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SG Flensburg-Handewitt : Ljubomir Vranjes wechselt im Sommer zu Telekom Veszprém

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Flensburgs Trainer verlässt den Verein im Sommer nach elf Jahren. Sein neuer Arbeitgeber: Telekom Veszprém in Ungarn.

Flensburg | Jetzt ist es offiziell: Das eigentlich bis zum 30. Juni 2020 bestehende Vertragsverhältnis zwischen der SG und Trainer Ljubomir Vranjes endet vorzeitig. Der Verein bestätigte am Mittwochmittag, dass der 43-jährige schwedische Cheftrainer nach elf Jahren die SG zum 30. Juni 2017 verlassen wird. Als Nachfolger wird nach Informationen von shz.de der norwegische Nationaltrainer Christian Berge gehandelt.

Vranjes war zuerst als Spieler (2006 bis 2009), dann als sportlicher Leiter und seit 2010 in Funktion des Cheftrainersfür die SG tätig. „In Anbetracht der großen Verdienste von Ljubomir Vranjes für die SG entspricht die SG damit dem Wunsch des Trainers“, heißt es vom Verein.

Zuletzt war am 12. September 2015 in einer gesonderten Pressekonferenz die Vertragsverlängerung des charismatischen Schweden bis 2020 verkündet worden - obwohl mit Paris Saint-Germain ein europäischer Spitzenclub schon zweifach am SG Trainer Vranjes großes Interesse gezeigt hatte. Doch der Familienvater von zwei Kindern blieb seiner ersten Station als Trainer und somit der SG Flensburg-Handewitt treu.

Das große Interesse am leidenschaftlich arbeitenden Trainer hielt dennoch weiter an. Über eine Anfrage des ungarischen Spitzenvereins Telekom Veszprém, die aus der Sicht von Ljubomir Vranjes besonders attraktiv war, informierte Ljubomir Vranjes frühzeitig Geschäftsführung und Beirat der SG. Intensive Gespräche mit der SG und zuletzt mit Telekom Veszprém schlossen sich an. Letzten Endes hat die SG einer Freigabe zum 30. Juni 2017 zugestimmt. Die SG will dem Erfolgstrainer nicht im Wege stehen, wenn er jetzt eine neue Herausforderung sucht. Über die Vertragsbestandteile wurde gemeinsam Stillschweigen vereinbart, ebenso über die Höhe einer möglichen Ablösesumme.

Der Verein blickt auf eine erfolgreiche Dekade mit dem Trainer zurück. Neben diversen zweiten Plätzen in der DKB Handball-Bundesliga und im DHB-Pokal feierte die SG mit Vranjes den Sieg beim Europapokal der Pokalsieger 2012, den Super Cup Sieg 2013, den Triumph in der Königklasse als Champions-League-Sieger 2014 und den DHB-Pokalsieg 2015. 2017 spielen Flensburgs Handballer noch um alle Titel in aussichtsreicher Position mit.

Das sagt Vranjes selbst zu seinem Wechsel:

„Nach Monaten reiflicher Überlegung bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich nach elf Jahren in der SG Familie diese neue Herausforderung annehmen muss – auch wenn es die bisher schwerste sportliche Entscheidung meines Lebens ist. Es gibt mehrere Gründe, warum ich um eine Freigabe gebeten habe, eine der wichtigsten ist mein Privatleben. Deswegen bedanke ich mich bei der SG, dass sie meinem Wunsch nachgekommen ist. Ich werde zusammen mit meinen Jungs die letzten Monate Vollgas geben, um uns und euch alle mit einen würdigen Abschied zu ehren.“

Auch auf Facebook wandte er sich ebenfalls an seine Fans. In seiner Nachricht schrieb er unter anderem: „Mir ist klar, dass es manchen schwerfallen wird meine Entscheidung nachzuvollziehen. Ich weiß, dass es keinen optimalen Zeitpunkt für so eine Entscheidung gibt aber ich habe SG sehr früh alles mitgeteilt. [...] Ich habe sehr viele Angebote abgelehnt und treue SG geblieben, auch wenn ich ohne Ablöse gehen konnte. Jetzt profitiert fairerweise SG von mein Weggang, die haben auf mich geglaubt. [...] Jetzt werde ich zusammen mit meinen Jungs die letzten Monaten Vollgas geben, um uns und euch alle mit einen würdigen Abschied zu ehren.
Das war von mir ein paar ehrliche Worte und ich hoffe irgendwie das ihr die Entscheidung verstehen können!“

