Geldstrafen für Spieler angedroht : Knien bei der Hymne: NFL bestraft Protest gegen Rassismus

<p>Die NFL verbietet den Footballern in der kommenden Saison sich während der Nationalhymne hinzuknien.</p>

Die NFL verbietet den Footballern in der kommenden Saison sich während der Nationalhymne hinzuknien.

Mit dem Knien bei der Nationalhymne protestierten NFL-Profis gegen Rassismus – nun hat die Liga ein Verbot ausgesprochen.

shz.de von
23. Mai 2018, 19:39 Uhr

Es ist vor allem auch eine politische Entscheidung: Am Mittwoch haben sich die NFL-Eigentümer darauf geeinigt, dass es Geldstrafen geben soll, wenn Spieler während der Nationalhymne vor dem Spiel in die Knie gehen. 

Das Thema hatte die USA und vor allem die National Football League in den letzten Wochen und Monaten stark beschäftigt. Es wurde teilweise sehr kontrovers darüber debattiert, ob die Protestform des Kniens während der Hymne den Spieler erlaubt sein dürfe. Auch US-Präsident Donald Trump hatte sich eingeschaltet.

Nach den neuen und am Mittwoch offiziell kommunizierten Richtlinien der NFL wird ein Verein bestraft, wenn Spieler oder Teamverantwortliche auf dem Feld knien und „keinen Respekt für die Flagge und Hymne zeigen.“ Die Spieler hätten aber die Möglichkeit, während der Hymne in der Kabine zu bleiben und würden nicht gezwungen, auf dem Spielfeld zu stehen. 

„Es war bedauerlich, dass Demonstrationen auf dem Feld bei vielen Fans und Zuschauern eine falsche Wahrnehmung hervorriefen, nämlich dass Tausende von NFL-Spielern unpatriotisch waren“, teilte NFL-Kommissar Roger Goodell in einer schriftlichen Erklärung mit. „Das ist nicht und war nie der Fall.“

Colin Kaepernick, damals Quarterback von San Francisco hatte sich erstmals im Jahr 2016 während der Hymne hingekniet, um gegen die ungleiche Behandlung von Afroamerikanern in den USA zu protestieren. Die Proteste waren weitgehend abgeklungen, bis Präsident Trump sich in der letzten Saison öffentlich zu Wort meldete und in Folge die Kontroverse wieder aufflammte. Die Besitzer der 32 NFL-Teams stritten seither über die richtige Herangehensweise und einigten sich am Mittwoch.

Spielergewerkschaft kündigt Prüfung an

Der Sprecher der Spielergewerkschaft NFLPA, George Atallah, reagierte auf die Ankündigung der Liga skeptisch: Man sei nicht vorab informiert oder konsultiert worden. Die Gewerkschaft wolle die Maßnahmen nun kritisch hinterfragen und überprüfen.

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