FC Bayern München : Kovac gibt kein neues Ziel aus - Meisterschaft im Hinterkopf

Bayern-Trainer Niko Kovac bleibt beim Saisonziel Meisterschaft.  
Bayern-Trainer Niko Kovac bleibt beim Saisonziel Meisterschaft.  

Der FC Bayern startet in ungewohnter Rolle in den Jahresendspurt. Sieben Punkte hinter Dortmund, Platz fünf - das muss geändert werden. Ansage vom Chef: «Mannschaft und auch der Trainer sind gefragt.»

shz.de von
23. November 2018, 13:17 Uhr

Bye bye Meisterschaft? «Nein, im Hinterkopf habe ich immer noch das gesteckte Ziel - wie der gesamte Club auch», sagte Niko Kovac. Allerdings fehlte der Antwort des Bayern-Trainers irgendwie ein kämpferischer und überzeugender Tonfall.

Mit sieben Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund gehen die Münchner weit abgehängt in den Jahresendspurt mit noch sechs Partien in der Fußball-Bundesliga und zweien in der Champions League. Den siebten Meistertitel am Stück will Kovac trotzdem nicht abschreiben. Und er hält es für verfrüht, allein einen Champions-League-Platz als neues Saisonziel auszurufen: «Davon sind wir noch weit weg. Es ist erst ein Drittel der Saison gespielt.»

Der Blick des 47 Jahre alten Trainers richtet sich wegen des fünften Tabellenplatzes vor dem Heimspiel am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf aber nicht so sehr auf den BVB, sondern auf die ebenfalls vor dem Serienchampion (20 Punkte) platzierten Teams von Borussia Mönchengladbach (23), RB Leipzig (22) und Eintracht Frankfurt (20). Sie belegen mit dem BVB die Königsklassenränge.

«Wir können nicht nach oben schauen. Wir müssen erstmal die Mannschaften vor uns überholen», sagte Kovac. Seine Marschroute bis Weihnachten lautet: «Wir reden nicht über das Ziel Meistertitel, sondern darüber, genügend Punkte zu holen, um in der Rückrunde in einer guten Ausgangslage starten zu können.»

Das erwarten auch die Bayern-Bosse. Karl-Heinz Rummenigge wünscht sich «eine vorweihnachtliche Erfolgsgeschichte». Der Vorstandschef fordert, dass Kovac und sein Starensemble konstant Topleistungen und positive Ergebnisse liefern. «Ich denke, die Mannschaft und auch der Trainer sind jetzt gefragt, dass wir versuchen, verlorenes Terrain wieder zurückzugewinnen», äußerte Rummenigge deutlich.

Alle Münchner Protagonisten agieren auf Bewährung, auch wenn der Versuch erkennbar ist, gerade nach außen Ruhe zu bewahren. «Wir sollten nicht den Fehler machen, weil wir aktuell nicht da sind, wo wir selber gerne wären, nämlich ganz oben, dass wir alles infrage stellen», äußerte Rummenigge bei der Übergabe des neuen Mannschaftsbusses an den Rekordmeister am Donnerstagabend.

Personell entspannt sich die Situation beim BVB-Jäger, auch wenn Flügelstürmer Kingsley Coman und Mittelfeldspieler Thiago gegen Düsseldorf und am kommenden Dienstag gegen Benfica Lissabon in der Champions League noch keine Option seien, wie Kovac berichtete.

Arjen Robben hat jedoch seine Knieprobleme überwunden. Und Kovac plant für die Startelf gegen die Fortuna auch fest mit Torjäger Robert Lewandowski und Außenverteidiger Joshua Kimmich, die mit leichten Blessuren von ihren Nationalteams zurückgekehrt waren.

Kovac weiß, dass gegen den Aufsteiger die Negativserie von drei sieglosen Bundesliga-Heimspielen enden muss. «Wir wissen, dass wir das Spiel gewinnen müssen», sagte er. Man treffe wieder mal auf einen Gegner, «der nichts zu verlieren hat». Ähnlich wie gegen den FC Augsburg und den SC Freiburg, als jeweils nach einer Führung nur ein mageres 1:1 heraussprang. «Das darf uns nicht passieren», sagte Kovac zu den leichtfertig in den Schlussminuten verspielten vier Punkten.

Sein Matchplan gegen den auswärts sieglosen Tabellenvorletzten aus Düsseldorf lautet darum: «Wir müssen möglichst früh ein Tor erzielen, um Sicherheit zu kriegen - und dann das zweite Tor nachlegen.»

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