 

Reaktionen:

SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke: „Nach reiflicher Überlegung gemeinsam mit dem Beirat sind wir zu dem Entschluss gekommen, Ljubomir Vranjes die gewünschte Freigabe zu erteilen. Ljubo hat in den vergangenen Jahren hier einen sehr professionellen Job gemacht und großartige Erfolge zusammen mit der Mannschaft erreicht und wird diese Arbeit auch  bis zum Ende dieser Saison mit vollem Engagement fortführen. In den letzten Jahren sind immer wieder Anfragen von anderen Vereinen und Verbänden für die Personalie Ljubomir Vranjes an uns herangetragen worden, die wir schlussendlich aber immer gemeinsam abgewendet haben. Nachdem uns Ljubomir Vranjes erneut um Freigabe gebeten hat, sind wir nun zu dem Entschluss gekommen, ihm diese für den Wechsel nach Veszprém zu erteilen. Bis zum Ende dieser Saison werden wir als Verein mit Ljubomir Vranjes  konzentriert unsere Saisonziele weiterverfolgen und alles dafür tun, diese schlussendlich auch zu erreichen. Über eine mögliche Nachfolge werden wir keinerlei Wasserstandsmeldungen oder Zeitpläne veröffentlichen. Fans und Förderer unserer SG  können sicher sein, dass wir zum Wohle der SG und unserer Mannschaft intensiv nach der bestmöglichen Lösung suchen werden, die uns auch zukünftig in der europäischen Spitze hält.“

SG Beiratsvorsitzender Boy Meesenburg: „Strategisch haben sich Geschäftsführung und Beirat der SG Flensburg-Handewitt vor circa anderthalb Jahren auf eine längerfristige Zusammenarbeit mit Ljubomir Vranjes bis 2020 ausgerichtet. Aufgrund der Bitte von Ljubomir Vranjes um Freigabe haben wir uns in intensiven Gesprächen mit SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke nun dennoch entschieden, dem Wunsch von Ljubomir Vranjes nachzukommen. Der jetzige Zeitpunkt ermöglicht es uns, frühzeitig neue zukunftsweisende Entscheidungen treffen zu können. Die SG Flensburg-Handewitt ist seit Jahrzehnten ein Verein von europäischer Spitzenklasse. Daher wird es auch eine gute Nachfolgelösung geben, das verspreche ich. Als großer Fan und Förderer von Ljubo bin ich enttäuscht über sein frühzeitiges Ausscheiden aus seinem Vertrag, aber dankbar für seine Arbeit für unsere SG. Ich bin zuversichtlich, dass wir nicht nur in dieser Saison, sondern auch in Zukunft Titel und Spitzenhandball in unserer Region erleben werden.

SG Kapitän Tobias Karlsson: „Die Nachricht von einem möglichen Weggang von unserem Trainer geisterte ja schon seit mehreren Wochen durch die Medien. Nun haben wir als Mannschaft Gewissheit und wissen, woran wir sind. Wir werden uns jetzt nach der Weltmeisterschaft als Mannschaft nur noch auf die kommenden Monate in der aktuellen Saison konzentrieren. Wir haben mit dieser Mannschaft und in dieser Saison noch sehr große Ziele, die wir erreichen möchten. Nach so vielen gemeinsamen Jahren mit Ljubo und so viel zusammen verbrachter Zeit fällt ein Abschied natürlich nie leicht, aber über Abschied und die neue Saison machen wir uns als Spieler erst dann Gedanken, wenn es soweit ist. Wir vertrauen der Vereinsführung der SG, dass es eine gute Lösung nach Ljubo geben wird.“

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erstellt am 01.Feb.2017 | 13:46 Uhr

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