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SG-Spieler verlässt Flensburg : Steffen Weinhold wechselt zum THW Kiel

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Handball-Nationalspieler Steffen Weinhold verlässt die SG Flensburg-Handewitt und schließt sich 2014 dem THW Kiel an. SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke "nicht gut gelaunt heute".

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erstellt am 16.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Flensburg | Dieser Verlust trifft den Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt ins Mark: Der 47-fache Nationalspieler Steffen Weinhold wird ab Sommer 2014 das Trikot des Erzrivalen THW Kiel tragen.  Am Sonntag hat der 27 Jahre alte Linkshänder seine Mannschaft darüber informiert, dass er sich gegen eine  Verlängerung in Flensburg und für einen Drei-Jahres-Vertrag beim Rekordmeister entschieden hat. Am Montag kam die Bestätigung der beiden Vereine.

Damit erfüllt sich die Befürchtung, die SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke seit dem 30. Juni hegte, als bekannt wurde, dass der Kieler Linkshänder Christian Zeitz im nächsten Jahr zum ungarischen Spitzenclub Veszprem wechseln wird.  „Damit wird Weinhold ins Visier des THW geraten“, meinte Schmäschke damals. Die SG verstärkte daraufhin ihre Bemühungen, beide Rückraum-Linkshänder langfristig zu binden, was im Falle Holger Glandorf schnell gelang und nun im Falle Weinhold scheiterte.

Der 1,91 Meter große Linkshänder, der auch als Spielmacher eingesetzt werden kann, war im Sommer 2012 vom TV Großwallstadt gekommen. Weinhold absolvierte bislang 59 Spiele für die SG und erzielte 153 Tore. SG-Trainer Ljubomir Vranjes hatte ihn als Eckpfeiler im Mannschaftsgefüge der nächsten Jahre fest eingeplant.

„Ich bin nicht besonders gut gelaunt heute“, gestand Schmäschke, „das ist ein herber Verlust. Wir hätten Weinhold gern behalten. Ich habe aber auch Verständnis für seine Entscheidung.“ Schmäschke betonte, dass sich Weinhold in den Verhandlungen stets fair verhalten habe. Am Ende musste die SG im Wettbieten mit dem finanzstärkeren Nachbarn jedoch passen. „Wir verlassen auch in so einem Fall unsere Grenzen nicht und wir sind hier sehr weit gegangen. Es ist schade, dass wir so einen Spieler ausgerechnet an Kiel verlieren.“

Beim THW freut man sich über den Coup. „Wir haben Steffen seit Längerem beobachtet. Mit seiner Spielweise passt er hervorragend in unser System",  sagte Manager Klaus Elwardt. Endlich habe sich wieder ein deutscher Rückraumspieler entschlossen, sich der harten Konkurrenz beim THW zu stellen. Das zeigt, dass Steffen Weinhold ein selbstbewusster Spieler ist, der hart an sich und für den Erfolg arbeiten möchte.“ Weinhold sagte: „Mit der frühen Bekanntgabe meines Wechsels möchte ich klare Fakten schaffen und der SG die Möglichkeit einräumen, in Ruhe einen Nachfolger zu finden.“

Damit erhält die etwas ermüdete Rivalität zwischen den beiden schleswig-holsteinischen Spitzenclubs neue Brisanz. Zuletzt war man sich abseits der jeweils 60 heißen Minuten in den Derby überaus freundlich begegnet und hatte sportpolitisch eng kooperiert. Seit dem Jahr 2000, als der Däne Morten Bjerre – auch ein Linkshänder – von Flensburg nach Kiel ging, hatte es keinen direkten Transfer eines Stammspielers zwischen den beiden Vereinen mehr gegeben.

Bjerre, der vom THW aus seinem SG-Vertrag herausgekauft worden  war, schlug seinerzeit in Flensburg blanker Hass entgegen. „Willkommen in der Hölle, Judas“ hieß es auf einem Plakat. Das wirft ein Licht darauf, wie sensibel die Fans auf solche Transfers reagieren.  Weinhold könnte hingegen Ähnliches blühen wie zuletzt Petar Djordjic, nachdem dieser seinen Weggang nach Hamburg angekündigt hatte. Der Rückraumspieler wurde monatelang in der Flens-Arena ausgepfiffen. Weinhold versprach nun, dass er sich zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft stellen werde.

Die Nachricht kommt für die SG zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der Saisonstart verlief nicht nach Wunsch, nach fünf Spielen stehen vier Minuspunkte zu Buche. „Ich hoffe auf eine Trotzreaktion der Mannschaft“, sagte Schmäschke und fügte hinzu, dass die Suche nach einem Nachfolger für Weinhold begonnen hat. „Wir sind mit mehreren Kandidaten in Kontakt, werden dies aber in Ruhe entscheiden. Es soll eine echte Granate werden“, sagte der SG-Geschäftsführer.

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