zur Navigation springen

Handball-Champions-League : SG Flensburg-Handewitt trifft auf launenhafte Kroaten aus Zagreb

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im letzten Hinrundenspiel in der Gruppe A der Champions League spielt Flensburg heute gegen HC Zagreb. Die Begegnung hat Tradition.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 13:02 Uhr

Flensburg | Seit einem Vierteljahrhundert gehören Zagrebs Handballer zum festen Inventar der Wettbewerbe um die europäischen Vereinstitel. Mit den Sponsoren wechselten die offiziellen Namen des Klubs, doch die Kurzform RK oder jetzt HC Zagreb bürgte stets für Qualität. Auch die Champions-League-Duelle der Kroaten mit der SG Flensburg-Handewitt haben Tradition. Heute (19 Uhr, Liveticker auf shz.de) kommt es in der Flens-Arena bereits zur elften Begegnung zwischen dem Rekordmeister Kroatiens und dem deutschen Pokalsieger.

Der Viertelfinalist der vergangenen Saison, der erst gegen den FC Barcelona ausschied, stellt eine konkurrenzfähige, aber etwas launenhafte Mannschaft, die sich zum Auftakt mit einem 29:22-Erfolg über den THW Kiel Respekt verschaffte, kürzlich aber in Istanbul unterlag. Die Heimstärke im Hexenkessel der Arena Zagreb ist der große Trumpf des Teams, doch auch auswärts ist es nicht zu unterschätzen, meint SG-Trainer Ljubomir Vranjes: „Außer in Paris hat Zagreb immer enge Spiele geliefert.“ Die Schlappe in Istanbul sei mit Vorsicht zu betrachten. „Da haben sie gut gekämpft, aber spielerisch hat einiges nicht gestimmt. Und Istanbul hat hier mal bis zum Ende Druck gemacht und dann alles getroffen. Auch Besiktas ist eine gute Mannschaft.“

Die schillerndste Figur bei den Gästen ist kein Spieler, sondern der Trainer Veselin Vujovic. Ein Handball-Genie mit extrem niedriger Reizschwelle. Eine Reihe von Skandalen pflastert die Karriere des 54-Jährigen, darunter der Eklat von Ciudad Real 2002 mit dem Kung-Fu-Tritt gegen SG-Linksaußen Lars Christiansen. Vranjes selbst hat allerdings nie schlechte Erfahrungen mit Vujovic gemacht, vielmehr hat er zu Beginn seiner eigenen Laufbahn zu dem einstigen Welthandballer aufgeschaut. „1986 habe ich ihn das erste Mal getroffen. Das war für mich das Größte, ich war ja fast noch ein Kind. Er war in der jugoslawischen Nationalmannschaft ein absolut herausragender Spieler“, erinnert sich der SG-Trainer, der sich auf die Begegnung mit dem Kollegen freut. Auch, weil Zagreb „fast wie wir spielt, also mit einem überragenden Konzept“, wie Vranjes breit grinsend feststellt.

In den Video-Analysen hat er zwei Abwehrsysteme gesehen: die 6:0-Deckung und eine offensivere Variante zwischen 5:1 und 3-2-1, aus der gefährliche Konter gelaufen werden. Das Team sei eine Mischung aus jungen, aggressiven Spielern und Veteranen wie Tonci Valcic (37 Jahre) oder Zlatko Horvat (31), alle körperlich sehr robust. Im Rückraum sorgen insbesondere der zwei Meter große Linkshänder Luka Stepanovic und sein Pendant auf der anderen Halbposition, Domagoj Pavlovic, für Torgefahr.

Bei den Flensburgern haben alle Akteure die Länderspielpause bzw. die Partien mit ihren Auswahlmannschaften gut überstanden. Lediglich Anders Eggert plagten Wadenprobleme, wegen der er nur ein Spiel für Dänemark bestritt. Sein Einsatz ist ebensowenig gefährdet wie der von Kapitän Tobias Karlsson nach einer Zahn-OP.

Besonders freute sich Vranjes über Petar Djordjic, der vom Supercup „voll mit Energie“ zurückkehrte. Zwar lief das Turnier für Serbien nicht optimal, doch Djordjic bekam Spielanteile und tankte mit seinen Toren Selbstvertrauen. „Er spürt jetzt den Unterschied, den körperliche Fitness ausmacht und ist auf einem guten Weg“, sagte der SG-Trainer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen