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DHB-Pokal : Pokal-Auftakt: SG siegt konzentriert und konsequent, THW mit Mühe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt zieht mit zwei Kantersiegen über Korschenbroich und Emsdetten ins Achtelfinale ein. Der THW Kiel hatte es schwerer.

Emesdetten | 74:33 Tore in der Summe – Spannung wollte die SG Flensburg-Handewitt beim Pokal-Auftakt nicht aufkommen lassen. Der Titelverteidiger beherrschte zunächst den Drittligisten TV Korschenbroich mit 33:14 (13:5), dann demontierte der Handball-Bundesligist den gastgebenden Zweitligisten TV Emsdetten mit 41:19 (20:9). „Es gibt natürlich immer Dinge, die man verbessern kann“, bilanzierte ein zufriedener SG-Trainer Ljubomir Vranjes. „Aber mir hat schon imponiert, wie konzentriert meine Mannschaft die Aufgabe von Anfang bis Ende durchgezogen hat.“ Im Achtelfinale wartet nun ein Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen, die sich gestern überraschend gegen den HSV Hamburg (30:29 n.V.) durchgesetzt hatte.

Die erste Runde gegen einen sich wehrenden, aber letztendlich chancenlosen Drittligisten aus Korschenbroich, der in der ersten Hälfte 16 Minuten lang erfolglos gegen das SG-Abwehrbollwerk anrannte, verlief erwartungsgemäß glatt. Etwas überraschend jedoch, der „Sonntags-Spaziergang“. Es waren knapp 20 Minuten in der Emshalle absolviert, als eine Kombination die Dominanz des Favoriten eindrucksvoll veranschaulichte. Lasse Svan sprang in den Wurfkreis, legte ab auf den heranfliegenden Anders Eggert, der den Kempa-Trick zum 7:14 abschloss. Die Emsdettener Akteure wirkten wie Statisten.

Offensichtlich steckte ihnen noch die Sonnabendpartie in den Knochen, als sie gegen die Zweitliga-Konkurrenz aus Springe in die Verlängerung mussten und sich einen 34:33-Sieg erzitterten. Aber auch mit einem „vollen Tank“ hätte Emsdetten Mühe gehabt, gegen eine ebenso aufmerksame wie konsequente SG zu bestehen. „Das hat sich sehr gut angefühlt, wir hatten heute immer Lösungen“, meinte Kreisläufer Henrik Toft Hansen. Der Tempo-Handball erzeugte ein Tor-Feuerwerk, dem Neuzugang Kentin Mahé den 40. Treffer beisteuerte. In Handballer-Kreisen bedeutet das eine Kiste Bier. „Die hätte ich ohnehin spendiert“, schmunzelt Mahé. „Wir alle haben konzentriert gespielt, das war ein überzeugender Auftritt.“

Die im Vorfeld spannend erscheinende Frage, wie man einen 17er Kader auf ein 14er Aufgebot für den Spielberichtsbogen stutzt, löste Ljubomir Vranjes auf eine relativ unspektakuläre Weise. Den Sonnabend ließ er die junge Flügelzange mit Bogdan Radivojevic und Hampus Wanne stürmen, knapp 24 Stunden später waren die routinierten Dänen Anders Eggert und Lasse Svan gefordert. Auch die Torhüter rotierten. Youngster Michael Nicolaisen erhielt keine Spielanteile. Die arrivierten Rückraum-Kräfte Thomas Mogensen und Jim Gottfridsson waren jeweils nur einmal mit von der Partie. Der Integrationsprozess der Neuzugänge ins Spielsystem hatte Priorität. „Die Mannschaft und unsere Trainer haben das Wochenende wirklich gut genutzt“, fasste Geschäftsführer Dierk Schmäschke zusammen.

Also alles in Butter? Mitnichten. Der neue Modus mit den 16 bundesweiten Vierer-Turnieren bekam sein Fett ab. „Über die Form muss man nachdenken“, kritisierte Schmäschke. „Nicht nur wegen des zusätzlichen Spiels für die Topvereine, auch finanziell sehe ich keinen Erfolg.“ In Emsdetten verloren sich 950 Zuschauer beim Finale zwischen dem Lokalmatador und dem aktuellen DHB-Pokalsieger auf der Tribüne. Am Vortag war der Zuspruch noch geringer.

