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Handball-Bundesliga : THW Kiel verliert gegen Melsungen

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Am vierten Spieltag der Handball-Bundesliga rennen die „Zebras“ schnell einem Rückstand hinterher und verlieren die Partie.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2017 | 14:13 Uhr

Kassel | Was ist bloß los mit dem THW Kiel? Nur drei Tage nach der unerwarteten Heimpleite gegen Hannover-Burgdorf (29:31) gab es für den deutschen Handball-Rekordmeister am Sonntag auch bei der MT Melsungen nichts zu holen. 25:29 (10:15) hieß es nach 60 Minuten aus Sicht des THW. Zwei Niederlagen aus den ersten vier Spielen – der Fehlstart des großen Titelfavoriten ist perfekt.

Noch schlimmer als die Niederlage der „Zebras“  ist die Art und Weise, wie diese zustande gekommen ist. Der THW Kiel, eigentlich bekannt für pures Selbstvertrauen, präsentierte sich in der ausverkauften Rothenbach-Halle in Kassel völlig verunsichert, phasenweise fast schon ängstlich. Im Angriff fehlten die Ideen, in der Deckung über weite Strecken die Aggressivität. Dazu kamen Fehler über Fehler, die die Gastgeber immer wieder zu  Toren nutzten. „Wir waren einfach nicht clever genug und haben  Melsungen förmlich zu leichten Treffern eingeladen“, sagte Kiels Rückraumspieler Steffen Weinhold nach der Partie.

Seine Mannschaft kam zunächst noch ganz gut aus den Startlöchern, führte durch drei Treffer von Rechtsaußen Niclas Ekberg schnell mit 3:1 – und verlor wenig später völlig den Faden. Spielmacher Miha Zarabec leistete sich unerklärliche Abspielfehler, Melsungen nahm die Geschenke dankend an und lag beim 9:7 (18.) durch Michael Allendorf erstmals mit zwei Treffern vorne. THW-Coach Alfred Gislason versuchte von außen Einfluss zu nehmen. Er wechselte viel, vielleicht zu viel. Zarabec musste Platz machen für Lukas Nilsson, Nikola Bilyk und Steffen Weinhold versuchten sich dafür abwechselnd auf der Mittelposition. Und nach Marko Vujin und Steffen Weinhold kam auch Christian Zeitz auf halbrechts zum Einsatz. Gebracht hat das alles genau so wenig wie der Torwartwechsel nach 23 Minuten, als ein sichtlich angefressener Andi Wolff Platz für Niklas Landin machen musste.

Das Spiel der Kieler blieb  fahrig und viel zu leicht zu durchschauen. Die Hessen hatten es weiterhin relativ leicht. Dem THW unterliefen weiterhin Fehler am laufenden Band, die die MT zu einer klaren 15:10-Pausenführung nutzte. „Wir haben hinten viel gekämpft, haben auch viel ausprobiert, aber es hat nichts gefruchtet“, musste Gislason nach der Partie eingestehen.

In Durchgang zwei kam tatsächlich noch einmal zu so etwas wie ein Aufbäumen der Kieler, denen man zumindest den Willen nicht absprechen konnte. Die Fehlerquote blieb allerdings zu hoch, um den Rückstand auf mehr als drei Treffer zu verkürzen. Melsungen war einfach cleverer als Kiel und hatte auf die Treffer des Gastes fast immer die passende Antwort. Als der Ex-Kieler Tobias Reichmann nach 55 Minuten zum 28:23 traf, war der Deckel drauf auf dem verdienten Sieg der MT Melsungen.

Beim THW fehlte es gestern an vielem – vor allem aber an einem Spieler, der die Fäden in die Hand nehmen und das Spiel beruhigen kann. Kapitän Domagoj Duvnjak ist so ein Spieler, aber der wird den Kielern noch ein paar Wochen lang fehlen. Jetzt müssen es die anderen richten. Schon am Donnerstag steht mit der Heimpartie gegen Leipzig die nächste Aufgabe bevor. Eine weitere Niederlage darf sich der THW nicht leisten, sonst dürfte es sehr unruhig werden an der Kieler Förde.

MT Melsungen: Sjöstrand (n.e.); Simic - Maric (2), Kühn (6), Lemke (2), Golla (2), Reichmann (2), Mikkelsen (6),Danner (n.e.) Boomhouwer, Schneider, Allendorf (7/3), Jaanimaa (1), Haenen, Langhans.

THW Kiel: Landin, Wolff - Firnhaber, Toft Hansen (1), Weinhold (3), Dissinger, Wiencek (3), Ekberg (7/4), Zeitz, Frend Öfors, Rahmel (n.e.), Dahmke (2), Zarabec (2), Vujin (1), Bilyk (1), Nilsson (5).

Schiedsrichter:  Brodbeck/Reich (Metzingen).

Strafzeiten: 5:5 – Siebenmeter: 3:4.

Zuschauer: 4300 (ausverkauft).

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