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DHB-Bundestag : Handballbund stellt Weichen für Zukunft: «Perspektive 2020+»

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Im deutschen Handball soll es künftig noch professioneller und erfolgreicher zugehen als bisher. Der Verband verpasst sich auf dem Bundestag eine moderne Führungsstruktur und verabschiedet ein umfangreiches Perspektivprogramm. Chef bleibt Andreas Michelmann.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 16:18 Uhr

Am Vorabend des Jubiläums «100 Jahre Handball» hat der Deutsche Handballbund (DHB) die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

Mit der Verabschiedung des Reformpakets «Perspektive 2020+» und der bedeutendsten Satzungsänderung in der Verbandsgeschichte schuf der DHB, der auch in den kommenden vier Jahren von Präsident Andreas Michelmann angeführt wird, die Basis für eine weitere Professionalisierung sowie wirtschaftliche und sportliche Erfolge. «Wir wollen die erfolgreichste Handball-Nation der Welt werden», verkündete Michelmann am Samstag in Berlin.

Ein besonderes Geschenk überbrachte Hassan Moustafa, der Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF). Er kündigte an, dass die Handball-WM der Frauen in Deutschland doch live im Free-TV übertragen werden kann. «Wir haben seit mehr als eineinhalb Jahren versucht, wegen der TV-Rechte eine Lösung zu finden. Am Montag können wir einen entsprechenden Vertrag unterschreiben», sagte Moustafa. Damit wäre ein Szenario wie bei der Männer-WM Anfang des Jahres, die in Deutschland nur im Internet zu sehen war, vom Tisch. Details nannte Moustafa zunächst allerdings nicht.

Der DHB wird künftig neben dem zehn Personen umfassenden Präsidium von einem fünfköpfigen Vorstand geführt, der für das operative Geschäft zuständig ist. Ihm gehören Axel Kromer (Leistungssport), Paul Specht (Finanzen), Thomas Zimmermann (Marketing und Kommunikation) sowie Mark Schober (Generalsekretär) an.

«Wir können sehr froh darüber sein, dass wir uns für die Zukunft so aufstellen», sagte Schober. «Wir sind damit Vorreiter unter den deutschen Spitzensportverbänden.» Ein für die Mitgliedergewinnung zuständiger Vorstand soll noch eingestellt werden.

DHB-Boss Michelmann, der seit Ende September 2015 an der Spitze des größten Handballverbandes der Welt steht, wurde mit 93,69 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Im Verbandspräsidium sitzt weiter auch Bob Hanning, der sich im Zusammenspiel mit Sportvorstand Kromer wie bisher um die Belange des Leistungssports kümmern wird. «Ich freue mich auf die großen Aufgaben in den nächsten Jahren», sagte Hanning.

Der DHB hat sich mittelfristig ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Männer, die am Samstag in Magdeburg die Neuauflage des EM-Finals gegen Spanien mit 24:26 verloren, sollen bei allen kommenden Großveranstaltungen eine Medaille und bei Olympia 2020 Gold holen. Die Frauen sollen bei der Heim-WM im Dezember mindestens das Halbfinale erreichen und bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille gewinnen.

Wirtschaftlich steht der DHB so gut wie noch nie da. Im Jahr 2016 wurde der Umsatz auf rund 9,3 Millionen Euro und der Gewinn auf gut 323 000 Euro gesteigert - das beste Ergebnis in der Verbandshistorie. Das Eigenkapital wurde seit 2013 fast verfünfzehnfacht und beträgt nun 1,235 Millionen Euro. Großes Augenmerk will der DHB künftig auf die Mitgliedergewinnung legen. «Das ist die größte Baustelle. Da müssen wir gemeinsam größte Anstrengungen unternehmen», erklärte Michelmann.

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