Den Spielern war der Rahmen nach den beiden Spielen egal. Sie stiegen schnell in den Mannschaftsbus ein, die Regeneration lockte mit einem trainingsfreien Montag. Aber bereits am Mittwoch wartet die erste richtige Bewährungsprobe auf die Flensburger: der Super Cup in Stuttgart gegen Meister THW Kiel.

Dieser schaffe es durch einen hart erkämpften 25:22 (15:11)-Erfolg gegen TuSEM Essen ebenfalls ins Achtelfinale des DHB-Pokals. Vor rund 1800 Zuschauern in der Sporthalle „Am Hallo“ taten sich die favorisierten Kieler gegen den Zweitligisten und Gastgeber des regionalen Erstrunden-Final-Fours bis in die Schlussphase (23:20/55.  und 24:22/59.) schwer, doch am Ende erledigten sie ihre Pflichtaufgabe. Bester Torschütze der Kieler war der starke Domagoj Duvnjak mit acht Treffern.

Die „Zebras“, die erneut ohne die verletzten Dominik Klein, Filip Jicha, Torsten Jansen und Patrick Wiencek angetreten waren, starteten gut in die Partie. Nach 13 Minuten traf Duvnjak zum 9:5 – ein ruhigen Pokalnachmittag schien programmiert. Doch weit gefehlt: Anders als im Halbfinale am Vortag gegen den VfL Fredenbeck (39:18) fanden die THW-Angreifer in der Folgezeit kaum ein Mittel gegen die gute Defensive der Essener, die beim 8:9 (18.) den Anschluss wieder hergestellt hatten. Wenig später folgte die beste Phase der Kieler: Rund elf Minuten lang blieben sie ohne Gegentor und zogen von 12:11 auf 17:11 davon. Auch dank Torhüter Niklas Landin bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz.

Aber: Die „Zebras“ versäumten es, für klare Verhältnisse zu sorgen und den Sieg vorzeitig in trockene Tücher zu legen. Angetrieben von den Fans in der knapp über die Hälfte gefüllten Halle witterte der Außenseiter Morgenluft. Und so kam sogar in der Schlussphase noch kurzzeitig Spannung auf, dennoch ließ der Bundesligisten am Ende nichts mehr anbrennen.  „Wir haben einfach zu viel verworfen“, kritisierte Kreisläufer René Toft Hansen. „Wir sind auch schlecht zurückgelaufen und haben dadurch viele Tempogegenstoßtore kassiert“, ergänzte er: „Daran müssen wir arbeiten.“ Im Achtelfinale trifft der THW  nun am 28. Oktober auswärts auf die Füchse Berlin.

TV Emsdetten – SG Flensburg-H. 19:41 (9:20).

SG: Andersson (16/1 Paraden) – Karlsson, Eggert (9/4), Glandorf (2), Svan (8), Djordjic (1), Jakobsson (6), Zachariassen (1), Toft Hansen (4), Gottfridsson (3), Lauge (4), Mahé (3).


SG Flensburg-Handewitt – TV Korschenbroich 33:14 (13:5).

SG: Möller – Karlsson, Glandorf (6), Mogensen (4), Wanne (6), Djordjic, Jakobsson (1), Zachariassen (3), Toft Hansen (2), Lauge (3), Mahé (4/3), Radivojevic (4).
 

 

THW Kiel – TuSEM Essen 25:22 (15:11).

THW Kiel: Katsigiannis, Landin – Duvnjak (8), Ferreira, Toft Hansen (5), Sprenger, Weinhold (1), Dissinger (1), Ekberg, Canellas (3), Dahmke (2), Williams, Vujin (4/1).

THW Kiel – VfL Fredenbeck 39:18 (16:6).

THW Kiel: Katsigiannis (1.-60., 22 Paraden), Landin (n.e.) – Duvnjak (6), Ferreira (7), Toft Hansen (1), Sprenger (1), Weinhold (3), Dissinger (4), Ekberg (9/4), Canellas (1), Dahmke (2), Williams (2), Abelmann-Brockmann (2), Vujin (1).

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erstellt am 17.Aug.2015 | 06:44 Uhr

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