Medienbericht : Julian Nagelsmann erklärt Absage an Real Madrid

Julian Nagelsmann trainiert ab Sommer 2019 RB Leipzig.
Julian Nagelsmann trainiert ab Sommer 2019 RB Leipzig.

Real Madrid ist der erfolgreichste Fußball-Verein der Welt. Jedoch folgt nicht jeder Coach dem Lockruf der Königlichen.

shz.de von
25. Juli 2018, 07:56 Uhr

Sinsheim | Julian Nagelsmann war beziehungsweise ist immer noch einer der begehrtesten Fußball-Lehrer im Geschäft. Mit gerade einmal 31 Jahren führte der Coach die TSG Hoffenheim in die Champions League. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten. Auch RB Leipzig war interessiert – und erhielt den "Zuschlag".

Zur Saison 2019/20 übernimmt Nagelsmann die Leipziger. Der Ost-Verein kann sich etwas auf die Verpflichtung des Trainers einbilden. Denn kein geringerer Verein als Real Madrid hatte zuvor beim deutschen Coach angeklopft. Die Königlichen gewannen zuletzt zum dritten Mal in Folge die Champions League. Tradition und Erfolg prägen Real Madrid.

"Wer würde wegdrücken?"

Doch Nagelsmann sagte ab. "Es ist auch nicht so, dass ich nicht über das Angebot nachgedacht habe. Wer würde wegdrücken, wenn Real Madrid anruft", gibt Nagelsmann im Gespräch mit der "Sportbild" zu. Doch nach reiflichen Überlegungen folgte die Absage, Real verpflichtete den ehemaligen spanischen Nationaltrainer Julen Lopetegui.

Familiäre Gründe

"Wenn meine Trainerkarriere einigermaßen weiterläuft, bietet sich vielleicht später noch einmal die Gelegenheit, einen Verein in dieser Kategorie zu übernehmen", erklärt Nagelsmann. "Auch aus familiären Gründen passte es nicht so gut, ins Ausland zu wechseln."

Tatsächlich ist Hoffenheim seine erste Profi-Station als Trainer, seit 2013 leitet er die Geschicke der Sinsheimer. Real Madrid wäre laut Nagelsmann wohl zu früh gekommen. "Als zweite Station dort einen Drei-Jahres-Vertrag zu unterschreiben, wäre also vermutlich nicht zu toppen gewesen. [...] Ich kann den Peak also noch ein bisschen rausschieben."

Nagelsmann will indes bescheiden bleiben und begründet die Real-Absage weiter: "Das große Problem unserer Gesellschaft ist der Hang nach Maximierung. Es geht nur noch darum, krasser zu sein als der Nachbar. Das größte Auto, das größte Bankkonto, das größte Haus zu haben. Da will ich nicht dabei sein."

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