Handball-Bundesliga : Lockerer THW Kiel-Spaziergang zum Jahresausklang

Kiel bezwingt im letzten Spiel des Jahres einen harmlosen TuS N-Lübbecke mit 29:19

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27. Dezember 2017, 20:57 Uhr

Kiel | Der letzte Auftritt des Jahres 2017 wurde für die Handballer des THW Kiel zu einem Spaziergang. Mittwochabend bezwangen die „Zebras“ den TuS N-Lübbecke mit 29:19 (16:8) und feierten damit ihren vierten Bundesliga-Sieg in Folge. „Ich verspreche den Fans, dass wir bis zum Saisonende nicht aufgeben werden“, sagte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak, der nach dem Abpfiff zu den Zuschauern sprach.

Die Gäste aus Nordrhein-Westfalen waren nicht gerade auf Tempo-Handball aus. Der von Ex-THW-Spieler Aaron Ziercke trainierte Aufsteiger verschleppte von Beginn an bei den eigenen Angriffen das Tempo. In den ersten Minuten ging diese Taktik auch durchaus auf. Für das erste Tor der Partie musste ein Kieler Siebenmeter herhalten, den Niclas Ekberg verwandelte (5.).

Beim 4:2 hatte der THW erstmals mit zwei Toren die Nase vorn (10.), doch die Lübbecker blieben dran – und gingen wenig später nach frechem Ballgewinn und Tempogegenstoß sogar mit 6:5 in Führung (15.). Es war allerdings lediglich der Weckruf, den das Team von Trainer Alfred Gislason gebraucht zu haben schien. Der Isländer stellte die Abwehr von 6:0- auf 3:2:1-Deckung um, brachte an dessen Spitze Duvnjak ins Spiel und nahm dem ohnehin nicht sonderlich kreativen Angriffsspiel der Gäste damit auch das letzte Fünkchen Wirkung.

Mit sieben Toren in Serie sorgten die Kieler gegen nun auch in der Abwehr zu passive Lübbecker für klare Verhältnisse (12:6/23.). Zuvor hatten sich die Ziercke-Mannen sich vor allem mit Kreisläufer Patrick Wiencek interessante und hochgradig intensive Ringkämpfe um die bessere Position geliefert. Es war bezeichnend, dass ein Siebenmeter – von Tim Remer zum 12:7 verwandelt (25.) – nötig war, um den Kieler Lauf zu unterbrechen.

Denn wenn die THW-Defensive doch einmal ein kleines Loch preisgab, stopfte Torwart Andreas Wolff dieses mit viel Präsenz und Klasse, sodass das abstiegsbedrohte Kellerkind mit dem Acht-Tore-Rückstand zur Pause noch gut bedient war.

Auch danach änderte sich das Bild nicht. Die weiterhin auf effektive Ergebniskosmetik bedachten Gäste schienen den Kielern nicht großartig wehtun zu wollen, auf der anderen Seite dankten es ihnen die „Zebras“ hin und wieder unfreiwillig mit unkonzentrierten Abschlüssen – was aber nichts daran änderte, dass der Rekordmeister klar das Sagen hatte (21:10/44.).

Die Schlussphase ging relativ locker geführt über die Bühne. Umso unverständlicher, dass Lübbeckes Ante Kaleb Wolff den Ball aus kurzer Distanz und unbedrängt an den Kopf wuchtete (53.). Doch so viel Spaß machte der Jahresabschluss, dass Wolff wenige Sekunden später schon wieder ein Lachen im Gesicht hatte. Stehende Ovationen gab es vom Publikum in den letzten Minuten eines versöhnlich endenden Spieljahres, aus dem Gislason „mit einem guten Gefühl“ herausgeht.

Der Liveticker zum Nachlesen:

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