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Handball-EM 2016 in Polen : Tobias Karlsson darf nicht mit Regenbogen-Binde spielen

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Kapitän der SG Flensburg-Handewitt wollte für die schwedische Nationalmannschaft mit einer Armbinde in Regenbogenfarben auflaufen, um gegen Diskriminierung zu protestieren.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 12:11 Uhr

Breslau | Politik ist auf dem Spielfeld unerwünscht: Schwedens Spielführer Tobias Karlsson darf bei der Handball-EM in Polen seine als Protest gedachte Kapitänsarmbinde in Regenbogenfarben nicht tragen. Wie der schwedische Handballverband mitteilte, hat die Europäische Handball-Föderation (EHF) dies mit Verweis auf die Bekleidungsvorschriften verboten. Danach sei es nicht erlaubt, bunte Armbinden zu tragen. „Ich denke, es ist traurig, dass die EHF uns daran hindert zu zeigen, wofür wir in Bezug auf Offenheit, Mitmenschlichkeit und gleiche Werte stehen“, sagte Karlsson, der in der Bundesliga bei der SG Flensburg-Handewitt spielt.

Schwule und Lesben sind auch heute noch in vielen europäischen Ländern gesellschaftlichen Ressentiments ausgesetzt. Gerade im streng katholischen Polen gibt es viele Vorurteile, obwohl die Gesetzgebung dort fortschrittlicher ist als in anderen Ländern.

Der Abwehrspezialist hatte in den letzten fünf Testspielen die bunte Armbinde getragen. Damit wollte er für Toleranz und Offenheit gegenüber Homosexualität werben. Nach Karlssons Vorbild wollten auch der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson und der Norweger Bjarte Myrhol bei der EM mit der Regenbogenbinde auflaufen. „Dass es mehr Menschen gibt, die diese Binde tragen wollten, unterstreicht, dass es eine wichtige Botschaft ist“, sagte Karlsson. Er ist Botschafter für die EuroGames, ein schwul-lesbisches Sportgroßereignis, das im vorigen Jahr in Stockholm stattfand.

Der schwedische Handballverband hatte seinen Kapitän bei der Aktion unterstützt. „Die Schwedische Handball Federation hat die Haltung, dass alle Menschen gleich sind, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Sexualität oder Religionszugehörigkeit. Wir bemühen uns, offen und einladend für alle zu sein“, sagte Delegationsleiter Lasse Tjernberg.

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