mit 2:1 Sätzen besiegte. Das wollen die Elmshorner in diesem Jahr wiederholen - wenn möglich.

Neben Sukarela Sepaktakraw Elmshorn als Gastgeber sind rund 30 internationale Teams aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweiz, Österreich, Malaysia, Singapur und Thailand am Start.

Die Auseinandersetzung mit der fremden Kultur hat zu großen Freundschaften der Teams untereinander geführt. So reisten die asiatischen Teams mit Elmshorner Spielern im Vorwege des Dragon’s Cup nach Berlin. Bei der größten internationalen Messe für Jugendkultur "You" stellten die Sportler ihren fernöstlichen Sport vor.

Die Fluglinie Malaysia Airlines hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sepaktakraw weltweit zu verbreiten und entsendet ihre Betriebssportler zu internationalen Turnieren. Zudem sponsort die Fluglinie Jahr für Jahr den Dragon’s Cup.

Aufgrund des guten Kontaktes der malayischen und Elmshorner Spieler ist sogar ein Schüleraustausch zustande gekommen, der bis heute gepflegt wird.

Sonnabend und Sonntag ist Showtime in der Olympiahalle. Dann fliegen die Bälle mit einer affenartigen Geschwindigkeit über das Netz und die Spieler artistisch durch die Luft. Über die Geschmeidigkeit, mit der die Asiaten in diesem Spiel den Ball selbst noch in Schulterhöhe mit dem Fuß übers Netz schmettern, werden die meisten europäischen Teilnehmer schwerlich jemals verfügen. Aber auch Außenseiter können Glück haben - wie im vergangenen Jahr.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen