Rassistische Tat : Italienische Leichtathletin nach Eierwurf-Attacke: "Es ist traurig"

Daisy Osakue will trotz ihrer Augenverletzung bei den European Championships teilnehmen.
Daisy Osakue will trotz ihrer Augenverletzung bei den European Championships teilnehmen.

Aus einem fahrenden Auto wurde die Diskuswerferin Daisy Osakue mit Eiern beworfen und am Auge verletzt.

shz.de von
03. August 2018, 11:24 Uhr

Berlin/Rom | Nach der Eierwurf-Attacke auf sie hat die italienische Leichtathletin Daisy Osakue vor dem latenten Rassismus in ihrem Geburtsland gewarnt. "Es ist traurig, das sagen zu müssen, aber man spürt diese Spannungen überall. Diesmal war es noch ein Ei, aber beim nächsten Mal ist es vielleicht ein Stein, eine Flasche oder was auch immer", sagte die 22-Jährige, die nigerianische Wurzeln hat, in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt" (Freitag).

Auf die Frage, ob es in Italien Rassismus geben würde, antwortete Osakue: "Rassismus gibt es auf der ganzen Welt. Aber ich verstehe nicht, warum wir in Italien in letzter Zeit unbedingt jemandem die Schuld geben und alle möglichen Vorwände erfinden müssen für die Dinge, die nicht funktionieren. Ich will ja nicht übertreiben, aber genau das hat auch Hitler getan."

Osakue war am vergangenen Montagabend in der Nähe von Turin aus einem fahrenden Auto mit einem Ei beworfen worden. Dabei erlitt sie eine Hornhautablösung am linken Auge und musste in der Klinik behandelt werden. Inzwischen wurde sie entlassen. Die Diskuswerferin und Kugelstoßerin will trotz der Verletzung in der kommenden Woche bei den Leichtahletik-Europameisterschaften in Berlin (6. bis 12. August) an den Start gehen.

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