Vor Bundesliga-Finale : HSV-Fans stehen hinter der Mannschaft, Labbadia mit Drama-Erfahrung

<p>Hoffnungstrainer unter sich: Christian Titz (links) vom HSV hofft, am letzten Spieltag Bruno Labbadia und den VfL Wolfsburg zu überholen. </p>

Hoffnungstrainer unter sich: Christian Titz (links) vom HSV hofft, am letzten Spieltag Bruno Labbadia und den VfL Wolfsburg zu überholen.

Vor dem Abstiegsfinale ist die Stimmung beim Fußball-Bundesligisten HSV gut. Anders sieht es beim VfL Wolfsburg aus.

shz.de von
11. Mai 2018, 07:25 Uhr

Hamburg | Der letzte Akt ist der spannendste. Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg wollen den direkten Absturz in die 2. Bundesliga vermeiden. 

Hamburger SV: Der jüngste Trend, die positive Stimmung in der Stadt und vor allem Trainer Christian Titz haben eine Wende eingeleitet. Fans und Team mögen sich wieder. Zuletzt kamen 2000 Zaungäste, spendeten Beifall und sangen: "Niemals 2. Liga!" Titz war sichtlich beeindruckt angesichts dieser Unterstützung: "Das ist überraschend, man fühlt sich geschmeichelt und freut sich für die Mannschaft. Diese Leidenschaft macht diesen Verein aus. Ich habe gedacht: Am liebsten gehen wir raus und könnten jetzt spielen."

Spätestens seit dem Dienstantritt von Titz steht der HSV mit dem Rücken zur Wand. Keine einfache Aufgabe für den Coach. Vor dem Saisonfinale zeigte sich Titz auf der Pressekonferenz demütig: "Es ist außergewöhnlich, dass jemand Trainer oder Spieler in der Bundesliga sein darf. Dass wir so ein Spiel spielen dürfen, verdanken wir den Menschen, die diesen Sport leben. Wir sind dafür verantwortlich, ob das Wochenende gut oder schlecht wird."

<p>Erreicht Trainer Christian Titz mit dem HSV am letzten Spieltag noch die Relegation?</p>
Imago/Michael Schwarz

Erreicht Trainer Christian Titz mit dem HSV am letzten Spieltag noch die Relegation?

Aus eigener Kraft können die Hamburger den Relegationsplatz nicht mehr erreichen. Zeitgleich muss der direkte Konkurrent VfL Wolfsburg gegen den bereits abgestiegenen 1. FC Köln verlieren. "Das Spiel gegen Köln ist sehr offen. Aber wenn mir jemand vor sieben Wochen gesagt hätte, dass wir noch die Relegation schaffen können am letzten Spieltag – dann überwiegt der Positivgedanke, dass wir es schaffen können", herrscht bei Titz das Prinzip Hoffnung.

<p>Reicht es bei Nicolai Müller für 90 Minuten gegen Gladbach?</p>
Imago/Michael Schwarz

Reicht es bei Nicolai Müller für 90 Minuten gegen Gladbach?

Apropos Hoffnung: Nach einem Kreuzbandriss wurde Nicolai Müller gegen Eintracht Frankfurt eingewechselt. Ob es für den Flügelflitzer schon über 90 Minuten gegen Gladbach reicht, lässt Titz offen: "Wir überlegen, wie wir in der Offensive aufstellen. Einen Spieler nach so langer Pause 90 Minuten zu bringen ist schwierig. Wir haben uns noch nicht entschieden, aber es ist positiv, offensiv so viele Optionen zu haben."

Vfl Wolfsburg: "Ich kenne die Situation und konnte diese immer wieder meistern. Ich weiß, wie wir in den letzten Wochen gearbeitet haben und glaube fest daran, dass wir es schaffen können", betonte Wolfsburg-Coach Bruno Labbadia auf der Pressekonferenz des VfL. Für seine taumelnde Mannschaft spricht vor allem der Gegner Köln.

Mit drei Punkten am Samstag kann der VfL selbst nicht mehr direkt absteigen. Auch Labbadia ist ein Hoffnungsträger. Der Coach schaffte in einer ähnlichen Situation beim Hamburger SV über den Umweg Relegation noch den Klassenverbleib. Dabei baut Labbadia, der den HSV selbst in den Relegationsspielen gegen Greuther Fürth in der Saison 2013/14 vom Abstieg rettete, auf die Fans: "Jetzt ist es entscheidend, die kompletten 90 Minuten hinter der Mannschaft zu stehen. Wenn wir zusammenhalten, wird das ein großer Vorteil für das Team sein." In den vergangenen Wochen musste Labbadia immer wieder Spott von den eigenen Anhängern ertragen, auch das Verhältnis zwischen Team und Fans war angespannt.

<p>Nach dem jüngsten 1:4 gegen RB Leipzig waren die Anhänger des VfL Wolfsburg sichtlich bedient. </p>
Imago/Karina Hessland

Nach dem jüngsten 1:4 gegen RB Leipzig waren die Anhänger des VfL Wolfsburg sichtlich bedient.

Marcel Tisserand und Victor Osimhen fallen nach Operationen definitiv aus, ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Daniel Didavi. "Da müssen wir abwarten", sagte Labbadia mit Blick auf anhaltende Achillessehnenprobleme bei Didavi.

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