97. Auflage : Kiel gegen Flensburg: Handball-Super-Derby steht an

Der THW Kiel trifft auf den Nord-Rivalen SG Flensburg-Handewitt.
Der THW Kiel trifft auf den Nord-Rivalen SG Flensburg-Handewitt.

Sowohl für den THW als auch für die SG geht es am Himmelfahrtstag um die internationalen Startplätze. Die Statistik der laufenden Saison spricht für einen Heim-Erfolg der Kieler.

shz.de von
08. Mai 2018, 13:59 Uhr

Es ist eine ungewohnte Situation für die beiden norddeutschen Topclubs der Handball-Bundesliga. Am vergangenen Wochenende fand die Endrunde um den deutschen Pokal ohne den THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt statt, am 26. und 27. Mai werden beide Clubs auch beim Finalturnier um die Champions League fehlen.

Dafür aber geht es am Donnerstag in der Bundesliga im 97. Schleswig-Holstein-Duell, im Handball-Super-Derby, um die internationalen Startplätze in der kommenden Saison. Die SG will am Himmelfahrtstag (19.00 Uhr) in der Kieler Sparkassen-Arena den zweiten Platz und damit die erneute Teilnahme an der europäischen Königsklasse sichern, der THW mit einem Sieg die Hoffnungen auf die dann 25. Europacup-Saison in Serie am Leben erhalten.

«Unabhängig von einem Derby-Sieg, der immer wichtig ist, werden wir jeden Punkt brauchen, der zu ergattern ist», sagte der Sportliche Leiter der Kieler, Viktor Szilagyi, der Deutschen Presse-Agentur: «Unser Ziel ist es, uns für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren.» Als Tabellen-Fünfter rangieren die Zebras derzeit nach Minuspunkten gerechnet vier Zähler hinter Rang vier, der aller Voraussicht nach zum Start im EHF-Pokal berechtigt.

Der Nordrivale aus Flensburg liegt nach Pluspunkten sogar gleichauf mit Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen, wobei der frischgebackene Pokalsieger aber zwei Spiele weniger absolviert hat. Nicht zuletzt deshalb geht es für SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke «in erster Linie darum, den zweiten Platz zu sichern. Alles andere liegt nicht in unserer Hand». Der Blick ist also eher auf die Kieler und nicht auf die Mannheimer gerichtet. Und vor denen hat Schmäschke Respekt: «Kiel hat das in den letzten Wochen gut gemacht. Sie haben zu alter Stärke zurückgefunden.»

Tatsächlich spricht die Saisonstatistik vor dem fünften Aufeinandertreffen in dieser Serie für den deutschen Rekordmeister, der das Hinspiel in Flensburg im Dezember vergangenen Jahres 35:27 gewann und auch in der Champions-League-Vorrunde (20:20 in Kiel, 33:30 in Flensburg) ungeschlagen blieb. Nur ein bedeutungsloses Vorbereitungsspiel hatte die SG mit 28:25 für sich entscheiden können. In den bislang 61 Duellen in der Bundesliga gab es für den THW 36 Siege und 22 Niederlagen bei drei Unentschieden. Der bis dato letzte Erfolg der Flensburger in Kiel stammt aus dem Mai 2016 (28:26).

Sowohl Schmäschke als auch Szilagyi erwarten einmal mehr ein hochemotionales Spiel. «Es herrscht immer schon eine besondere Stimmung, wenn man sein Auto abstellt und zur Halle geht», sagt der Österreicher Szilagyi, der Derbys im Trikot der Flensburger, für die er von 2010 bis 2012 gespielt hat, und der Kieler (2005 bis 2008) bestritten hat. Und für Schmäschke steht fest: «Das Derby ist ein Spiel, auf das man sich immer freut.» Und sicher auch gewinnen will.

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