Handball-WM 2015 : Katar: Das ist Deutschlands Gegner im Viertelfinale

Das katarische Team feiert den Sieg gegen Österreich.
Das katarische Team feiert den Sieg gegen Österreich.

Das Team von Katar ist eigentlich eine Internationalmannschaft. shz.de zeigt, wer für unseren Gegner aufläuft. Ab 16.30 Uhr können Sie das Spiel bei uns im Liveticker verfolgen.

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28. Januar 2015, 14:34 Uhr

Doha | Einst wurden sie Punktelieferant belächelt, inzwischen sind sie als Favoritenschreck gefürchtet: Katars Handballer haben bei ihrer Heim-Weltmeisterschaft den Sprung vom Teilnehmer zum Top Acht-Team vollzogen. Im Viertelfinale am Mittwoch (16.30 Uhr, Liveticker auf shz.de) gegen die deutsche Mannschaft will der Asienmeister als drittes nicht-europäisches Team nach Ägypten 2001 und Tunesien 2005 in die Medaillenrunde einer WM einziehen. shz.de stellt die Internationalmannschaft von Katar vor.

Trainer Valero Rivera

Valero Rivera kommt aus Spanien. 2013 führte er seine Landsleute zum WM-Titel. Mit einer offensiven Einbürgerungskampagne wurden geeignete Spieler aus zahlreichen Ländern für die Nationalmannschaft rekrutiert.

Torhüter Danijel Šarić

Valero Rivera.
dpa
Valero Rivera.

Danijel Šarić ist ein wahrer Nationalitätenwechsler. Er wurde 1977 im damaligen Jugoslawien geboren und besitzt demnach die serbische Staatsbürgerschaft. Für die serbisch-montenegrinische Nationalmannschaft absolvierte Šarić 50 Spiele. Ab 2010 lief der Torhüter, der sonst für seinen Club in Barcelona zwischen den Pfosten steht, für Bosnien-Herzegowina auf. Im Oktober 2014 wurde bekannt, dass Šarić bei der WM 2015 für Katar spielt. Den Katarern scheint ihr Spieler selbst noch nicht ganz bekannt zu sein. Auf der Internetseite des katrischen Handballverbands heißt Šarić mit Vornamen nicht Danijel, sondern Danuel.

Torhüter Goran Stojanović

Goran Stojanović.
dpa
Goran Stojanović.

Goran Stojanović hat einen bekannten deutschen Namensvetter: Goran Stojanović, den ehemaligen Handballtorwart vom HSV Hamburg. Der katarische Goran Stojanović ist witzigerweise auch Handballtorwart. Er wurde 1977 im ehemaligen Jugoslawien geboren und machte für die Nationalmannschaft von Montenegro 43 Spiele, ehe er 2014 die katarische Staatsbürgerschaft annahm. Deutschen Fans ist er aus seiner Zeit beim VfL Gummersbach (2006-2011) und den Rhein-Neckar Löwen (2011-2014) bekannt.

Žarko Marković

Žarko Marković.
dpa
Žarko Marković.

Žarko Marković ist Handballfans ein Begriff: Von 2013 bis 2014 spielte der im damaligen Jugoslawien geborene Handballer für den HSV Hamburg. Für die montenegrinische Handballnationalmannschaft spielte er 30 Mal. 2014 wechselte er von Hamburg nach Doha zum Club „al-Jaish“. Im Oktober wurde auch sein Wechsel zum katarischen Nationalteam bekannt.

Hassan Mabrouk

Hassan Mabrouk (rechts).
Imago/Xinhua
Hassan Mabrouk (rechts).

Hassan Mabrouk ist einer der Spieler mit den meisten Balleroberungen. Der gebürtige Ägypter spielt wie Marković für den Club „al-Jaish“ und würde von Katar eingebürgert.

Bertrand Roiné

Betrand Roine.
Imago/camera4
Betrand Roine.

Bertrand Roiné wurde in Sainte-Gemmes-d'Andigné in Frankreich geboren. 2005 debütierte er für die französische A-Nationalmannschaft. 2012 wechselte er zum Club Lakhwiya Doha. Ein Jahr später bekam er die katarische Staatsbürgerschaft und spielt seit dem für die Nationalmannschaft.

Rafael Capote

Rafael Capote.
dpa
Rafael Capote.

Rafael Capote wurde 1987 in Havana auf Kuba geboren. Seine Handballkarriere begann er in Italien beim Club Pallamano Conversano. 2012 wechselte er nach Spanien zu Ciudad de Logroño. Mittlerweile spielt auch er für „al-Jaish“ in Doha und wurde eingebürgert.

Eldar Memišević

Eldar Memišević.
Imago/Eibner Europa
Eldar Memišević.

