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Rhein-Neckar Löwen oder THW Kiel : Showdown in der Handball-Bundesliga

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ausverkaufte Hallen, Public Viewing, Ticket-Auktionen und zwei Meisterschalen: Das Finale der Handball-Bundesliga ist furios und prickelnd wie nie zuvor. Im Fernduell zwischen THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen geht es ums Torverhältnis.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2014 | 15:21 Uhr

Kiel | Die Rhein-Neckar Löwen oder doch wieder der THW Kiel – eine dieser beiden Mannschaften darf sich heute gegen 17.30 Uhr (wahrscheinlich) als neuer deutscher Handballmeister feiern lassen. Lange nicht mehr war das Titelrennen in der stärksten Handballliga der Welt so spannend wie dieses Mal. Nach drei Jahren purer Langeweile im Titelkampf ist der Saison-Endspurt in diesem Jahr ein wahrer Thriller. Den Tabellenführer aus Mannheim, der heute in Gummersbach antreten muss, und den Kieler Rekordmeister, zeitgleich Gastgeber für die Füchse Berlin (beide Partien 16 Uhr /Sport1) trennen bei gleichem Punktverhältnis (57:9) lediglich sieben Treffer in der Tordifferenz. Die Fans der beiden Teams müssen sich also auf eine Nervenschlacht einstellen. „Meine Fingernägel werde ich ganz kurz schneiden, damit da nicht mehr viel zum Knabbern bleibt“, sagte Handball-Ikone Stefan Kretzschmar und spricht den Handball-Liebhabern aus der Seele: „Etwas Schöneres am letzten Spieltag gibt es nicht.“

THW-Coach Alfred Gislason sieht den Kontrahenten aus Mannheim wegen den Torpolsters im Vorteil. Und auch Löwen-Manager Thorsten Storm räumt ein: „Sieben Tore Vorsprung sind besser als sieben Tore Rückstand.“ Aber die Kieler brennen. Vor allem die Partie beim TuS N-Lübbecke vor knapp einer Woche hat gezeigt, dass der THW bereit ist, für seinen 19. Titel auch über die Grenzen hinaus zu gehen. Lange Zeit sah es so aus, als würde die durch Verletzungen wichtiger Spieler wie Filip Jicha und Aron Palmarsson gehandicapte Mannschaft den Anschluss an die Löwen verlieren. Dann aber zeigten die Kieler einen unglaublichen Willen und machten aus einem Vier-Tore-Vorsprung innerhalb der letzten 20 Minuten einen Sieg mit 14 Treffern Vorsprung (35:21).

Es ist alles vorstellbar beim furiosen Finale. Das sieht auch Kiels Kreisläufer Patrick Wiencek so: „Sieben Treffer aufzuholen, ist im Handball möglich. Wir haben nichts zu verlieren und werden voll konzentriert in das Spiel gegen die Füchse gehen.“ „Wir werden bis zur letzten Sekunde für die Meisterschaft kämpfen“, versprach auch Kiels Rückraum-Ass Filip Jicha, der zuletzt trotz eines Bänderrisses zu ganz großer Form auflief.

Auf Geschenke vom Gegner aus Berlin darf der THW allerdings nicht hoffen. Die Füchse schwächelten zwar zuletzt, mussten sich unter der Woche sogar in eigener Halle dem Bergischen HC geschlagen geben, aber Füchse-Manager Bob Hanning machte vor der Partrie deutlich, dass seine Mannschaft Vollgas geben wird. „Wir werden versuchen, das bestmögliche Ergebnis im Sinne der Sportlichkeit zu erzielen. Jeder, der laufen kann, wird spielen.“

Das haben auch die Gummersbacher versprochen, die gegen die Rhein-Neckar Löwen zum Zünglein an der Waage werden können. „Im Sport geht es immer ums Gewinnen. Das hat nichts mit Schützenhilfe zu tun. Aber wir werden uns auch nicht abschlachten lassen, nur um hinterher eine Meisterfeier in der eigenen Arena zu haben“, sagte VfL-Geschäftsführer Frank Flatten. Die Gummersbacher könnten sich mit einer starken Leistung gegen den Spitzenreiter zudem beim THW Kiel revanchieren. Dieser hatte im Vorjahr als bereits feststehender Meister am letzten Spieltag beim TV Großwallstadt gewonnen und Gummersbach so vor dem Abstieg bewahrt.

Die Original-Meisterschale ist übrigens in Gummersbach, wo auch Reimer Witte, Präsident des Ligaverbandes (HBL) und sein Geschäftsführer Frank Bohmann für eine Übergabe parat stehen. Bei einer Titelverteidigung des THW Kiel wird Co-Geschäftsführer Holger Kaiser ein Duplikat der Schale an den deutschen Rekordmeister überreichen.

Vielleicht wird aber auch gar keine Schale übergeben. Sollten beide Mannschaften am Ende punkt- und torgleich sein wird der Meister in Entscheidungsspielen ermittelt, die laut HBL zwischen dem 18. und 29. Juni ausgespielt werden sollen.

 

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