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Handball-Bundesliga : SG Flensburg-Handewitt gewinnt in Gummersbach

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Das Team von Maik Machulla bleibt oben dran. Gegen Gummersbach stand es am Ende 29:25.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2017 | 16:36 Uhr

Gummersbach | Der VfL Gummersbach erwies sich einmal mehr als „Lieblingsgegner“ der SG Flensburg-Handewitt. Zum 21. Mal in Folge gewannen die Flensburger gegen die Westdeutschen. Das 29:25 (15:12) nahmen die Gäste aber nicht als Selbstverständlichkeit auf. „In der Bundesliga hängen überall die Trauben hoch“, meine SG-Trainer Maik Machulla. „Wir wussten, dass Gummersbach alles versuchen wird, um uns Probleme zu bereiten.“

Die größten „Probleme“ hatten die Nordlichter allerdings selbst mitgenommen. Nach dem Pokal-Aus vom Mittwoch schien keine Handball-Sonne an der Flensburger Förde, und dann gab es auch noch Personalsorgen. „Wir müssen unter diesen Vorzeichen mit den beiden Punkten in Gummersbach zufrieden sein“, stellte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke klar. „Die Mannschaft musste sich nicht nur aufrichten, sondern auch drei Spieler ersetzen.“

Lasse Svan meldete sich krank, reiste mit, musste letztendlich aber mit Fieber im Gummersbacher Hotel bleiben. Bei Thomas Mogensen hatte es zu Beginn des Abschlusstrainings an der Wade gezwickt, und bekanntlich laboriert Rasmus Lauge seit dem Füchse-Spiel an einer Schulterprellung. Physiotherapeutin Jana Kräber hatte eine Menge zu tun, um die beiden Dänen zumindest teilweise einsatzfähig zu bekommen.

Die Startformation im Rückraum stellte sich von allein auf: Simon Jeppsson, Kentin Mahé und Holger Glandorf. Es entwickelte sich keine schöne Partie, die mit einem Fehler-Festival begann. Die SG fand als erstes eine gewisse Konstanz. Marius Steinhauser traf vom rechten Flügel zum 4:7 (13.). Der Badener vertrat 60 Minuten lang den erkrankten Lasse Svan. „Marius hat die Verantwortung angenommen“, lobte Maik Machulla. „Seine fünf Treffer sind keine Selbstverständlichkeit.“

Bereits nach zehn Minuten ließ der SG-Trainer mit sieben Feldspielern, darunter zwei Kreisläufern, operieren. „Das ist ja nicht unbedingt unser Spiel“, sagte Machulla. „Aber ich wollte so die Zahl der Eins-gegen-Eins-Situationen reduzieren, um so zu verhindern, dass meine Jungs am Ende müde werden.“ Das war vor allem für Holger Glandorf ein Schutz, da der Linkshänder als Routine-Fels 60 Minuten durchstehen sollte.

Die stärkste Phase erwischten die Flensburger nach der Pause, als sie auf 14:22 (38.) davonzogen. Danach kämpften sich die Gummersbacher zurück. Die SG agierte nicht mehr so konsequent mit sieben Akteuren. „Das wurde mir zu kreativ“, meinte Machulla. Den Kreativfaktor personifizierte Kentin Mahé, bei dem sich Genie und Wahnsinn bisweilen ablösten. Einige Zuschauer nahmen auch eine Theatralik wahr und pfiffen den Franzosen im zweiten Durchgang aus. Er hatte nun Thomas Mogensen an seiner Seite. Dieser sollte den Angriff mehr Ruhe geben.

Aufgestachelt von ihren Fans verkürzten die Gastgeber auf 21:24 (49.). Dann tankte sich Kentin Mahé durch und blieb nach dem Treffer liegen. Die Referees unterbrachen die Partie. Dirk Beuchler ärgerte sich über einen dadurch abgebrochenen Gegenstoß. Offenbar zu intensiv. Nach Einschreiten der Spielaufsicht kassierte der Coach eine Zeitstrafe. „Wiederholt stelle ich fest, dass meine jungen Spieler in der Bundesliga noch nicht das Standing haben, um auch jeden berechtigten Pfiff zu erhalten“, bemerkte Dirk Beuchler nach dem Schlusspfiff. In Überzahl machte die SG endgültig den Sack zu.

Für den heutigen Montag hat er ein Kraft-Training angesetzt, das aber nur etwa die Hälfte der Mannschaft absolvieren wird. Sieben Spieler schließen sich ihren Nationalmannschaften an, um zum Wochenende hin Länderspiele zu bestreiten.

VfL Gummersbach: Lichtlein (3 Paraden), Puhle (8 P.) – Schroeter (1), von Gruchalla (1/1), Becker (3), Baumgärtner (6), Jäger (2), Köpp (6), Matic, Zhukov (3), Feuchtmann (1), Pujol, Preuss (2).

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (12 Paraden) – Karlsson, Glandorf (4), Mogensen, Wanne (4), Jeppsson (4/1), Steinhauser (5), Heinl, Zachariassen, Toft Hansen (4), Lauge (1), Mahé (7/2).

Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg); Zeitstrafen: 6:6 Minuten; Siebenmeter: 1/1:4/3; Zuschauer: 3689.

Der Liveticker zum Nachlesen:

 
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