Handball-Bundesliga : Rhein-Neckar Löwen verlieren: SG Flensburg-Handewitt auf dem Weg zum Titel

Die Rhein-Neckar Löwen haken den Titel-Hattrick nach der Niederlage gegen Melsungen ab.
Die Rhein-Neckar Löwen haken den Titel-Hattrick nach der Niederlage gegen Melsungen ab.

SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke will sich aber nicht zu früh freuen und ruft zur Konzentration auf.

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25. Mai 2018, 10:40 Uhr

Mannheim | Die Rhein-Neckar Löwen haben im Kampf um die deutsche Handball-Meisterschaft einen schweren Rückschlag erlitten. Die Mannheimer verloren am Donnerstag ihr Heimspiel gegen die MT Melsungen mit 23:24 (15:13) und liegen zwei Spieltage vor dem Saisonende mit 51:13 Zählern einen Punkt hinter der spielfreien SG Flensburg-Handewitt, die jetzt die besten Chancen auf den zweiten Titel nach 2004 hat.

„Jetzt liegt es nicht mehr in unseren Händen“, sagte Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen nach dem dritten Spiel ohne Sieg in Serie im TV-Sender Sky. Vor 8789 Zuschauern in der SAP-Arena mussten die Löwen die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen. In der 44. Minute führten die Badener noch mit 21:18. Die Nordhessen kämpften sich durch die überragende Leistung von Keeper Nebojsa Simic wieder heran und gingen in der 58. Minute beim 23:22 erstmals in Führung. Löwen-Regisseur Andy Schmid scheiterte mit dem letzten Wurf.

Das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen unterlag somit der MT Melsungen in eigener Halle und braucht nun ein Wunder. Mit 51:13 Punkten bleibt der deutsche Handball-Meister knapp hinter Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt (52:12), der nun alles selbst in der Hand hat, den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu holen.

Des einen Leid...

...ist des anderen Freud.

Im Kampf um den zweiten Startplatz in der Champions League sitzen nun die Füchse Berlin den Mannheimern im Nacken. Nach dem 26:20 (13:12) über den abstiegsbedrohten TuS N-Lübbecke sind die Hauptstädter punktgleich mit den Löwen. Nur die deutlich bessere Tordifferenz spricht noch für die Mannheimer.

Der Tabellen-Vierte SC Magdeburg fand nach dem enttäuschenden dritten Platz beim EHF-Cup-Finalturnier in eigener Halle auch beim HC Erlangen nicht in die Erfolgsspur zurück. Der SCM unterlag den Franken 29:31 (14:15). Das Schwaben-Derby entschied Frisch Auf Göppingen mit einem 30:23 (14:12)-Auswärtssieg über den TVB 1898 Stuttgart für sich. Die HSG Wetzlar unterlag dem TBV Lemgo 23:24 (7:12).

Reaktion der SG Flensburg-Handewitt

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt denken trotz der Übernahme der Bundesliga-Tabellenführung noch nicht an den möglichen Gewinn der zweiten deutschen Meisterschaft. „Die Saison ist erst mit dem letzten Pfiff am letzten Spieltag beendet“, sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke am Freitag.

Die Norddeutschen haben nach der überraschenden Heimniederlage der Rhein-Neckar Löwen gegen die MT Melsungen nun einen Punkt Vorsprung auf die Mannheimer. „Danke an Melsungen, dass wir nun aus eigener Kraft Meister werden können. Das wäre der Lohn für eine konstant gute Saison“, sagte Schmäschke weiter, betonte aber auch: „Wir denken noch nicht so weit. Wir haben einen Riesen-Respekt vor den beiden ausstehenden Spielen.“

Die Flensburger treten am Sonntag (12.30 Uhr) beim abstiegsbedrohten TuS N-Lübbecke an, ehe beim Saisonfinale am 3. Juni in eigener Halle gegen Frisch Auf Göppingen der zweite Titelgewinn perfekt gemacht werden kann. Gerade der TuS N-Lübbecke hatte zuletzt mit einem Auswärtssieg in Gummersbach und auch am Donnerstag bei der 20:26-Niederlage bei den Füchsen Berlin überzeugt. „Wir sind in einer Situation, über die wir uns freuen, aber wir dürfen nur auf uns selbst schauen“, forderte Schmäschke volle Konzentration bei der SG.

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