Wer bei Eldar Memišević an den Balkan denkt, liegt richtig. Er wurde in Bosnien-Herzegowina geboren, spielt aber als Rechtsaußen für Katar - und das schon lange. Bereits 2011 bei der Jugend-WM in Argentinien (wo er geteilt bester Torschütze für Katar mit 23 Toren war) stand er für die Katarer auf dem Feld.

Borja Vidal

Borja Vidal.
Imago/Camera4
Borja Vidal.

Borja Vidal hat nicht nur seine spanische Staatsbürgerschaft gegen die katarische getauscht. Er wechselte auch die Sportart. Bis 2005 war der 2,06-Meter-Riese Basketballer. 2013 wurde er katarischer Nationalspieler und wechselte auch vom französischen Club HBC Nantes zu Al-Qiyadah in Doha.

Jovo Damjanović

Jovo Damjanović.
Imago/Camera4
Jovo Damjanović.

Jovo Damjanović wurde 1996 in Montenegro geboren. Seine Handballkarriere führte ihn nach Katar. Auch er spielt für „al-Jaish“ in Doha. Seit 2013 ist er katarischer Staatsbürger und spielte er für die U19 und seit 2015 für die A-Mannschaft.

Youssef Benali

Youssef Benali.
Imago/Pressefoto Baumann
Youssef Benali.

Youssef Benali wurde in Tunesien geboren. Er spielt für den katarischen Verein Lekhwiya und ist erst seit Beginn der Weltmeisterschaft Mitglied der katarischen Nationalmannschaft.

Die sechs weiteren Spieler, die auf der 16-Mann-starken Kaderliste der Internationalen Handballföderation notiert sind, kommen tatsächlich aus Katar.

Hadi Hamdoon

Hadi Hamdoon.
Imago/PanoramiC
Hadi Hamdoon.

Hadi Hamdoon debütierte 2011 in der U21-Nationalmannschaft von Katar. Er spielt für den Club „al-Jaish“. Seit Turnierbeginn ist er Mitglied der A-Nationalmannschaft.

Ameen Zakkar

Ameen Zakkar.
Imago/Camera4
Ameen Zakkar.

Ameen Zakkar ist Katarer und spielt als Rückraumspieler für den Verein Al Rayyan. Seit 2013 war er Mitglied der U19-Nationalmannschaft. Seit Turnierbeginn gehört er dem A-Team an.

Hamad Madadi

Hamad Madadi.
Imago/Xinhua
Hamad Madadi.

Hamad Madadi aus Katar spielt für den Verein Lekhwiya in Doha als Linksaußen. Der 26-Jährige ist seit 2013 Nationalspieler.

Abdulla Al-Karbi

Kamalaldin Mallash.
dpa
Kamalaldin Mallash.

Abdulla Al-Karbi kommt aus Katar. Der 24-Jährige spielt als Rechtsaußen für den Verein Al Sadd in Doha.

Kamalaldin Mallash

Kamalaldin Mallash.
dpa
Kamalaldin Mallash.

Kamalaldin Mallash wurde in Katar geboren. Er musste beim Eröffnungsspiel bewusstlos aus der Halle getragen werden, nachdem er mit einem brasilianischen Gegenspieler zusammengestoßen war. Er spielt seit 2013 für die U21 von Katar und „al Jaish“ in Doha.

Mahmud alla Hassab

Mahmud alla Hassab.
Imago/Newspix
Mahmud alla Hassab.

Mahmud alla Hassab kommt aus Katar. Der 28-Jährige spielt für Al Sadd.

Doch die offensive Einbürgerungspolitik ist nicht der einzige Grund, der Katar ins Viertelfinale führte. Es gibt weitere Erfolgsfaktoren:

1. Das Umfeld

Trainer Rivera brachte nicht nur sein Knowhow vom WM-Sieg mit, sondern auch das Funktionsteam. „Er ist einer der besten Trainer der Welt und hat ein tolles Team aufgebaut, taktische Disziplin eingeführt und die individuellen Stärken der Spieler verbessert“, sagte Frankreichs Olympiasieger-Trainer Claude Onesta.

2. Die Vorbereitung

Die Mannschaft trainiert bereits seit August zusammen - ein Vorteil, den es für die eigentlichen Turnierfavoriten aus Europa nicht gibt. „Sie haben sich fast acht Monate vorbereiten können“, sagte Canellas.

3. Die medizinische Versorgung

Mit Hilfe der Aspetar-Klinik ist eine erstklassige medizinische Versorgung gewährleistet.

4. Das Geld

Und nicht zuletzt ist das Geld ein nicht zu verachtender Faktor. Wie Goran Stojanovic sind alle mit gut dotierten Verträgen bei einheimischen Clubs ausgestattet worden. Nach unbestätigten Angaben sollen die WM-Erfolge zudem mit Prämien in sechsstelliger Höhe belohnt werden.

(mit dpa)

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