Handball : SG und THW setzen neue Maßstäbe

Überragender Akteur: Mit 18 Treffern hatte THW-Kapitän Stefan Lövgren maßgeblichen Anteil am Sieg seiner Mannschaft. Foto: Hobke
Überragender Akteur: Mit 18 Treffern hatte THW-Kapitän Stefan Lövgren maßgeblichen Anteil am Sieg seiner Mannschaft. Foto: Hobke

Die SG Flensburg -Handewitt hat sich an die Spitze gekämpft. Zu später Stunde waren sie hellwach und bezwangen Melsungen mit 38:32. Der THW Kiel hat sich gegen die Rhein-Neckar-Löwen durchgesetzt. Nur der HSV musste eine Niederlage einstecken.

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14. September 2008, 06:55 Uhr

Mannheim | Der hochgelobte "Regent" Stefan Lövgren strahlte wie ein König, 9051 entzückte Zuschauer applaudierten begeistert und die Konkurrenz ist gewarnt: Das Handball-Feuerwerk beim 42:40-Erfolg des THW Kiel bei den Rhein-Neckar Löwen hat neue Maßstäbe in der Bundesliga gesetzt. Vor allem der wie entfesselt aufspielende "Alte Schwede" Lövgren sorgte in dem mitreißenden Duell zweier Champions League-Starter mit 18 Toren und genialer Spielführung für Glanzpunkte. "Das war eine unfassbare Partie mit unglaublichem Tempo. Wir sind super zufrieden. Die Löwen sind schließlich nicht irgendeine Mannschaft, sondern wollen genauso Meister werde wie wir", sagte der 37-Jährige glücklich.
SG Flensburg-Handewitt kämpft sich an die Spitze
Zu später Stunde war die SG Flensburg-Handewitt hellwach. Erst um 21 Uhr wurde am Abend die Partie der Flensburger in der Handball-Bundesliga bei der MT Melsungen angepfiffen, doch mit der ungewöhnlichen Zeit hatten die Mannen von Trainer Kent-Harry Andersson ebenso wenig Probleme wie mit dem Gegner. In der Rothenbachhalle in Kassel kam die SG zu einem ungefährdeten 38:32 (19:15)-Sieg. Lohn der überzeugenden (Spät-)Vorstellung war die Tabellenführung der Liga.
"Wir wollen diese Tabellenführung nicht überbewerten", sagte Geschäftsführer Fynn Holpert. Ebenfalls ungeschlagen sind Kiel und der TBV Lemgo, der am Mittwoch bei den Rhein-Neckar Löwen spielt.
HSV Handball scheitert an Dormagen
Blankes Entsetzen herrscht beim Nord-Rivalen HSV Hamburg nach der 27:28-Niederlage bei Aufsteiger TSV Dormagen. "Dass es ein Stotter- Start für uns wird, war klar. Aber dass es so schlecht läuft, war nicht zu erwarten", sagte HSV-Manager Piet Krebs. Die Dormagener haben zehn Tage nach dem 28:28 in Kiel ihren Ruf als Favoritenschreck erneuert. "Ich bin sehr zufrieden. Das ist ein sensationelles Ergebnis", befand Trainer Kai Wandschneider, "das sind Zusatzpunkte".
Die Hamburger hinken den Top-Teams hinterher. Der Vorjahresdritte fiebert deshalb dem Gastspiel des Tabellen-Siebten SC Magdeburg entgegen, der Großwallstadt mit 35:34 bezwang. “Besser ein starker Rivale als wieder ein sogenanntes No-Name-Team. Damit auch alle Reserven mobilisiert werden„, sagte Krebs und gestand: “Der Akku ist leer. Am liebsten würden wir die ganze Mannschaft in Urlaub schicken und sagen: Seid rechtzeitig zum Spiel gegen Magdeburg zurück.
Zebras waren die wahren Löwen
In der ihrer Arena trauten Fans der Rhein-Nechar-Löwen und Funktionäre kaum ihren Augen. "Es war ein absolutes Spitzenspiel", sagte Löwen-Trainer Juri Schewzow. Sein Kieler Kollege Alfred Gislason, der einmal mehr ohne den verletzten Welthandballer und Olympiasieger Nikola Karabatic auskommen musste, fiel ein Stein vom Herzen. "Wir sind überglücklich über diesen extrem wichtigen Sieg, weil wir uns im Vergleich zum schon sehr guten Spiel gegen Magdeburg nochmals steigern konnten", sagte der Isländer.
"Lövgren ist förmlich explodiert"
Im Mittelpunkt des Spiels bei den Löwen aber stand der mit Spitznamen "Löwe" gerufene Stefan Lövgren. Das Wissen um sein Karriereende nach dieser Saison scheint dem Ausnahmespieler noch einmal Flügel zu verleihen. "Lövgren ist förmlich explodiert", anerkannte Löwen-Trainer Schewzow. "Der wahre Löwe war heute Stefan Lövgren, das war sensationell", lobte Kiels Manager Uwe Schwenker.
In seiner zehnten Saison beim THW Kiel führt der Schwede mit 40 Treffern nach vier Spielen die Bundesliga-Torschützenliste an. Zudem verfehlte er mit seinen 18 Toren den gut 25 Jahre alten Bundesliga- Rekord von Jerzy Klempel (19) nur knapp. "Stefan Lövgren bot natürlich eine überragende Leistung", sagte der ein Jahr ältere Kreisspieler Christian Schwarzer von den Rhein-Neckar Löwen.

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