SG Flensburg-Handewitt : Auswärtscoup bei Paris St. Germain – ein Sieg der Mannschaft

Flensburger Jubelsturm: Die SG-Handballer feiern ihren Auswärtscoup von Paris.
Flensburger Jubelsturm: Die SG-Handballer feiern ihren Auswärtscoup von Paris.

Die SG-Handballer setzen mit dem Sieg in Paris ein weiteres dickes Ausrufezeichen in der Champions League.

Jannik_Schappert_8449.jpg von
24. September 2020, 17:00 Uhr

Paris | Um 3.20 Uhr endete am frühen Donnerstagmorgen die kurze, aber überaus erfolgreiche Dienstreise der SG Flensburg-Handewitt. Aus dem Charterflieger stiegen in Sonderburg wenige Stunden nach dem sensationellen 29:28 (14:18)-Erfolg bei Paris St. Germain erschöpfte und glückliche Handballer. Zwei nicht eingeplante Champions-League-Punkte im Gepäck und die Aussicht auf den freien Donnerstag sorgten für beste Laune im SG-Lager.

Ich könnte nicht stolzer auf die Mannschaft sein. Wir haben es verdient, hier mal zu gewinnen. Maik Machulla
 

Im sechsten Anlauf hatte es endlich mit einem Sieg bei dem PSG-Starensemble geklappt. Danach hatte es zur Pause überhaupt nicht ausgesehen. „Die ersten 15 Minuten haben wir naiv verteidigt und uns nicht unterstützt“, meinte SG-Trainer Maik Machulla. Scheinbar mühelos fanden Nikola Karabatic und Co. die Lücken in der Flensburger Abwehr, hinter der Torbjörn Bergerud oft auf sich alleine gestellt war. „18 Gegentore in einer Halbzeit sind nicht das, was wir wollen“, so Machulla.

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Mehr Aggressivität

Doch die SG glaubte weiter an ihr Konzept und schwang sich eine Woche nach dem 31:30-Sieg gegen Kielce erneut zu einem Comeback auf. Der Schlüssel lag in der Defensive. „Die Aggressivität war höher“, sagte Benjamin Buric, „dadurch war es für mich etwas leichter“.

Gemeinsam stark: SG-Keeper Benjamin Buric (li.) glänzte in der zweiten Halbzeit mit acht Paraden, wurde aber auch gut von der Deckung um Simon Hald (Mitte) unterstützt.
Ingrid Anderson-Jensen
Gemeinsam stark: SG-Keeper Benjamin Buric (li.) glänzte in der zweiten Halbzeit mit acht Paraden, wurde aber auch gut von der Deckung um Simon Hald (Mitte) unterstützt.
 

Der in der Pause eingewechselte Torwart entschärfte acht Würfe, darunter wenige Sekunden vor Schluss das Geschoss von Nedim Remili zum möglichen 29:29-Ausgleich. „Buric hat uns mit seinen Paraden geholfen. Aber auch Simon Hald und Magnus Röd haben in der Abwehr einen guten Job gemacht“, lobte Machulla. Der neu formierte Mittelblock wurde immer sattelfester, auch die eingestreute 5:1-Abwehr mit Lasse Möller als Störenfried auf der Spitze funktionierte.

Zweite Luft

23:18 (39. Minute), 23:21 (42.), 24:24 (48.) – Paris wurde vor fast 1000 Zuschauern im Stade Pierre de Coubertin fahrig. „Man konnte die Leute richtig hören, das war schön“, freute sich Hampus Wanne, mit acht Toren bester Werfer des Spiels, über die Kulisse. Machulla beobachtete: „Auf einmal war die Bank da und wir haben eine zweite Luft bekommen, während Paris Kräfte verloren hat.“

Pelkos Steigerung

Ausgerechnet der neue Kreisläufer Domen Pelko erzielte beim 25:24 mit seinem zweiten Treffer Flensburgs erste Führung. Wie die Abwehr musste sich auch der Slowene, der nur im Angriff zum Einsatz kam, in das Spiel beißen. „Ich war zu nervös“, gestand Pelko.

Einige Male war Spielmacher Jim Gottfridsson die Unzufriedenheit mit Stellungsspiel und Timing von Pelko anzusehen.

Es ist viel Arbeit, das alles zu lernen. Wann muss ich laufen? Wann stoppen? Das dauert noch ein bis zwei Wochen, dann ist alles gut. Domen Pelko
 

„Ist doch nur Handball“, habe er sich in der Halbzeit gesagt und sei etwas lockerer aufs Feld zurückgekehrt.

Kampfansage von Buric

Auch die anderen Neuen brachten sich ein. Franz Semper traf zum 26:25, Mads Mensah riss viele Lücken und erzielte das 28:27, Möller spielte tolle Pässe. „Es war ein Mannschaftssieg“, meinte Wanne. Der Schwede wurde als Spieler des Spiels gekürt.

Sieg gegen Kielce, Sieg in Paris – die SG hat vor dem Duell um den Supercup am Sonnabend (20.30 Uhr, Sky Sport News) in Düsseldorf gegen den THW Kiel zwei dicke Ausrufezeichen gesetzt. „Wir sind noch nicht am Maximum“, meinte Buric und blickte weit in die Zukunft: „Warum sollen wir eigentlich nicht mal wieder das Final Four erreichen?“

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