Historie : Im vierten Versuch: England bricht den Bann des WM-Elfmeterschießens

Endlich: Im vierten WM-Elfmeterschießen behielt die englische Nationalmannschaft die Nerven.
Endlich: Im vierten WM-Elfmeterschießen behielt die englische Nationalmannschaft die Nerven.

Die englische Fußball-Nationalmannschaft scheiterte bei den WM-Turnieren 1990, 1998 und 2006 vom Punkt aus.

shz.de von
04. Juli 2018, 07:16 Uhr

Moskau | Die "Three Lions", wie die englische Nationalmannschaft auch genannt wird, war der Inbegriff des Scheiterns im Elfmeterschießen – bis jetzt. Im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Russland bezwang die Mannschaft von Trainer Gareth Southgate Kolumbien nach Elfmeterschießen mit 4:3. "Football is coming home" ertönte im Anschluss aus den Stadionlautsprechern. Der Fluch, der offensichtlich auf der englischen Nationalmannschaft lastete, ist gebrochen. Drei Mal zuvor erlebten die "Three Lions" bitterste Niederlagen – die Chronik.

1990: Angstgegner Deutschland

Stuart Pearce verschoss einen Elfmeter gegen Bodo Illgner.
Imago/AFLOSPORT
Stuart Pearce verschoss einen Elfmeter gegen Bodo Illgner.

England mühte sich bei der WM 1990 in Italien ins Halbfinale. Einem 1:0 nach Verlängerung gegen Belgien im Achtelfinale folgte ein 3:2 gegen Kamerun im Viertelfinale, ebenfalls nach Verlängerung. Im Halbfinale wartete der Angstgegner Deutschland. Dort stand es nach 90 Minuten 1:1, auch die anschließenden 30 Minuten brachten keine Veränderung. Vom Punkt aus trafen für Deutschland Andreas Brehme, Lothar Matthäus, Karl-Heinz Riedle und Olaf Thon. Auf der anderen Seite waren Gary Lineker, Peter Beardsley und David Platt erfolgreich. Stuart Pearce und Chris Waddle scheiterten am deutschen Nationalkeeper Bodo Illgner.

1998: Drama gegen Argentinien

David Batty (Nummer 8) mussste von Gary Neville (l.) und Teddy Sheringham getröstet werden.
Imago/Camera4
David Batty (Nummer 8) mussste von Gary Neville (l.) und Teddy Sheringham getröstet werden.

Bei der WM in Frankreich war bereits im Achtelfinale Schluss. Nach 90 Minuten und Verlängerung fand sich kein Sieger in der Partie zwischen England und Argentinien. Das Elfmeterschießen musste entscheiden. Nach dem Sergio Berti für die Südamerikaner und Alan Shearer für die "Three Lions" trafen, verschoss Hernán Crespo. Das Viertelfinale war zum Greifen nah. Doch direkt im Anschluss scheiterte auch Englands Paul Ince. Den finalen Versuch brachte letztlich David Batty nicht im Tor unter.

2006: Rooney sieht Rot

Schockierte Gesichter beim Platzverweis von Wayne Rooney.
Imago/Reporters
Schockierte Gesichter beim Platzverweis von Wayne Rooney.

Was war das für ein Kraftakt der Engländer bei der WM 2006 in Deutschland. Im Viertelfinale gegen Portugal sah Stürmerstar Wayne Rooney bereits nach 62 Minuten die Rote Karte (Tätlichkeit). Fortan spielten die "Three Lions" in Unterzahl und retteten sich ins Elfmeterschießen. Dort kam es jedoch knüppeldick für England. Lediglich Owen Hargreaves traf vom Punkt. Frank Lampard, Steven Gerrard und Jamie Carragher schafften es nicht, einzunetzen. Bitter: Bei Portugal verschossen Hugo Viana und Petit. Dennoch reichte es für die Engländer nicht, den entscheidenden Elfmeter verwandelte Cristiano Ronaldo sicher.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen