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Handball-Nationalmannschaft : Rücktritt: Holger Glandorf hört auf

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Seine Wurfgewalt ist enorm. Für Deutschland wird der 31-jährige Rückraumspieler nun aber nicht mehr auf Torejagd gehen. Über ein Jahrzehnt Profi-Handball fordern seinen Tribut.

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erstellt am 01.Sep.2014 | 16:18 Uhr

Flensburg | Der Kopf will noch, der Körper kann aber nicht mehr: Holger Glandorf hat nach elf Jahren seinen Rücktritt aus der deutschen Handball-Nationalmannschaft erklärt. Der 31-Jährige vom Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt führte für diese Entscheidung vor allem gesundheitliche Probleme an. „Die Entscheidung ist über den ganzen Sommer gereift. Zwölf Jahre Profi- und elf Jahre Nationalmannschaftskarriere gehen an keinem Körper spurlos vorbei. Ich habe einige gesundheitliche Baustellen, die ich nicht mehr ignorieren kann“, erklärte der Weltmeister von 2007 am Montag im Interview dem Magazin „Handball Time“. Er geht somit mit einer Bilanz von 167 Länderspielen und 576 Toren für Deutschland in den internationalen Ruhestand.

Weil der wurfgewaltige Rückraumspieler für den Champions-League-Sieger aus Flensburg noch einige Jahre auf Torejagd gehen will, steht er nun dem neuen Bundestrainer Dagur Sigurdsson nicht mehr zur Verfügung. Mit dem Isländer, der am Dienstag seinen Kader für die Länderspiele gegen die Schweiz bekanntgibt, führte Glandorf ein „langes und gutes Gespräch. Seine Ideen und Ansätze haben mich genauso begeistert, wie sie auch meine langjährigen Mitspieler und meine Nachfolger begeistern werden. Aber für meinen Club möchte ich auch in den nächsten Jahren gesund zur Verfügung stehen, dafür sind längere Regenerationspausen nötig, die die aktuelle Doppelbelastung nicht zulässt.“

Der Linkshänder hatte 2012 nach einer Ferseninfektion gar sein Karriereende befürchten müssen. Wegen Achillessehnenproblemen hatte er sich von Teamärzten des Deutschen Handballbundes (DHB) mit einer Cortisonspritze behandeln lassen, die später eine starke Entzündung ausgelöst hatte. Eine Notoperation und zwei weitere Eingriffe folgten. Dann hatte Glandorf eine Klage gegen den Mannschaftsarzt angekündigt, die Auseinandersetzung endete mit einem Vergleich. „Nach den drei infektionsbedingten Fußoperationen, die 2012 in kurzen Abständen erfolgten, habe ich meinen Blutdruck nie richtig in den Griff gekriegt. Hierzu kommen einige andere verschleißbedingte Beschwerden. Schon am Anfang des Jahres habe ich gemerkt, dass ich zwar meinen Kopf steuern, aber meinen Körper nicht täuschen kann“, erklärte Glandorf.

Für ein Comeback würde er nur im absoluten Notfall bereitstehen. „Wenn alle Stricke reißen, bin ich immer gesprächsbereit“, erklärte der zweifache Familienvater dem Fachmagazin. „Allerdings kann ich die Jahre, in denen ich noch Handball spielen kann, an einer Hand abzählen. Ich muss auch sagen, dass ich nach meinem langen Krankenhausaufenthalt 2012 auch ziemlich demütig geworden bin, was meine Gesundheit betrifft. Nach meiner Karriere möchte ich zumindest einigermaßen gerade gehen können.“

Wann hatte Holger Glandorf sein Länderspieldebüt?

Sein Länderspieldebüt hatte der Rückraumspieler am 4. Januar 2003 gegen Ungarn in Stuttgart.

Für welche Vereine hat Holger Glandorf gespielt?

Bis 1999 spielte Holger Glandorf beim Osnabrücker SC. Von 1999-2009 bei der HSG Nordhorn, danach von 2009-2011 bei der TBV Lemgo. Seit 2011 spielt der 31-Jährige für die SG Flensburg-Handewitt.

Was sind Holger Glandorfs größten Erfolge?

Holger Glandorf wurde mit der Nationalmannschaft 2007 Weltmeister. Mit der SG Flensburg-Handewitt wurde er 2014 Champions-League-Sieger. 2008 gewann er mit der HSG Nordhorn den EHF-Pokal,  2010 mit dem TBV Lemgo. Den Europapokal der Pokalsieger gewann Glandorf im Jahr 2012 mit der SG Flensburg-Handewitt. 

 
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