Sportlicher Überlebenskampf : Nach dem Aufstieg: HSV-Handballer vor Nervenspiel in der 2. Liga

<p>HSV-Trainer Torsten Jansen startet mit seinem Spielern in das Abenteuer 2. Liga. </p>

HSV-Trainer Torsten Jansen startet mit seinem Spielern in das Abenteuer 2. Liga.

Mitte Juli startet das Team von Trainer Torsten Jansen in die Vorbereitung. Vizepräsident Martin Schwalb erwartet eine komplizierte Saison.

shz.de von
28. Juni 2018, 11:40 Uhr

Hamburg | Der Handball-Sportverein Hamburg (HSV) ist zurück. Als Aufsteiger aus der 3. Liga bestreiten die Hanseaten am 25./26. August ihr erstes Spiel in der 2. Bundesliga. Vor zwei Jahren herrschte Finsternis. Im Januar 2016 stand der professionelle Handball in Hamburg vor dem Nichts. Nach der Insolvenz der Spielbetriebsgesellschaft hatte sich der HSV, Champions-League-Sieger von 2013, deutscher Meister von 2011, Pokalsieger von 2006 und 2010, aus der Bundesliga zurückgezogen.

Jetzt beginnt das Abenteuer 2. Liga. Die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen erwartet angesichts von fünf Absteigern unter 20 Teams eine schwierige Spielzeit. Das weiß auch Martin Schwalb, der als Coach für alle Erfolge des alten HSV Hamburg verantwortlich war und seit dem Neustart Vizepräsident ist: „Es wird von der ersten Sekunde an ein Nervenspiel für mindestens zehn Mannschaften. Wir werden Lehrgeld bezahlen, aber ich hoffe, dass wir zweitligareif sind.“

Altlasten

Viele Neuzugänge hat das Team, das Mitte Juli mit der Vorbereitung startet, nicht. Fest steht Thies Bergemann (THW Kiel/TSV Altenholz) für die Rechtsaußenposition. Großes Interesse gibt es an der Verpflichtung des isländischen Nationalkeepers Aron Rafn Edvardsson. Schwalb: „Wir glauben, dass in der Mannschaft noch viel Potenzial steckt.“ So seien die lange verletzten Blazenko Lackovic, Finn Wullenweber und Jan Kleineidam „fast schon Neuzugänge“.

Ganz abgeschlossen ist die traurige Vergangenheit aber noch nicht. Die Altlasten aus der Zeit vor dem Neustart liegen laut Marc Evermann in „einem kleineren sechsstelligen Bereich“. Der Präsident des HSV betonte: „Es ist aber alles geregelt, wie es in den beiden nächsten Saisons auf null gefahren werden soll.“ Und Schwalb ergänzte: „Aus diesem Grund haben wir auch die Lizenz ohne Auflagen bekommen.“

„Wir kämpfen um jeden verdammten Euro“

Zum Ende der vergangenen Saison habe es bei den Hamburgern „geruckelt“, sagte Evermann: „Wenn die eine oder andere Rechnung von Sponsoren nicht pünktlich oder gar nicht bezahlt wird, trifft das gerade einen jungen Verein brutalst in der Liquidität.“ So wurden auch Gehälter nicht pünktlich überwiesen. Schwalb: „Es gab eine Verzögerung von ein paar Tagen. Es ist aber alles bezahlt.“. Momentan sei die Hauptaufgabe, den Übergang vom eingetragenen Verein zur Spielbetriebs-GmbH, unter deren Dach die Zweitliga-Mannschaft ab dem 1. Juli organisiert ist, zu organisieren.

Über die Höhe des Etats für die Saison sagte Schwalb: „Der steht noch nicht fest. Die Verträge geben den Etat vor, nicht wir.“ Evermann ergänzte: „Wir sind in der heißen Phase und führen Gespräche.“ Die Millionengrenze müsse aber überschritten werden. Die Suche nach Geldgebern in der Hansestadt sei nicht einfach. „Wir kämpfen um jeden verdammten Euro, und das kann man gerne auch mal zugeben“, sagte Schwalb. Derzeit unterstützen gut 100 Partner den Club.

Sportlicher Überlebenskampf

Seine Spiele wird der HSV in der Sporthalle Hamburg mit ihren gut 3000 Plätzen austragen. Knapp 2000 Dauerkarten sind verkauft. In der Planung ist, wie in den vergangenen Jahren, ein Weihnachtsspiel in der Barclaycard-Arena. Ein Traum der Clubverantwortlichen wäre eine Halle mit 8000 Plätzen in der Hansestadt.

Sieht Vereinspräsident Marc Evermann den Handball-Sportverein Hamburg irgendwann wieder in der Bundesliga? „Klar wollen wir uns auch irgendwann sportlich steigern, aber wir sehen das nach wie vor nicht mit irgendeinem Zeitfenster von fünf, zwei oder drei Jahren verbunden. Wir werden die Schritte dann gehen, wenn wir sportlich und wirtschaftlich dazu in der Lage sind.“ Jetzt beginnt erst einmal der sportliche Überlebenskampf in der 2. Bundesliga.

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