Handball-Bundesliga : SG Flensburg Handewitt schlägt Lübbecke nach hartem Kampf

Thomas Mogensen jubelt nach dem Sieg gegen Lübbecke.
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Thomas Mogensen jubelt nach dem Sieg gegen Lübbecke.

Die Mannschaft von Trainer Maik Machulla kann am kommenden Sonntag Deutscher Meister werden.

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27. Mai 2018, 14:18 Uhr

Flensburg | Drückende Hitze, lautstarke Kulisse, ein verzweifelt kämpfender Gegner und das Ringen mit der eigenen Nervosität – die SG Flensburg-Handewitt wurde im vorletzten Saisonspiel der Handball-Bundesliga beim TuS N-Lübbecke vor eine harte Prüfung gestellt. Der Tabellenführer hat sie mit Bravour bestanden. Nach dem 27:24 (17:16)-Sieg ist im Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Frischauf Göppingen nur noch ein Schritt zum seit 14 Jahren ersehnten zweiten Meistertitel zu gehen.

„Ich hoffe, dass dann die Halle weggesprengt wird. So eine Stimmung brauchen wir. Ich war schon mehrmals in der Halle, wenn andere Mannschaften Meister wurden, nun möchte ich es selbst endlich erleben“, sagte Holger Glandorf. Dem Linkshänder war die Erleichterung anzusehen. „Es war sauschwierig. Die Halle war heiß und der Ball glitschig. Da war klar, dass es nicht um einen Schönheitspreis geht.“

Bitter war das Ende für die Gastgeber, die nicht wie ein Abstiegskandidat auftraten. „Ein Riesenfight, ein Riesenspiel – leider stehen wir mit leeren Händen da“, sagte TuS-Trainer Aaron Ziercke, der nun mit seinem Team am letzten Spieltag in Lemgo gewinnen muss, um die Klasse zu halten.

Die Flensburger hatten einen guten Start und gingen durch schön herausgespielte Tore von Rechtsaußen Lasse Svan mit 2:0 in Führung. Dann begann die Quälerei. Nettelstedts 5:1-Abwehr war kein Problem, da fand die SG gute Lösungen. „Wir haben richtig tollen  Angriffshandball gespielt. Die Mannschaft hielt sich immer an das Konzept und verlor nie den Glauben“, sagte Trainer Maik Machulla. Doch immer wieder standen den Flensburgern bei besten Chancen erst Peter Tatai und dann ganz besonders Joel Birlehm im Nettelstedter Tor im Weg. Gegenüber bekam dagegen Mattias Andersson kaum etwas zu fassen, der Wechsel auf Kevin Möller brachte zunächst keinen Gewinn.

So lagen die geduldig spielenden Gastgeber nach 13 Minuten sogar mit 9:6 vorn, weil sie ihre Möglichkeiten nach langen Angriffen effektiver nutzten. Die SG-Deckung bekam nur schwer Zugriff auf Linkshänder Dener Jaanimaa, den Halblinken Marko Bagaric sowie auf die Spielmacher Ante Kaleb und Lukasz Gierak.

Dann stabilisierte sich die SG-Abwehr, in der überraschend Jacob Heinl von Beginn an spielte. Er hatte nach dem Aufwärmen signalisiert, dass er einsatzfähig sei. „Wenn man die Chance hat, einmal im Leben Meister zu werden, dann will man unbedingt dabei sein“, sagte Heinl. „Es war so abgesprochen, dass ich anfange, da nach dem Aufwärmen meine Muskulatur noch warm war.“

Die Gäste holten sich die Führung zurück, konnten sich aber nicht absetzen. In den ersten zehn Minuten nach der Pause verwarf der Spitzenreiter eine Chance nach der nächsten. Aber auch die Gastgeber verloren ihre Präzision im Abschluss, dazu lief Kevin Möller langsam warm. So behauptete die SG den knappen Vorsprung, legte erst zwei (24:22, 49.) und dann drei Tore (26:23, 54.) vor. Mit dem Treffer von Rasmus Lauge zum 27:24 drei Minuten vor Schluss und einem darauf folgenden Fehlwurf von Bagaric weit über das Tor war die Sache endlich entschieden.

„Die Meisterschaft kommt Stück für Stück näher. Das ist jetzt alles viel mehr als Handball, sondern so viel Kopfsache. Jetzt haben wir es einmal unter diesen Voraussetzungen probiert, beim zweiten Mal funktioniert es hoffentlich besser“, sagte Thomas Mogensen.

TuS N-Lübbecke: Tatai, Birlehm (ab 24.) – Genz, Kaleb (3), Grabarczyk, Gierak (1), Bagaric (4), Gruszka, Rakovic (6/3), Torbrügge (3), Jaanimaa (7), Schade, Zetterman, Hövels, Speckmann.

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Möller (ab 21.) – Karlsson, Glandorf (4), Mogensen (1), Svan (9), Wanne (4/3), Jeppsson (n.e.), Steinhauser (n.e.), Heinl, Toft Hansen, Gottfridsson (2), Lauge (7), Mahé (n.e.), Röd (n.e.).

  • SR: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweier).
  • Zeitstrafen: 2:2
  • Siebenmeter: 3:3
  • Zuschauer: 1817
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