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Handball-Bundesliga : Kantersieg: THW Kiel 46:24 gegen Lemgo

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Der THW Kiel gewinnt überlegen gegen einen schwachen TBV Lemgo. Der Liveticker zum Nachlesen.

Halle/Westfalen | Tore, Tore, Tore: Der THW Kiel hat mit einem Rekordsieg in der Handball-Bundesliga die Chance auf die erneute Meisterschaft gewahrt. Drei Spieltage vor Saisonschluss deklassierte der Titelverteidiger gestern im westfälischen Halle den TBV Lemgo mit 46:24 (25:9). Damit egalisierten die „Zebras“ ihren Bundesliga-Rekord für den Auswärtssieg mit der höchsten Tordifferenz. In der Saison 2003/2004 hatten sie beim TSV GWD Minden mit 47:25 gewonnen. Zugleich verpasste der Titelverteidiger den desolat auftretenden Ostwestfalen die mit Abstand höchste Niederlage in deren 31-jähriger Bundesligageschichte.

„Meine Fresse. Solch ein Ergebnis hätte ich nie für möglich gehalten“, gestand ein sichtlich stolzer Alfred Gislason. Entscheidend für den THW-Trainer sei gewesen, dass „uns in der Anfangsphase mehrfach Johan Sjöstrand den Arsch gerettet hat. Danach ist die Abwehr immer stärker geworden und wir haben einen Gegenstoß nach dem anderen gelaufen.“ Allein die Verletzung von Kapitän Filip Jicha, der in der 44. Minute mit Verdacht auf einen Bänderriss im linken Sprunggelenk ausschied, trübte die Kieler Freude.

Dass es dem THW im mit 8500 Zuschauern besetzten Gerry-Weber-Stadion nicht nur ums nackte Gewinnen ging, war bereits nach fünf Minuten klar. Beim 0:4 beantragte TBV-Trainer Niels Pfannenschmidt seine erste Auszeit. Doch auch die zweite „grüne Karte“ beim 3:12 in der 13. Minute konnte den Torhunger der unwiderstehlich davonpreschenden Kieler Zebras nicht unterbinden. Wie ein Tornado wüteten Jicha, Vujin und Co. durch den Haller Tennis-Tempel und sorgten spätestens beim 22:6 (24.) für Schockstarre bei Deutschlands jüngstem Bundesligateam. „Das war ein gewaltiges Brett für uns und vom THW ganz, ganz großes Kino. Wir haben gespielt wie das Kaninchen vor der Schlange“, entschuldigte sich Pfannenschmidt später für den rabenschwarzen Sonntag. „Ausgerechnet vor 8500 Zuschauern im Stadion und bei einer Live-Übertragung im Fernsehen fangen wir uns solch eine Klatsche. Das ist echt bitter, denn es spiegelt unsere bisherige Saison überhaupt nicht wider.“

Gnadenlos powerte der THW Kiel auch nach der 25:9-Pausenführung weiter und ließ sich selbst von der Fußverletzung von Jicha, der im Angriff nach einem Sprung auf dem Fuß von Kreisläufer Patrick Wienceks landete und umknickte, nicht irritieren. Mit dem 37:16 (46.) gelang den im Sommer nach Veszprem wechselnden Christian Zeitz der 1000. Saisontreffer des THW, der nicht nur durch seine überragenden Werfer Marko Vujin (11/4) und Niclas Ekberg (9/1) Angst und Schrecken verbreiteten. „Wir wussten, dass der THW eine unangenehme 3:2:1-Abwehr in petto hat. Genau daraufhin haben wir eine Woche lang trainiert. Doch erkennen konnte man das nicht. Wir haben Angsthasenhandball gespielt“, meinte Lemgos Rückraumspieler Rolf Hermann.

Nun können sich die Kieler voller Selbstvertrauen auf das 77. Landesderby gegen die SG Flensburg-Handewitt vorbereiten, das am nächsten Sonntag (15.15 Uhr) in der Sparkassen-Arena angepfiffen wird.

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erstellt am 04.Mai.2014 | 15:45 Uhr

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