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Millionärs-Trend : Kick and Rush: Fahrende Fußballer ohne Führerschein

vom
Aus der Onlineredaktion

Neue Regel im Profi-Fußball: Ab einer bestimmten Gehaltsstufe braucht es keinen Führerschein mehr.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2016 | 17:07 Uhr

Fußballer drücken ungern auf der Bank – vielleicht ist das der Grund dafür, dass Autofahren ohne Führerschein unter Profis merkwürdig populär ist. Meist blüht aufgeflogenen Kickern ohne Führerschein ja auch nur eine Geldstrafe für die gefährlichen Ausflüge im Luxus-Vehikel. Die Hemmschwelle zu Fahrstunden und Idiotentest in Eigenregie ist überdies gering. Ein Überblick über erwischte Missetäter aus dem Königreich Fußball.

Allan Saint-Maximin - der Neue im Club

Foto: dpa

Jetzt wurde Allan Saint-Maximin, Jung-Profi von Hannover 96, offenbar ohne gültige Fahrerlaubnis erwischt. Der Franzose soll mit einem gefälschten Führerschein aus Bulgarien unterwegs gewesen sein. Beim Abbiegen stieß er mit einer Straßenbahn zusammen, damit kam die Polizei ihm auf die Schliche. „Wir sind über den Vorfall informiert, warten die Ermittlungen der Polizei ab“, sagte Geschäftsführer Martin Bader der „Bild“. Laut Polizeisprecher ermittelt die Polizei wegen Urkundenfälschung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung gegen die 19-jährige Leihgabe vom AS Monaco.

Marcelo -  der Bürokratie-Muffel

Foto: dpa

Marcelo – bis Sommer ebenfalls Kicker von Hannover 96 – wurde 2015 zu einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro verurteilt. Er hatte es nicht für nötig erachtet, seinen brasilianischen Führerschein umschreiben zu lassen. Zu seinem Unglück geriet er in eine Verkehrskontrolle und hatte nur seinen ungültigen Lappen aus seiner Heimat dabei. Das Amtsgericht Hannover erteilte ihm obendrein einen Monat Fahrverbot. Das gab ihm Zeit für den nötigen Behördengang.

Jermaine Pennant - der Tempodribbler mit der Fußfessel

Foto: dpa
 

Ein beinahe renitenter Fall von völliger Ignoranz der Regeln ist der Engländer Jermaine Pennant. Der Ex-Liverpooler wurde im Jahr 2004 zu einem 16-monatigen Führerscheinentzug verurteilt, nachdem er in London spontan den Rechtsverkehr ausprobiert hatte. Im März 2015 (also vor Ablauf der Sperre) wurde er zu drei Monaten Haft verurteilt, weil er seinen Mercedes sturzbetrunken gegen einen Laternenmast gesetzt hatte. Es stellte sich vor Gericht heraus, dass er Analphabet ist. Nach 30 Tagen durfte er das Gefängnis verlassen. Er wurde daraufhin der erste Profi, der während des Spiels eine elektronische Fußfessel tragen musste. 2012 gab es nochmal einen Frontalchrash unter Alkohol mit einem nicht versicherten Auto, der ihm eine dreijährige Führerschein-Sperre und ein paar Tage Gefängnis einbrachte.

Wendell - im Eiertanz nach Hollywood

Foto: dpa

Marcelos Landsmann Wendell von Bayer Leverkusen wurde ebenfalls 2015 in Köln ohne Fahrerlaubnis erwischt. Der entlarvenden Verkehrskontrolle wollte er sich mit einer spontanen Flucht entziehen, er fuhr in Schlangenlinien. Alkohol war nicht im Spiel, er war einfach nur ungeübt in der Disziplin. Ergebnis der Verfolgungsjagd laut Medienberichten: Handschellen und Fahrverbot.

Arturo Vidal - Ferrari trifft Martini

 
  Foto: dpa

Auch Arturo Vidal von Bayern München, der vor einigen Monaten wegen einer Alkoholfahrt inklusive Ferrari-Zerschrottung in seiner Heimat Chile in die Schlagzeilen geriet, wurde schon mal ohne gültigen Führerschein erwischt. Es geschah zu seiner Zeit im Trikot von Bayer 04 Leverkusen, als er beim Rückwärtsfahren ein Auto rammte und Fahrerflucht beging. Wie Marcelo hatte er seinen Führerschein nicht umschreiben lassen.

Marco Reus - der Auto-Didakt

 
  Foto: Bernd Thissen

Nationalspieler Marco Reus ist das wohl prominenteste und dreisteste Beispiel für Fahren ohne Führerschein. Er machte sogar Werbung für Opel. Jahrelang fuhr der Dortmunder Offensiv-Dampfmacher laut Zeugenberichten wie selbstverständlich mit dem Auto zum Training. Nach einem Führerschein gefragt wurde er nicht. Obwohl er nie im Besitz einer Fahrerlaubnis gewesen war, hatte er sich trotzdem hinters Steuer gesetzt. Nachdem dem Polizei ihn erwischte, erteilte das Gericht einen Strafbefehl in Höhe von 540.000 Euro. Im schlimmsten Fall hätte ihm einen Freiheitsstrafe gedroht.

Karim Benzema - der Motoriker

 
  Foto: Yoan Valat
 

Er sei in ein Wettrennen verwickelt worden, sagte Real Madrids Stürmer Karim Benzema. Dieses nicht gerade von Reue zeugende Statement sollte seiner Verteidigung vor Gericht dienen. Mit 216 Stundenkilometern Tempo war er geblitzt worden, erlaubt waren aber nur 100. 18.000 Euro Strafe musste der Franzose zahlen und den Führerschein abgeben. 2009 hatte der Stürmer zwei Autos binnen eines Monats zu Schrott gefahren. Regelmäßig leistet er sich Geschwindigkeitsüberschreitungen, beim Fahren ohne Führerschein hat man ihn allerdings nie erwischt.

Carlos Tévez -  der Sozialarbeiter

Foto: dpa
 

Finanziell deutlich günstiger weg als Marco Reus kam der ehemalige Manchester-City-Profi Carlos Tévez – heute Boca Juniors. Zu 250 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 1800 Euro Geldstrafe wurde der Argentinier zu seiner Zeit in England verdonnert. Er war ohne Versicherung und trotz abgenommenen Führerscheins Auto gefahren. Letzterer war bereits weg, weil nicht auf die die Briefe der Polizei wegen zu schnellen Fahrens reagiert hatte. Nach kurzer Verhaftung wurde er wieder freigelassen.

Die Prüfung der Fahrerlaubnis und -Tauglichkeit beim obligatorischen Medizincheck im Rahmen eines Transfers wurde bislang nicht ins Gespräch gebracht. Vielleicht sollte sich das ändern.

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