Handball-Terminkollision : Ärger in der Champions League: THW Kiel muss Heimrecht tauschen

Die Sparkassenarena in Kiel – der THW spielt nun am 21. März (19.00 Uhr) zunächst vor heimischer Kulisse und tritt am 1. April (17.00 Uhr) in Ungarn an.
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Die Sparkassenarena in Kiel – der THW spielt nun am 21. März (19.00 Uhr) zunächst vor heimischer Kulisse und tritt am 1. April (17.00 Uhr) in Ungarn an.

Wegen einer Terminkollision mit dem Bundesliga-Topspiel werden die Kieler im Achtelfinale der Champions League auswärts spielen.

shz.de von
09. März 2018, 10:03 Uhr

Kiel | Schlechte Nachricht für den THW Kiel: Auf Druck der Europäischen Handball-Föderation (EHF) muss der deutsche Rekordmeister wegen der Terminkollision mit dem Bundesliga-Topspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen sein wichtiges Heimrecht im Achtelfinale der Champions League tauschen. Die Kieler bestreiten das Hinspiel gegen Pick Szeged nun am Mittwoch, 21. März, um 19 Uhr in der Sparkassen-Arena und treten dann am Sonntag, 1. April, um 17 Uhr zum Rückspiel in Ungarn an.

Die Verärgerung im Kieler Lager über die Entscheidung ist groß. „Dieser Heimrecht-Tausch führt die sportliche Wertigkeit der gesamten Gruppenphase ad absurdum und wird dem Einsatz unserer Mannschaft für das Heimrecht im Rückspiel in keinster Weise gerecht“, kritisierte Kiels Sportlicher Leiter Viktor Szilagyi am Donnerstag.

„Ein emotionaler und wirtschaftlicher Schlag“

Die Handball-Bundesliga (HBL) hatte schon vor Monaten das Topspiel zwischen Kiel und den Löwen, das live in der ARD übertragen wird, auf den 24. März terminiert. Szeged wollte aber genau an diesem Tag das Achtelfinal-Hinspiel in eigener Halle austragen. Einer Verlegung stimmten die Ungarn wegen der nationalen TV-Situation nicht zu.

„Wir haben der EHF und Pick Szeged eine ganze Reihe an Vorschlägen unterbreitet, wie man im Sinne des Handballs eine Lösung für die Terminproblematik rund um das Hinspiel finden kann. Wir waren sogar bereit, uns auf zwei Spiele innerhalb von 24 Stunden einzulassen. Leider wurden unsere Vorschläge abgelehnt“, sagte Szilagyi.

Die EHF setzte die Partie für den 24. März an, weshalb sich die Kieler zum Tausch des Heimrechts gezwungen sahen. Szilagyi: „Der Heimrecht-Tausch ist nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein emotionaler und wirtschaftlicher Schlag.“

Termindruck auch bei der SG Flensburg-Handewitt

Vor dem gleichen Dilemma steht der deutsche Meister Rhein-Neckar Löwen – dieser aber verweigert einen Tausch des Heimrechts im Achtelfinale gegen Vive Kielce. Sollte die EHF darauf beharren, kündigten die Löwen an, ihre Drittliga-Mannschaft zum Champions-League-Spiel aufzubieten. „Uns bleibt nach dieser Ansetzung nichts anderes übrig, als unsere zweite Mannschaft nach Polen zu schicken“, sagte Geschäftsführerin Jennifer Kettemann. „Wir sind uns darüber bewusst, dass es damit leider zu keinem sportlich fairen Vergleich mehr kommen wird. Dies wird besonders dem Wettbewerb und Ansehen der Champions League schaden.“

Auch die SG Flensburg-Handewitt hat am Donnerstag ihre Termine für ihr Achtelfinale gegen IFK Kristianstad erhalten – und ist mit denen wenig glücklich. Nur 46 Stunden nach dem Abpfiff der schwierigen Bundesliga-Auswärtspartie beim SC Magdeburg muss die SG am Sonnabend, 24. März, um 18 Uhr bei den Südschweden zum Hinspiel antreten. Das Rückspiel findet dann vier Tage später, am 28. März, um 19 Uhr in der Flens-Arena statt.

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