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Handball-Champions-League : Trotz Niederlage in Ungarn: THW Kiel kommt langsam in Fahrt

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Gegen Angstgegner Veszprem hat es für die Kieler nicht gereicht, aber sie haben einen starken Auftritt hingelegt. Auch die Flensburger sind zufrieden.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 11:09 Uhr

Flensburg/Kiel | Am Ende standen sie wieder mit leeren Händen da. Die Handballer des THW Kiel rackerten und kämpften. Patrick Wiencek holte sich gegen Telekom Veszprem bei einem Torwurf sogar eine blutige Nase. Doch am Ende nützte alles nichts. In Ungarn kassierten die „Zebras“ die dritte Niederlage im vierten Spiel der Champions League und bleiben Letzte in der Vorrunden-Gruppe B.

Trotz des 24:26 bei Veszprem durfte das Team von THW-Trainer Alfred Gislason aber nicht unzufrieden die Heimreise antreten. „Insgesamt war das ein starker Auftritt“, lobte Geschäftsführer Thorsten Storm die Mannschaft: „Schade, dass es für uns nicht für etwas Zählbares gereicht hat. Aber auf dieser Leistung kann man aufbauen. Am Ende haben Kleinigkeiten gegen diesen abgezockten Gegner entschieden.“

Vor allem die Leistung von Andreas Wolff darf zu berechtigten Hoffnungen Anlass geben. Der Torhüter, der zu Beginn der vergangenen Woche einen ab 2019 gültigen Vertrag beim polnischen Meister KS Vive Kiele unterschrieben hatte, zeigte endlich wieder die Paraden, mit denen er die deutsche Nationalmannschaft 2016 zur Goldmedaille bei der Europameisterschaft geführt hatte. Auch Steffen Weinhold präsentierte sich stark formverbessert.

Die Tabelle der Gruppe B:

Platz Verein Punkte
1 KC Veszprem 8
2 Paris Saint-Germain 6
3 SG Flensburg-Handewitt 5
4 Brest HC Meshkov 4
5 KS Kielce 3
6 Aalborg Handball 2
7 RK Celje Pivovarna Lasko 2
8 THW Kiel 2

 

Dierk Schmäschke hob nach dem 25:25 gegen den künftigen Wolff-Club die „unglaubliche Moral“ der SG Flensburg-Handewitt hervor. „Sie kämpft immer bis zur letzten Sekunde. Das finde ich überragend positiv“, sagte der SG-Geschäftsführer nach dem couragierten Auftritt in Polen.

Das bisherige Abschneiden in der Champions League stellt Schmäschke ebenfalls zufrieden. Aus den Spielen gegen die Topteams aus Kielce, Veszprem und Paris sei man mit einem Unentschieden, einer knappen Niederlage und dem überragenden Heimsieg gegen die Franzosen „sehr gut herausgekommen“. Mit Rang drei in der Tabelle liege die SG voll auf Kurs, jetzt gelte es, auch in der Bundesliga nachzulegen.

Eine Trainerdiskussion bahnt sich bei beiden Clubs aktuell nicht an. „Solange ich der Meinung bin, dass ich der Mannschaft noch etwas geben kann, ziehe ich das durch“, hatte Alfred Gislason, der als Coach mit den Kielern und dem SC Magdeburg insgesamt sieben deutsche Meisterschaften, fünf Siege im DHB-Pokal und drei Triumphe in der Champions League gefeiert hat, erst kürzlich gesagt.

Und bei der SG sitzt Maik Machulla, der sein Team noch zum Unentschieden in Polen getrieben hatte, trotz der bereits fünf Minuspunkte in der Liga ohnehin fest im Sattel. Allerdings ist die Situation im Handball auch eine deutlich andere als etwa in der Fußball-Bundesliga, in der immer mehrere renommierte Trainer auf dem Markt zu haben sind. Coaches, die sofort auf internationalem Niveau weiterhelfen könnten, sind im Handball rar gesät und so würde eine Kurzschlussreaktion auch gar keinen Sinn machen.

Die Liga hat nun am Donnerstag Heimspiele für Kiel und Flensburg parat. Der THW empfängt Frisch Auf Göppingen, die SG den TVB 1898 Stuttgart. Drei Tage später treffen die beiden Nordrivalen dann in der Kieler Sparkassen-Arena im Champions-League-Duell aufeinander.

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