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SG Flensburg-Handewitt

17. August 2017 | 21:58 Uhr

Ohne Sigi läuft die SG nicht auf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die freche Möwe hat sich zu einem der beliebtesten Maskottchen der Liga gemausert / Unter ihren Federn steckt der Handballer Lukas Reinsch

Es ist schon ein toller Vogel, der seit fünf Jahren vor jedem Heimspiel die SG-Jungs zum Triumphmarsch mit ausgebreiteten Flügeln in die Halle scheucht. Sigi, die Möwe, ist auch das einzige weibliche Wesen, das sich praktisch mit den Handballprofis umziehen darf und jederzeit in der Kabine willkommen ist. Viele Jahre hat die SG Flensburg-Handewitt vergeblich nach einem authentischen Maskottchen gesucht, dann kam Sigi. Für viele ist die mächtig große Möwe mit rotem Kopftuch und dunkelblauem SG-Dress nicht mehr weg zu denken. Innerhalb weniger Jahre hat sich der Überflieger unter den Maskottchen der Handball-Bundesliga zum Liebling der Fans und auch der Spieler gemausert.

„Besonders Michael Knudsen findet Sigi klasse – und zeigt das auch immer wieder“, sagt Lukas Reinsch. Das ist der junge Mann, der Sigi im vierten Jahr zu den Heim- und Endspielen zum Leben erweckt. Der 20-Jährige ist ähnlich gut trainiert wie die Profi-Handballer. „Man braucht schon gut Kraft für dieses Kostüm, in dem es mit der Zeit auch ganz schön warm wird“, sagt der angehende Speditionskaufmann. Besonders beim ersten Heimspiel der Saison, in der das Hallenklima in der Flens-Arena eher einer finnischen Sauna glich, flossen Schweißperlen. Natürlich kann in Sigi nicht irgendwer stecken. Lukas Reinsch weist einen SG-Maskottchen-Bilderbuch-Lebenslauf vor. Geboren wurde er in Handewitt, noch bevor er in den Kindergarten ging, schaute er seine ersten SG-Spiele, spielte selbst lange in der SG-Jugend, heute für Hürup.

Wie würde der 20-Jährige selbst Sigi charakterisieren? „Sie ist verdammt selbstbewusst, offen, natürlich Handball verrückt und auch ein wenig aufgedreht.“ Das muss der große weiße Vogel auch, um Aufmerksamkeit zu erringen, um wie beim Final Four in Hamburg den Maskottchen der anderen Teams den Rang abzuflattern. „Das ist schon einige Male gelungen. Sigi ist Titelträger“, sagt SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. Die Möwe gewann unter anderem die Wettbewerbe beim Allstar Game und bei einigen Maskottchen-Olympiaden. „Die Beliebtheit von Sigi steigt mit jeder Saison, auch bei anderen Vereinen. Ihre Autogrammkarten sind heiß begehrt“, sagt Schmäschke. Viele möchten auch mal das Sigi-Kostüm tragen. „Das lassen wir aber nicht zu, Sigi und Elch Erik sind uns heilig“, betont der Geschäftsführer.

Wie sieht ein Arbeitstag der Möwe aus, die nun schon fast 100-SG-Spiele im Gefieder hat? „Ich komme wie die Mannschaft etwa anderthalb Stunden vor Anpfiff in die Halle“, sagt Reinsch. Danach ist Sigi Teil der Show vor dem Spiel, unterhält die Zuschauer, läuft mit der Mannschaft ein. Auch in der Halbzeit ist Sigi gefragt, manchmal gibt es auch noch Unterhaltungsaufträge für die Auszeiten.


„Sigi hat bei der SG einen Vertrag bis zum Lebensende“


Wie erfolgt die Verwandlung? „Das dauert nur zehn Minuten“, sagt der Sigi-Darsteller. Zunächst rein in die gelben Leggins, dann der Sigi-Rumpf mit Kopf, danach noch Füße und Flügel extra. Nach außen kann Lukus Reinsch durch ein Sichtfenster an Sigis Hals schauen. Wie ist er zu diesem Nebenjob gekommen? Durch Erik den Elch, in dem steckt mit Mats Jensen ein guter Kumpel des jungen Handewitters. „Mats ist noch länger als Maskottchen dabei, manchmal vertreten sich die beiden auch “, sagt Dierk Schmäschke.

Gibt es eine mentale Vorbereitung auf die Verwandlung in eine Möwe? „Ich mache mir schon Gedanken. Was steht an? Um was geht es? Sigi kann man nicht mal so Null-Acht-Fuffzehn spielen“, sagt Reinsch. Hat er Vorbilder? „Das Kieler Zebra ist schon genial, das skatet sogar durch die Halle. In ihm steckt ein ziemlich fitter und netter Sportstudent“, kennt die SG-Möwe neidlos an. Doch Sigi weiß, wie man Titel gewinnt, auch gegen Zebras. Ihr größter Wunsch ist, nach dem Supercup mit ihren Jungs in dieser Saison einen weiteren Titel zu feiern. Dafür würde sie sich natürlich bis in die feinste Daune herausputzen. Gibt es für ein so herausragendes Maskottchen nicht Angebote von anderen Vereinen? „Keine Chance“, sagt Schmäschke, „Sigi hat bei uns einen Vertrag bis zu ihrem Lebensende.“

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erstellt am 24.Sep.2013 | 09:53 Uhr

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