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Lokaler Sport

21. Oktober 2017 | 20:22 Uhr

Allein auf dem Zürichsee

vom

Die Elmshornerin Anke Tinnefeld über ihren ersten Schwimm-Marathon: "Etwas Außergewöhnliches und eine tolle Erfahrung"

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

ELMSHORN | Die längsten offiziellen Freiwasserwettkämpfe der Schwimmer gehen über 25 Kilometer. Deutschlands Vorzeigeschwimmerin Angela Maurer gehört international zu den besten auf dieser Marathonstrecke. Anke Tinnefeld aus Elmshorn hat noch mal 1,4 Kilometer draufgepackt. Ihr Urteil nach dem Internationalen Züricher Seeschwimmen über 26,4 Kilometern und 9:56 Stunden im Wasser "Das hat so viel Spaß gemacht."

Wann kommt man auf die Idee, so ein Extrem auf sich zu nehmen? "Bei meinem ersten Langdistanz-Triathlon im vergangenen Jahr", erzählt Tinnefeld lachend. "Da guckt man, was man noch so machen kann." Wenig später berichtete ihr Urte Jacobs vom Swim-Team Elmshorn über ihre Erfahrungen beim Züricher Seeschwimmen - und so ließ die Triathletin, für die entsprechende EMTV-Sparte als Pressewartin fungiert, Rennrad und Laufschuhe weg. Dazu kam das Signal ihre Tri-EMTV-Kameraden Paul Groth, sie - wie im Reglement vorgeschrieben - mit dem Kajack die ganze Zeit zu begleiten. Und warum das Ganze? "Weil es etwas Außergewöhnliches ist - und eine tolle Erfahrung."

Die begann am Freitag mit dem Flug nach Zürich. Groth war bereits einen Tag vorher mit dem Boot auf dem Anhänger mit dem Auto in die Schweizer Metropole vorgefahren. Sonnabend blieb so Zeit, für einige Vorbereitungen und ein letztes kurzes Training im See. Sonntagmorgen um 7 Uhr fiel dann der Startschuss, nachdem zuvor Tinnefeld und Groth das Kajack mit Verpflegung für den ganzen Tag bestückt hatten. "Der Start war mit 50 Einzelstartern im Vergleich zu einem Triathlon total entspannt", sagte Tinnefeld. Die Schwimmer wurden die ganze Zeit von einem Boot mit Arzt an Bord begleitet.

Der Pulk zog sich aber bald nach der Schlossbadi von Rapperswil auseinander. "Man war völlig auf sich allein gestellt", so Tinnefeld, die das als die mental schwerste Herausforderung empfand. Nur vereinzelt habe sie andere Schwimmer überholt oder sei überholt worden. Einzig immer in ihrer Nähe war Paul Groth. Anfassen durfte Tinnefeld das Boot unter Androhung der Disqualifikation aber nicht.

Tinnefeld wollte trotz der Wassertemperatur von rund 24 Grad Celsius nicht auf den Neoprenanzug verzichten. "Ich habe mich nicht getraut", so die ehemalige Reiterin, die aus Angst vor einer möglichen Unterkühlung auf der langen Strecke nach Aufhebung des Neoprenverbots den Schutzanzug anzog. Diese war aber unbegründet. Im Gegenteil: "Ich habe nachher meine Badekappe abgenommen, um die Hitze loszuwerden."

Das war nach der Phase, als kurzzeitig ein Unwetter über den Zürichsee hinwegzog - zum Glück ohne Regen und Gewitter, aber mit teilweise heftigen Winden. Die Böen wühlten das Wasser auf, hohe Wellen behinderten die Schwimmer. "Du hattest das Gefühl, du stehst im Wasser", so Tinnefeld über die extrem an den Kräften zehrende Stunde, die sie zwischen den Rennkilometern 13 und 15 erwischte. "Das hat sehr viel Zeit und Energie gekostet." Drei der sechs gestarteten Frauen stiegen in dieser Phase aus dem Rennen aus. Die Elmshornerin nicht. Sie biss sich durch und blieb mit Ausnahme kurzer Erholungsphasen sowie bei der Aufnahme von Kohlehydratreichen Gels oder Getränken - teilweise mit extra viel Koffein - dem Kraulstil treu. "Ich konnte sogar noch zulegen. Meine Arme waren unglaublich gut. Ich konnte auch zum Schluss noch richtig lange Züge machen", sagte sie.

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