Rote Karte : Handball-Newcomer Janke unzufrieden nach EM-Debüt

Maximilian Janke sah gegen Montenegro die Rote Karte.
Maximilian Janke sah gegen Montenegro die Rote Karte.

Maximilian Janke ist einer der Neulinge im Handball-Nationalteam. Nicht nur seine überraschende Nominierung hatte im Vorfeld der EM für Diskussionen gesorgt. Am Samstagabend gab er sein Turnierdebüt. Wirklich glücklich war er danach aber nicht.

shz.de von
14. Januar 2018, 12:36 Uhr

Newcomer Maximilian Janke war nach seiner Roten Karte im ersten EM-Spiel gegen Montenegro verärgert. Den ersten Platzverweis in seinem erst dritten Länderspiel empfand der 24 Jahre alte Handballer als unberechtigt und nicht gerade als idealen Einstand bei seiner Turnierpremiere.

«Persönlich bin ich nicht zufrieden. Ich hätte schon noch gerne ein paar Akzente mehr gesetzt», sagte der Bundesliga-Spieler des SC DHfK Leipzig nach dem 32:19. Das sei im Endeffekt aber auch egal, schließlich habe die Mannschaft ihr erstes Spiel in Kroatien ja klar gewonnen.

Trotz seines EM-Debüts am Samstagabend in Zagreb dürfte dieser Janke den meisten immer noch relativ unbekannt sein. Erst in der Vorbereitung auf das Turnier hatte er seine ersten Länderspiele gemacht, allein das war schon überraschend. Dass Bundestrainer Christian Prokop den Rückraumspieler dann auch noch mit in den Flieger nach Zagreb nahm, «da war nicht mit zu rechnen», wie er selbst sagt. Aber jetzt ist er da: «Und da habe ich mich drüber gefreut. Mehr kann ich nicht sagen.»

Große Worte sind nicht sein Ding. Dass er den Medienrummel im DHB-Teamhotel in Zagreb alles andere als gewohnt ist, zeigen nicht nur seine meist kurzen Antworten. Janke sei ein sehr ruhiger Typ «und sicher nicht der Auffälligste», sagte Prokop und meinte seine Präsenz auf dem Spielfeld. Wäre er nicht 1,95 Meter groß, würde Janke auch im Hotel kaum auffallen. Seine ersten Tore im Nationaltrikot vor einigen Tagen hat er nicht mal groß bejubelt. «In Ausnahmefällen kann ich auch mal jubeln, aber das ist tatsächlich selten», sagt er. «Wenn's Jubeln halt nicht kommt, dann kommt's halt nicht.»

Dass er bei der EM dabei ist, hatte im Vorfeld nicht nur für Verwunderung, sondern teils auch für Diskussionen gesorgt. Wie der ebenfalls erstmals für ein Turnier nominierte Bastian Roscheck hatte auch Janke schon in Leipzig unter Prokop gespielt. Weil der Bundestrainer ihretwegen auf Europameister wie Finn Lemke oder Fabian Wiede verzichtete, war die Aufregung anfangs natürlich groß. Zumal Janke auf dem Spielfeld meistens überhaupt nicht wahrgenommen wird, «weil er gern unterschätzt wird», wie Prokop sagt.

Ob er dem Titelverteidiger bei der EM tatsächlich helfen kann, wird sich erst in den nächsten Spielen zeigen. Die schwachen Montenegriner waren beim lockeren Auftaktsieg kein Maßstab, erst am Montag (18.15 Uhr/ARD) kommt es gegen den WM-Dritten Slowenien zum ersten Härtetest. Auch Janke wird sich dann mit Spielern auf Topniveau auseinandersetzen müssen. Und mit der Atmosphäre in der Arena von Zagreb, in der ein Großteil der Zuschauer ihn vermutlich bei jeder Aktion auspfeifen wird.

Angesichts der zahlreichen slowenischen Fans und der damit verbundenen hitzigen Atmosphäre werde das Spiel eine «Zusammenhaltsprüfung», sagte Prokop. Daran wird auch Janke sich messen lassen müssen, wie er selbst zugibt: «Normalerweise blendet man sowas ja aus, aber das wird schon eine andere Qualität. Da habe ich keine Erfahrung mit.»

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