SG Flensburg gewinnt DHB Pokal 2015 : Vranjes: „Dieser grandiose Titel gehört uns allen“

Im Interview nach dem DHB-Pokalsieg der SG Flensburg stellt Erfolgstrainer Ljubomir Vranjes klar: „Ich bleibe bis 2017!“

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11. Mai 2015, 10:49 Uhr

Herzlichen Glückwunsch, Herr Vranjes, zum DHB-Pokal. Wie glücklich und wie stolz macht Sie dieser Titel?
Ich bin unheimlich glücklich, und ich bin unheimlich stolz auf diese Mannschaft. Die Spieler, das Umfeld, unsere Fans und die ganze Region, die die ganzen Jahre so für uns gearbeitet und mitgezittert haben, sie alle haben es verdient.

Was hat Sie bewogen, mit einer so offensiven Abwehr in dieses Turnier zu gehen? Es war eine sehr ungewöhnliche Abwehr, die Sie noch nie haben spielen lassen.
Nach dem Kiel-Spiel in der Champions League habe ich ein bisschen überlegt. Das war ungeplant, das habe ich erst einmal im Bus gemacht. Aber dann habe ich eine Idee bekommen von einem solchen Spiel. Wir haben viel Zeit gehabt, uns vorzubereiten und diese Abwehr zu trainieren. Diese Abwehr war auf den Gegner zugeschnitten. Denn bei den Löwen gibt es viele Spieler, die Zeit brauchen, um Tempo aufzunehmen. Aber wenn sie die bekommen, sind sie kaum zu stoppen. Das habe ich meinen Spielern verkauft, und sie haben es gekauft. Und vor dem Magdeburg-Spiel habe ich den Spielern gesagt, dass Bezjak schwer zu halten ist. Aber die anderen mussten wir in den Griff kriegen – und so war das ja auch.

War es nicht ein gefährliches Spiel, denn so eine Abwehr ist unheimlich kraftraubend. Und dann kam noch die Verlängerung hinzu…
Das war ein Finale. Wir haben schon viele Finals bestritten, da spürst du nichts.

Und was spüren die Spieler heute?
Die werden erst einmal feiern. Da kann sich jeder vorstellen, was sie spüren. Aber heute ist ja trainingsfrei.

Warum haben Sie sich wieder für Hampus Wanne als letzten Siebenmeterschützen entschieden?
Er hatte im Finale ja nur einen Kurzeinsatz, als Eggert auf der Strafbank saß. So wächst man als Mensch und so wächst man als Spieler. Er ist jung, er ist unsere Zukunft. Er braucht auch manchmal Vertrauen. Das hat er im vergangenen Jahr im Halbfinale der Champions League bekommen, und nun hier auch.

Haben Sie so grenzenloses Vertrauen zu ihm?
Ich habe Vertrauen zu all meinen Spielern.

Drei Titel in viereinhalb Jahren bei der SG, das weckt Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen. Werden jetzt namhafte Vereine wieder bei Ihnen anklopfen?
Ich habe bei der SG einen Vertrag bis 2017 – und ich bleibe bis 2017.

Und wie viele Titel möchten Sie bis dahin noch mit der SG feiern?
Ich möchte jeden Titel gewinnen. Aber man muss ja auch Handball spielen, um Titel zu gewinnen. Da musst du ein gutes Jahr haben, du musst ein bisschen Glück haben – und den richtigen Tag haben. Das haben wir gehabt. Das war ein überragendes Wochenende.

Sie haben sich für die neue Saison verstärkt. Da werden und wollen Sie um Titel mitspielen. Welchen möchten Sie am liebsten gewinnen?
Mein Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen – egal, welche Mannschaft ich auf den Beinen habe. Wir möchten um alle Titel spielen – aber von der deutschen Meisterschaft müssen wir wohl nicht reden, wenn man so hört, wen Kiel wahrscheinlich noch holt.

Drei Titel in viereinhalb Jahren und jetzt gerade zum Welttrainer des Jahres gekürt. Wie verarbeiten Sie das?
Ich trinke ein Flens und genieße es. Aber ein Titel ist nur ein Titel, du musst ja morgen wieder arbeiten. Diese Titel sind ein Beweis, dass meine Mannschaft gut gespielt hat. Natürlich habe ich einen Anteil daran, weil ich Entscheidungen getroffen habe, die uns nach vorn gebracht haben. Dieser grandiose Titel gehört uns allen – mir, der Mannschaft und allen, die für den Erfolg der SG arbeiten. Da muss man bodenständig bleiben.

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