Handball Champions League : Der Meister Flensburg als Außenseiter – drei Spieler fallen aus

SG-Kreisläufer Simon Hald (l.) macht Trainer Machulla derzeit viel Freude. Vor allem in der Abwehr ist der Neuzugang zu einer verlässlichen Kraft gereift.
SG-Kreisläufer Simon Hald (links) macht Trainer Machulla derzeit viel Freude. Vor allem in der Abwehr ist der Neuzugang zu einer verlässlichen Kraft gereift.

Die SG Flensburg-Handewitt tritt heute bei der Weltauswahl von Paris St. Germain an.

shz.de von
10. November 2018, 14:30 Uhr

Gemischte Gefühle bewegten Maik Machulla am Freitag auf der Anreise nach Paris. Einerseits verspürte der Trainer Vorfreude auf den Vergleich der SG Flensburg-Handewitt mit der nominell wohl besten Handballmannschaft der Welt, andererseits Frust über die Umstände, die diese Partie in der Gruppe B der Champions League begleiten. „Das Spiel gegen Paris St. Germain ist ein Highlight. Schade, dass keine optimale Vorbereitung möglich ist.“ So wird es vor dem Anwurf heute um 17.30 Uhr im Stade Pierre de Coubertin kein Abschlusstraining geben.

Immerhin: Der 33:20-Sieg am Donnerstag in Bietigheim kostete kaum Substanz. „Das war auch mal schön“, sagte Machulla über die Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen, in der die Flensburger auch ohne Tobias Karlsson, Magnus Röd und Marius Steinhauser nicht eine Sekunde in Schwierigkeiten geraten waren.

Alle drei werden auch heute fehlen, denn Rechtsaußen Steinhauser, der in Bietigheim kurzfristig mit Fieber ausgefallen war, flog am Freitag von Stuttgart aus zurück nach Hause, während die Teamkollegen den Flieger nach Frankreich bestiegen. „Das ist schade, denn Marius hätte viel gespielt“, sagte Machulla. Karlsson geht es nach einer Gehirnerschütterung wieder besser. Ob er im Rückspiel gegen Paris am kommenden Mittwoch (18.45 Uhr) in der Flens-Arena wieder dabei sein kann, lässt sich aber noch nicht sicher sagen. Gleiches gilt für Röd, den Muskelprobleme plagen.

Trotz allem nennt der SG-Trainer das Treffen mit der Weltauswahl in der französischen Hauptstadt das „leichteste Spiel der Saison, denn wir sind nicht der Favorit“. PSG ist eines der wenigen Teams auf der Welt, gegen das die SG mit 3:5 Siegen in acht Spielen eine negative Bilanz hat. Auch die aktuelle Besetzung des mit fast 18 Millionen Euro jährlich gefütterten Ensembles repräsentiert auf nahezu jeder Position Weltklasse. Thierry Omeyer, Mikkel Hansen, Sander Sagosen, Kim Ekdahl du Rietz, Nedim Remili, Uwe Gensheimer, Luc Abalo, Henrik Toft Hansen, Luca Karabatic, Viran Morros – die Kaderliste von Trainer Raul Gonzales liest sich wie ein Who’s who des Spitzenhandballs. Da fällt selbst der Ausfall von Nikola Karabatic (Fuß-OP) kaum ins Gewicht.

Die gegen Skjern und in Bietigheim gesehene 5:1-Abwehr des Meisters hat Machulla nicht eigens für Paris üben lassen. „Ich will ein zweites Abwehrsystem haben. In der Vorbereitung war keine Zeit dafür. Wenn du eine neue Mannschaft auf ein System einstellst, kannst du daneben nicht noch ein zweites installieren. Inzwischen sieht alles etwas gefestigter und harmonisch aus. Simon Hald macht im Abwehrzentrum einen überragenden Job. Wir sind jetzt bereit, Zeit für etwas Neues zu investieren“, erklärte Machulla.

Froh war der SG-Trainer über die Leistung von Simon Jeppsson in Bietigheim: „Ich freue mich, denn ich brauche ihn jetzt, weil wir Rasmus Lauge und Holger Glandorf entlasten müssen.“ Den Einsatz des Schweden gegen Skjern habe er mit ihm zusammen noch einmal per Video analysiert. „Der erste Eindruck war schlechter, als es sich bei genauerem Hinsehen herausstellte. Simon fing sehr gut an, hatte dann aber drei Aktionen hintereinander, in denen er unglücklich aussah“, so Machulla über seinen Halblinken, der sich am Donnerstag gut erholt zeigte, sechs blitzsaubere Tore erzielte und weitere gute Szenen hatte.

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