Trotz verpasster Krönung : Klein freut sich auf Zeit nach dem Handball

Dominik Klein verabschiedet sich in dieser Woche in den sportlichen Ruhestand - ohne die Königsklassen-Trophäe. Dennoch zieht er eine positive Bilanz und will dem Handball auch künftig erhalten bleiben.

shz.de von
28. Mai 2018, 10:53 Uhr

Trotz der verpassten Krönung zum Abschied blickte Handballer Dominik Klein nach dem verlorenen Champions-League-Finale mit HBC Nantes zufrieden auf seine Erfolgskarriere zurück.

«Alleine schon mit Nantes beim Finalturnier dabei zu sein, war für mich wie ein Titel», sagte Klein nach dem 27:32 gegen Montpellier HB. «Für mich persönlich war das Turnier das letzte Puzzlestück meiner Karriere. Ich bin tierisch stolz, dass ich das gemeinsam mit meiner Familie und vielen Freunden noch einmal in dieser Arena erleben durfte.»

Ehefrau Isabell und Sohn Colin saßen auf der Tribüne, als Klein seinen internationalen Abschied feierte – und frenetisch von den HBC-Fans gefeiert wurde. Ein Ligaspiel noch mit Nantes, dann endet die Karriere des gebürtigen Mainfranken. «Es ist für mich sensationell, dass ich noch einmal in Köln dabei war. Für unseren jungen Verein ist es unglaublich, dass wir hier dabei waren. Es gibt keinen passenderen Ort für mein Karriereende.»

In Köln war Klein 2007 Weltmeister geworden, in Köln hatte er 2010 und 2012 mit dem THW Kiel seine Champions-League-Titel zwei und drei nach 2007 gefeiert. Insgesamt stand Klein am Sonntagabend in seinem siebten Champions-League-Finale. Gemeinsam mit seinem langjährigen Kieler Mannschaftskameraden Christian Zeitz ist er mit drei Trophäen erfolgreichster Deutscher in der Königsklasse.

Den fließenden Übergang nach seiner aktiven Karriere hat Klein, der 2016 nach zehn Jahren in Kiel in Nantes seine neue Herausforderung suchte und fand, schon eingeleitet. Seit 2017 arbeitet er als TV-Experte für die ARD, vor vier Wochen wurde er als Münchens Botschafter für die Männer-Weltmeisterschaft 2019 vorgestellt. Und auch langfristig will er dem Handball verbunden bleiben: «Der Sport hat mir so viel gegeben, ich so viel vom Handball fürs Leben gelernt, das will ich gerne zurückgeben. Ob als Trainer oder Manager weiß ich noch nicht, ich werde einige Sachen ausprobieren.»

Im Herbst erwartet die Handballfamilie Klein – Dominiks Frau war bis zur Heim-WM 2017 Nationalspielerin und spielte zuletzt ebenfalls in Nantes – zum zweiten Mal Nachwuchs. Der Lebensmittelpunkt soll spätestens dann wieder nach Deutschland verlagert werden.

In der kommenden Woche stehen beide Kleins in München im Fokus: Dominik startet am Rande des Doppel-Länderspiels von DHB-Männern gegen Norwegen und DHB-Frauen gegen Polen in der Olympiahalle am 6. Juni die Kampagne «Kinder stark machen», Isabell wird offiziell aus der Nationalmannschaft verabschiedet. Dann ist noch einmal Gänsehaut garantiert.

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