Handball-WM in Katar : CDU-Abgeordneter Steffel: „ARD und ZDF müssen mit Sky verhandeln“

Der CDU-Sportpolitiker Frank Steffel sieht ARD und ZDF in der Pflicht, die K.o.-Spiele der Handball-WM zu übertragen.

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27. Januar 2015, 14:05 Uhr

Berlin | Der CDU-Sportpolitiker Frank Steffel hat ARD und ZDF bei den Verhandlungen über die TV-Rechte der Handball-WM Sturheit vorgeworfen. Der Obmann im Sportausschuss des Deutschen Bundestages forderte die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten auf, umgehend mit dem Pay-TV-Sender Sky über eine Ausstrahlung der nächsten K.o.-Spiele der deutschen Nationalmannschaft in Katar zu verhandeln.

ARD und ZDF hatten die Verhandlungen mit beIN Sports Anfang Dezember abgebrochen, weil durch den geforderten Ausschluss der Satelliten-Übertragung rund 18 Millionen Haushalte kein Bild bekommen hätten. Sky hatte daraufhin die Rechte erworben und sendet nur verschlüsselt für seine Kunden.

Das Erste und das Zweite „sollten sofort mit Sky und - wenn die Verträge dies erforderlich machen - mit dem Rechteinhaber sprechen, ob es die Möglichkeit gibt, ergänzend die Spiele bei ARD und ZDF zu übertragen. Das ist meine Erwartung als Gebührenzahler und hat mit Politik gar nichts zu tun“, sagte Steffel am Dienstag. Sky hatte zuvor mehrfach betont, dass keine WM-Spiele im Free-TV übertragen werden.

ARD und ZDF reagierten prompt auf die Kritik. „Die Aussagen von Herrn Steffel sind von Populismus und wenig Sachkenntnis geprägt“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz am Dienstag. „Ich bewundere, wie Herr Steffel die Erfolge der Handball-Nationalmannschaft zur eigenen Popularisierung nutzen möchte“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: „Gleichzeitig ignoriert er alle Vertragsinhalte und Äußerungen des Rechteinhabers Sky. Wir respektieren diese aber und werden keine weiteren Vorstöße mehr unternehmen, da auch der Rechtegeber uns unmissverständlich mitgeteilt hat, dass es keine Veränderung mehr geben wird.“

Auch der ZDF-Sportchef wies darauf hin, dass der Pay-TV-Sender mehrfach auf die Exklusivität seiner Rechte hingewiesen habe. Laut Gruschwitz hatten ARD und ZDF vor einigen Tagen noch einmal beim Rechteinhaber beIN Sports nachgefragt, ob eine kurzfristige Einigung und eine Ausstrahlung der deutschen Spiele im Free-TV möglich sei.„Das ist erneut abgelehnt worden“, sagte der ZDF-Sportchef: „Herr Steffel hätte sich vor seinen Aussagen besser informieren sollen.“

Steffel, der auch Präsident des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin ist, wies zudem die Forderungen an die Politik zurück, die Handball-WM auf die Schutzliste des Rundfunkstaatsvertrages aufzunehmen. „Ich halte den Hinweis, dass dies in einen neuen Medienvertrag aufgenommen werden müsste, für Quatsch. Es geht nicht darum, per Gesetz vorzuschreiben, dass Handball im Free-TV empfangen werden muss“, sagte Steffel.

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