Heiko Herrlich : Leverkusens Coach fordert gegen VfB «mehr Leidenschaft»

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich macht vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart Druck: «Wir wollen diese drei Punkte.»
Leverkusens Trainer Heiko Herrlich macht vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart Druck: «Wir wollen diese drei Punkte.»

Leverkusen hat die sportliche Situation in der Länderspielpause aufgearbeitet. Fazit von Trainer Herrlich: Es muss mehr Leidenschaft auf den Platz.

shz.de von
22. November 2018, 18:05 Uhr

Die Länderspielpause hat Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen zu einer schonungslosen Analyse der enttäuschenden sportlichen Zwischenbilanz genutzt.

«Wir sind uns alle darüber einig, dass die Intensität gefehlt hat. Hauptansatzpunkt ist, mehr Leidenschaft auf den Platz zu bringen», sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich am Donnerstag zum Ergebnis der Gespräche mit seiner Mannschaft.

Zuletzt hatte es für den ambitionierten Werksclub in einer bislang ernüchternden Saison zwei Niederlagen gegen die Spitzenteams 1899 Hoffenheim (1:4 daheim) und RB Leipzig (0:3 auswärts) gegeben. Am Freitag soll nun gegen Tabellenschlusslicht VfB Stuttgart mit aller Macht die sportliche Wende erfolgen. Dafür hat Herrlich auch die personellen Voraussetzungen. «Alle Spieler sind wieder gesund, wir können aus dem Vollen schöpfen. Zuletzt haben wir gegen ambitionierte Mannschaften gespielt, die vorne drin standen. Jetzt kommt Stuttgart, das Letzter ist. Auch da gibt es keine Alibis, wir wollen diese drei Punkte.»

Zurückkehren wird bei Bayer Karim Bellarabi, der wegen muskulärer Probleme in den vergangenen zwei Spielen gefehlt hatte. Der Stürmer hatte sich davor mit sieben Toren in fünf Pflichtspielen geglänzt. Sportchef Rudi Völler nahm den Trainer nach dem Leipzig-Spiel aus der Schusslinie und die Spieler in die Pflicht.

Die Defensive ist bislang Leverkusens großes Problem, mit 24 Gegentreffern hat Bayer wie Stuttgart den zweitschlechtesten Wert der Liga. Herrlich hatte auch indirekt die fehlende Unterstützung der Offensivspieler in der Rückwärtsbewegung kritisiert.

Stuttgarts neuer Trainer Markus Weinzierl sah nach drei deutlichen Niederlagen zum Auftakt seiner Tätigkeit vor der Länderspielpause beim 2:0 in Nürnberg endlich den ersten Lichtblick. Gleichwohl zeigt er vor allem großen Respekt vor der Leverkusener Offensive. «Wenn du dir nur die Offensivqualität anschaust, ist es eigentlich unvorstellbar, dass sie nur auf Tabellenplatz 13 stehen», meinte Weinzierl. «Weil sie da mit Havertz, mit Brandt, mit Bellarabi, mit Volland, mit Alario, mit Bailey richtig, richtig Qualität haben. Das sind Ausnahmespieler. Havertz ist ein sensationeller Spieler in meinen Augen», schwärmte Weinzierl über den 19-Jährigen, der zuletzt im Spiel Deutschlands gegen Russland (3:0) seine Qualitäten zeigte.

Auch Heiko Herrlich sieht den Gegner besser, als es die Tabelle ausweist. «Unabhängig vom Trainerwechsel verfügt Stuttgart über einen starken Kader. Sie sind in einen Negativflow gekommen. Gegen Nürnberg haben sie gezeigt, dass sie mehr können. Diesen Schwung wollen sie mitnehmen. Wir wollen den Schwung aufhalten», sagte Herrlich. Das muss sein Team auch, sonst könnte die Geduld mit dem Trainer schnell endgültig aufgebraucht sein.

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