Fußball : Badminton als Zeitvertreib

 Noch immer bedecken 10 Zentimeter Schnee den Rasen an der Wilhelmstraße.
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Noch immer bedecken 10 Zentimeter Schnee den Rasen an der Wilhelmstraße.

FCE-Boss kritisiert nach erneuter Generalabsage den HFV. SV Lieth wechselt die Sportart.

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22. März 2013, 09:06 Uhr

Elmshorn | Der Spielbetrieb ruht. Mal wieder, immer noch. Nach dem Hamburger Fußballverband (HFV), der die zweite Generalabsage hintereinander erteilte, wurden nun auch in Schleswig-Holstein fast alle Fußballspiele abgesagt. Das heißt: Süd-West-Verbandsligist VfR Horst, der morgen eigentlich beim FC Itzehoe hätte antreten sollen, verharrt mindestens eine Woche länger auf einem Abstiegsplatz.

Anders stellt sich die Lage bei Rot-Weiß Kiebitzreihe dar, obwohl auch der KFV Steinburg alles abgesagt hat. Die Kreisliga West ist dem KFV Dithmarschen unterstellt. Dort herrschen eigene Gesetze. Generalabsagen gibt’s an der Küste nicht, die Vereine sollen selbst entscheiden. "Das verstehe ich nicht", knurrt RWK-Trainer Uwe Clasen, "das verzerrt den Spielbetrieb und erschwert zudem unsinnigerweise die Planung."

Laut Ansetzung treffen die "Kiebitze" morgen auf ABC Wesseln. "Das wird nichts", sagt Clasen. Nur leise, unter der Hand. Denn: Vor Sonnabend darf keine Partie offiziell abgesagt werden.

Irgendwann wird auch in Kiebitzreihe wieder der Ball rollen. Bis dahin vertreiben sich die Spieler die Zeit mit Hallenfußball und Mannschaftsabenden, auf denen, so Clasen, "die Spiele bei schönem Wetter geplant werden."

Auch die SV Lieth geht in die Halle - zum Badminton spielen. "Das ist eine Gaudi und man kommt schön ins Schwitzen", so SVL-Coach Frank Pagenkopf, der in den vergangenen Wochen keine Trainingseinheit hat ausfallen lassen. Pagenkopf: "Wir haben unsere Einheiten voll durchgezogen, auch im Tiefschnee. Schließlich wollen wir für den Fall der Fälle gewappnet sein."

Der Fall der Fälle könnte bereits am Dienstagabend beim TSV Sasel eintreten. Das erste von acht Nachholspielen, die der Landesligist angehäuft hat. Insgesamt 14 Spiele haben die Klein Nordender noch zu absolvieren - wann auch immer.

Noch härter trifft es den FC Elmshorn. Der Oberliga-Tabellenführer, der in dem kurzen Zeitfenster, in dem Fußball möglich war, vier Siege holte, hat inklusive des Pokal-Viertelfinales bei Teutonia 05 (Karfreitag, 15 Uhr) noch 16 Spiele vor der Brust. Sollte der FCE bis ins Finale vordringen, erhöht sich die Zahl auf 18.

Alle zwei, drei Tage ein Spiel. Für FCE-Boss Helge Melzer zu viele innerhalb kurzer Zeit. Der Präsident wartet auf ein Signal vom HFV, wartet darauf, dass der Verband endlich eine Entscheidung trifft und die Saison über den letzten Spieltag (24. Mai) hinaus verlängert. Melzer: "Ich habe keine Ahnung, worauf der HFV noch wartet - echt albern."

Dabei geht es ihm weniger um die sportliche Fragwürdigkeit der Terminhatz, sondern vielmehr um die Gesundheit der Spieler. Melzer: "Ich habe keine Lust, dass plötzlich einer umfällt. Was Profis nicht zugemutet wird, darf Amateuren erst recht nicht zugemutet werden - absolut fahrlässig."

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